Der Tod fährt mit und feiert das Leben

«Guten Tag. Ich bin der Tod und Sie müssen jetzt mitkommen. Ich: Ja, dann warten Sie kurz. Ich pack nur noch schnell meine Sachen und komm dann! Der Mann verdrehte die Augen, schaute mich an und sagte: Oh, einer der Humorvollen! Wundervoll. Noch nie gehört den Witz.

Andreas Stock
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Focus - Lesen - Uhlmann (Bild: Andreas Stock)

Focus - Lesen - Uhlmann (Bild: Andreas Stock)

«Guten Tag. Ich bin der Tod und Sie müssen jetzt mitkommen. Ich: Ja, dann warten Sie kurz. Ich pack nur noch schnell meine Sachen und komm dann! Der Mann verdrehte die Augen, schaute mich an und sagte: Oh, einer der Humorvollen! Wundervoll. Noch nie gehört den Witz. Sie haben jetzt noch drei Minuten Zeit über alles nachzudenken. Wenn Sie jemanden anrufen oder schreien, sterben Sie sofort.»

Natürlich dauert die witzige wie berührende Geschichte von «Sophia, der Tod und ich» länger als drei Minuten. Thees Uhlmann, Sänger der Hamburger Band Tomte, hat einen pfiffigen Erstling hingelegt. In den frechen, teils absurden Dialogen mit dem namenlosen Mittdreissiger (geschrieben sind sie wie in einem Drehbuch, es steht immer der Name des Sprechenden) geht es um existenzielle Fragen, aber auch um Alltägliches, wie Sexhefte in der Altpapiersammlung. Oder um den richtigen Zeitpunkt, seiner Mutter zu sagen, dass man sterben muss. Der temporeiche Roadtrip zwischen Himmel und Hölle entwickelt als Hörbuch, das Thees Uhlmann selber liest, besonders viel Drive.

Thees Uhlmann: Sophia, der Tod und ich. Indigo 2015, 329 Minuten, als Download ab Fr. 17.–