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Kolumne

«Tatort»: Der Teufel trägt Bart

Lauter Komplimente für den neue Dresden-Krimi - zum ersten Mal dabei ist Cornelia Gröschel als Kommissarin Leonie Winkler.
Susanne Holz

Zeitenwechsel für ein Lied. Wer Neil Youngs Schmusesong «Harvest Moon» nicht schon immer etwas unheimlich fand, der wird es spätestens nach diesem «Tatort» aus Dresden tun: Zum säuselnden «I wanna see you dance again» befördert hier ein psychopathischer Serienmörder seine Opfer ins Jenseits. Das erste Lob dieser Kolumne geht somit an Michael Kadelbach, zuständig für die Musik in «Das Nest». Weil er unumkehrbar aufzeigt: «Harvest Moon» macht sich in Horrorsequenzen weit besser als auf Tanzflächen.

Das zweite Kompliment? Geht ganz klar an Drehbuchautor Erol Yesilkaya für eine spannende Story mit Grusel, Suspense, Tiefgang, Nahbarkeit und mit grosser Eleganz im Erzählstil. Kompliment Nummer drei ist für Regisseur Alex Eslam, der seinen ersten «Tatort» visuell dicht und sehr atmosphärisch erzählt – mit viel Gefühl und Sympathie für die Figuren. Den hoffnungslos bösen Mörder mal ausgenommen, was die Sympathie betrifft.

Der Mörder (brillant gespielt von Benjamin Sadler) trägt Bart, Brille und Breitcord. Ab Minute 40 ist er zumindest für den Zuschauer geoutet, doch die Spannung bleibt hoch: Es gilt, einen Mann dingfest zu machen, der seine blutleeren Opfer auf Sofas und an Kaffeetische setzt – in seinem klammheimlichen Gruselkabinett. Und der auch Kommissarin Karin Gorniak (Karin Hanczewski) beinah das Leben raubt.

Hier wäre man beim vierten Kompliment: für das sensible und prägnante Spiel der drei vom Kommissariat: Neben Hanczewski der unvergleichliche Martin Brambach als schrullig-herzlicher Kommissariatsleiter Schnabel und dann Cornelia Gröschel als neue Kollegin Leonie Winkler, die gleich in ihrer ersten Folge eine essenzielle Entwicklung durchmacht – die man ihr absolut abnimmt.

«Tatort» aus Dresden: «Das Nest». Heute Sonntag, SRF 1, 20.05 Uhr.

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