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Klang Meggen: Des Fürsten Musik im Märchenland

Ein märchenhaftes Haus, ein Fürstensaal und Rubine der Musikgeschichte. Die Konzerte im Schloss Meggenhorn bezaubern auch diesmal mit ihrem einmaligen nachweihnachtlichen Ambiente.
Roman Kühne
Das Ensemble Kandinsky mit Fabio di Càsola (links), Benjamin Engeli und Thomas Grossenbacher. (Bild: Corinne Glanzmann, 28. Dezember 2018)

Das Ensemble Kandinsky mit Fabio di Càsola (links), Benjamin Engeli und Thomas Grossenbacher. (Bild: Corinne Glanzmann, 28. Dezember 2018)

Ein Kammermusikkonzert, das ausverkauft ist? Auch das gibt es. Zumindest am kleinen, seit Jahren mit Vielfalt und Exzellenz auffallenden «Klang»-Festival in Meggen. Dies hat natürlich einerseits mit dem Ort zu tun. Das Schloss Meggenhorn ist ein Bijou aus dem Prinzessinnenbuch. Sein dezent geschmückter Garten, die Türmchen und die üppigen Säle sind die perfekte Weihnachtsumgebung. Wird dann nach dem Konzert im Festsaal bei Cheminéefeuer und Kerzenlicht das fakultative Menu aus dem Hause Hermitage kredenzt – da wähnt man sich doch endgültig mitten in der Sissi-Verfilmung.

Dann wird in der fürstlichen Kammer aber vor allem das gelebt, was ihre Bestimmung ist: Konzerte in kleiner Besetzung, wo man mit den Musiker quasi auf derselben Bühne sitzt. Unter der Leitung des Schweizer Klarinettisten Fabio Di Càsola, Professor an der Züricher Hochschule der Künste, hat sich hier über die Jahre eine festtägliche Lustbarkeit entfaltet, die immer wieder Überraschungen bringt.

In den Konzerten findet sich neben grossem Gehänge der Kammermusik auch unbekannter, oft überraschender Schmuck. So wird etwa am Sonntag die 8. Sinfonie von Beethoven in ihrer Version für Streichquintett aufgeführt (Hinweis). Am Abend ist es gar eine ganze Oper, «Don Giovanni» von Mozart, der in einer Version für Klarinetten und Sprecherin Überraschendes bietet.

Vertrautes und Entdeckungen

Auch am Freitag mischt sich Bekanntes mit Namenlosem. So beginnt das Konzert mit einem «Trio Miniatures» von Paul Juon. Der aus dem Graubünden abstammende Komponist hat doch mehrere Sinfonien oder Instrumentalkonzerte komponiert. Dennoch bleibt sein Name etwas für Spezialisten. Dabei ist sein hochromantisches Trio durchaus spannend zu hören.

Dies hat auch viel mit den Künstlern zu tun. Das Ensemble Kandinsky bringt Fabio di Càsola mit dem Pianisten Benjamin Engeli und dem Solocellisten des Tonhalle-Orchesters Zürich, Thomas Grossenbacher, zusammen. Und die drei harmonieren hervorragend. Dialogisch gehen sie aufeinander zu, verschmelzen aufs Herrlichste in ihrem Zusammenspiel.

Von sensibel bis sinfonisch

Thomas Grossenbacher spielt sein Cello warm und variantenreich, ein singendes Vibrieren, voll der Schatten. Di Càsola bläst die Klarinette ausdrucksstark und farbig. Das Klavier von Benjamin Engeli perlt durch die Töne, drängt sich nie in den Vordergrund. Der sensible Ausgleich im Trio und die Intonation der drei Instrumente sind perfekt, gerade bei der speziellen Obertonschichtung der Klarinette nicht immer eine Selbstverständlichkeit. Auch den schnell wechselnden Stimmungen des Klarinettentrios von Johannes Brahms, einem Meisterwerk dieser Gattung, geben die Musiker Leben und Geschichte. Licht und sensibel sind die wechselnden Einwürfe der Instrumente, fast schon sinfonisch wird das expressive Drehen der Komposition ins Leben geführt.

Die klangliche Mischung, das leichte Hervortreten von Klarinette oder Cello zieht immer wieder neue Farben in die Noten. Einzig im Schlusssatz nimmt das harte Klavier dem Stück etwas von seinem Zauber. Zum Abschluss folgt ein völlig unbekanntes «Trio in a-Moll» von Carl Frühling. Ein Werk, nicht ganz so raffiniert, aber frisch und spannend für entdeckende Ohren.

Pocket Sinfoniekonzerte, u. a. mit Beethovens 8. Sinfonie, Sonntag, 30.12., 11.00 Uhr. Und Mini Opera «Don Giovanni»,Sonntag, 30.12., 17.45 Uhr. Schloss Meggenhorn, Meggen.Tickets direkt an der Abendkasse.

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