Der Veränderte

LESBAR GESCHICHTE

Rolf App
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Bild: Rolf App

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Als Gaius Julius Caesar im Jahr 44 vor Christus ermordet wird, taucht mit Octavius ein junger Mann auf, dem man politisch nicht viel zutraut. Der 18jährige Grossneffe des Diktators ist ein unbeschriebenes Blatt, seine Mutter und sein Stiefvater raten ihm sehr, das Erbe auszuschlagen. Doch er sagt Ja, und in den Machtkämpfen der kommenden Jahre schiebt er sich mehr und mehr nach vorn. Dann aber, als Alleinherrscher mit dem Namen Augustus, wird er vom mörderischen Kriegsherrn, der keine Gefangenen macht, zum umsichtigen Führer eines Weltreichs. Mit ihm bekommt das Römische Reich eine neue, für eine lange Zeit stabile Form. Was vor allem mit seinem Regierungsstil zu tun hat. Ihn arbeitet Karl Galinsky in seiner Augustus-Biographie klar und deutlich heraus. Augustus ist nicht darauf aus, die Provinzen hemmungslos auszubeuten. Er baut auch keine riesige Bürokratie auf. Er setzt vielmehr auf die Selbstverwaltung der Städte und erweist sich gerade in der Steuerpolitik als ein Mann der Mässigung. Was dazu führt, dass er in einer breiten Bevölkerung enormes Ansehen geniesst.

Karl Galinsky: Augustus. Sein Leben als Kaiser, Philipp von Zabern 2013, 223 S. , Fr. 44.90

Grausame Welt

Noch immer stehen William Shakespeares Dramen im Zentrum des Theaters. Sie zeigen den Menschen von allen Seiten, auch von den nicht sehr schmeichelhaften. Das darf nicht weiter erstaunen: Denn Shakespeares Welt ist eine zutiefst ruhelose Welt. 1580 umrundet Francis Drake als erster Engländer die Erde, Shakespeare ist da gerade 16. Die Karten werden neu verteilt, weit klaffen die gesellschaftlichen Gegensätze auseinander. Was sich nun tut, erzählt Neil MacGregor auf höchst anregende Weise. Anhand von zwanzig Stichworten nämlich, die alle ein Schlaglicht werfen auf die Zeit und auf Shakespeares Theater, das auch ein Theater der Grausamkeit ist. Sie handeln vom Fechten und Protzen, von Religion und Politik, von Verrat und Verschwörung, von Zucht und Krawall.

Neil MacGregor: Shakespeares ruhelose Welt, C. H. Beck 2013, 347 S., Fr. 45.90

Bild: Rolf App

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