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«Der Streit hat mich zermürbt»

Wegen interner Querelen stand es letztes Jahr schlecht um den Fortbestand des Collegium Musicum Ostschweiz. Jetzt erklärt Dirigent Mario Schwarz auf Ende Saison seinen Rückzug.
Martin Preisser
Mario Schwarz hat über vier Jahrzehnte das Collegium Musicum künstlerisch geprägt. Bild: Mareycke Frehner (Arbon, 18. August 2014) (Bild: Mareycke Frehner)

Mario Schwarz hat über vier Jahrzehnte das Collegium Musicum künstlerisch geprägt. Bild: Mareycke Frehner (Arbon, 18. August 2014) (Bild: Mareycke Frehner)

Das Collegium Musicum Ostschweiz sucht in der «Schweizer Musikzeitung» einen Nachfolger für Mario Schwarz. Ganz einfach dürfte das nicht werden, hat doch der Dirigent seit 42 Jahren das Collegium massgeblich und persönlich geprägt. Vor allem mit seinem Engagement für zeitgenössische Schweizer Musik. Damit ist das Collegium zu einer Institution mit speziellem Profil geworden.

Mario Schwarz geht nicht im Gram

Dass die Suche nach einem geeigneten Nachfolger anspruchsvoll sein wird, weiss Schwarz selbst: «Er muss es schaffen, mich wirklich abzulösen und er kann sich nicht in ein gemachtes Nest setzen.» Das Collegium Musicum hat unruhige Zeiten hinter sich. Der Streit zwischen dem künstlerischen Leiter Mario Schwarz und dem Ex-Präsidenten Josef Büchelmeier um grundlegende Finanzierungs- und Organisationsfragen hat das Collegium letztes Jahr fast ins Aus getrieben. «Mit den Folgen dieses Streits haben wir bis heute zu kämpfen. Die Querelen haben mich zu einem gewissen Grade auch zermürbt», sagt Mario Schwarz, betont aber, er gehe nicht im Gram.

Das Collegium Musicum Ostschweiz unter einem neuen Leiter bedeute auch eine neue finanzielle und organisatorische Struktur, sagt der scheidende Musiker. Finanziell ist die St. Galler Institution immer mehr auf private Gelder angewiesen. Die Stadt St. Gallen hat ihre Beiträge seit drei Jahren jeweils jedes Jahr wieder deutlich reduziert. «Die Stadt will neben dem Sinfonieorchester kein zweites Orchester und wirft uns ein zu wenig innovatives Profil vor», sagt Schwarz. Die Fachstelle für Kultur der Stadt will sich inhaltlich dazu nicht äussern, weil derzeit ein Rekursverfahren des Collegium Musicum in Sachen Subventionskürzung hängig ist.

Mario Schwarz wollte mit siebzig Jahren aufhören, jetzt geht er zwei Jahre früher, auf Ende der Saison 2016/2017. Mit seinem Engagement für zeitgenössische Musik hat er eine starke Spur im Ostschweizer Kulturleben gelegt und darf auf ein interessantes Lebenswerk zurückblicken. Viele Komponisten haben ihm Werke gewidmet und deren Uraufführung anvertraut. Viele moderne Werke, die Schwarz erst aus der Taufe gehoben hat, sind heute im Kanon fest verankert. Schwarz war da oft ein erfolgreicher Geburtshelfer.

Meriten hat er sich in letzten Jahren auch auf dem Gebiet der Nachwuchsförderung erworben. Immer wieder gibt er hochbegabten Jugendlichen die Chance, solistisch ihr Können mit einem Orchester zu zeigen. Für die aktuellen Konzerte kommen die jungen Solisten allesamt aus Österreich.

Im Nachbarland hat die Zusammenarbeit zwischen der Organisation «prima la musica» und dem Collegium Musicum funktioniert. Bei den Verantwortlichen des Schweizerischen Jugendmusikwettbewerbs, der in St. Gallen beheimatet ist, fand Schwarz keine offenen Türen. Aus Datenschutzgründen haben die Verantwortlichen des Wettbewerbs die Namen der Preisträger nicht herausgeben wollen, auch nicht an einen erfahrenen Orchesterleiter wie Mario Schwarz.

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