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Der wunderschöne Monat Mai ist nicht vorbei

Liederabend Die zweite Spielzeit seines Engagements an der Wiener Staatsoper neigt sich für Manuel Walser schon bald dem Ende zu, da lässt der junge Bariton aus Niederteufen wieder einmal in der Ostschweiz von sich hören, beinahe «zu Hause» – in der Tonhalle St. Gallen. Mit einem Schumann-Zyklus, den er durch und durch kennt, den er früh für sich entdeckt hat und der längst nicht mehr nur jugendfrisch naiv von einem Extrem der Gefühle ins andere taumelt: «Dichterliebe» op. 48.

Bedauerlich nur, dass der darin besungene «wunderschöne Monat Mai» bereits der sommerlichen Hitze gewichen ist; so blieb die Tonhalle am frühen Sonntag Abend halb leer. Dabei hatten Walser und sein inspirierender, hellwacher Begleiter Alexander Fleischer ein Repertoire versprochen, das sich ein liedbegeistertes Publikum ungern entgehen lässt: neben der «Dichterliebe» einen ersten Teil mit Stücken aus Hugo Wolfs «Italienischem Liederbuch» und frühen (sängerisch überaus fordernden) Liedern von Richard Strauss, darunter das berühmte «Allerseelen». Ein schönes Band zur «Dichterliebe», weil der Mai auch hier zur Sprache kommt: rückblickend im Novemberlicht betrachtet, als verflossene Vergangenheit.

Das Klavier hört auf das Unaussprechliche

Noch singt Manuel Walser in Wien kleinere Rollen, doch die Erfahrung der Opernbühne, so zeigte sich in der Tonhalle, bringt neue Farben seines jugendlich gesunden, schön timbrierten Baritons hervor – gerade auch in der Tiefe. Walser spart sich nicht auf, er geht aufs Ganze und zeigt gern auch dramatische Potenz. Klug zu gestalten, die lyrischen Texte in weit gespannten Bögen mit Herz und Sinn zu erfüllen, daran hat er während der Studienjahre bei Thomas Quasthoff in Berlin gearbeitet. Zur früher so begeisternden Natürlichkeit ist Reife gekommen: Davon profitieren die Strauss-Lieder ebenso wie die ironischen Brüche der «Dichterliebe». Alexander Fleischer, seit 2011 Assistent Thomas Quasthoffs, tut ein Übriges ohne Worte: besonders dort, wo das Klavier das Unaussprechliche aushört und weitersingt. (bk.)

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