Der Soundtrack einer langen Nacht

Dance Affair, das Projekt des St. Galler Musikers Oliver Posch, veröffentlicht diese Woche sein elektrisierendes Début. Morgen wird «Sunrise At Midnight» in der Tankstell-Bar getauft.

David Gadze
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Oliver Posch liefert tanzbare Electronica mit Indie-Elementen. (Bild: pd/Nathalie Bissig)

Oliver Posch liefert tanzbare Electronica mit Indie-Elementen. (Bild: pd/Nathalie Bissig)

Das CD-Artwork mit dem Kabel, das einen Herren- und einen Damenschuh unter Strom setzt und der Titel «Sunrise At Midnight» sind unmissverständlich: Der Tag beginnt mitten in der Nacht und der Soundtrack zu den durchgetanzten Stunden geht in die Füsse. Verantwortlich dafür ist Oliver Posch aka Electribe. Der 29jährige Musiker vereint tanzbare Electronica-Klänge mit geschickt eingesetzten Retro-Elementen und Indie-Sounds zu einem «urbanen Cocktail für die Gehörgänge electrophiler Partygänger», wie es im Infoblatt heisst.

Zwischendurch gibt es Momente zum Verschnaufen («Insight», «Introspective Collective»), die den an sich stimmigen Fluss der Musik etwas brechen, aber nicht aufhalten. So sind es vor allem Tracks wie das heftig pulsierende «Neon», das elektrisierende «Maybe Then It's Too Late» oder das rockende «I Turn Back And Scream», die der Platte einen wuchtigen Drive verleihen. Rund eineinhalb Jahre bastelte Oliver Posch am Début.

Es galt auch die richtigen Partner – neben den musikalischen auch Label und Vertrieb – zu finden.

Die Suche nach dem Sound

Die Platte ist vor allem sein «Baby», das er zum grossen Teil selber geboren hat. «Mir war es wichtig, den Sound, den ich mir vorgestellt hatte, umsetzen zu können», sagt er. An der Jazzschule St.

Gallen knüpfte Posch (der auf dem Album auch Gitarre spielt und als Gitarrenlehrer arbeitet) erste Kontakte zur lokalen Szene. Nach Jams mit verschiedenen Musikern fing er an, mit elektronischen Klängen zu experimentieren. «Ich erkannte, dass es interessante elektronische Musik gibt, die nichts mit der Street Parade zu tun hat.» Er habe versucht, synthetische Klänge mit «organischen Elementen», sprich Instrumenten, zu verbinden.

Stimmungsbilder

Die Ideen für die Gesangsmelodien stammen grösstenteils von Sibyl Hofstetter, die den Songs ihre Stimme leiht. Er habe aber noch jemanden gesucht, der eigene Einflüsse ein- und vor allem eine gute und warme Stimme mitbringt, sagt Posch. So kam es zur Zusammenarbeit mit Marie Malou, die unter anderem als Vokalistin in der Michael Neff Group in Erscheinung getreten ist. Die Sängerinnen, auch Gessica Zini, lassen die verschiedenen Stimmungen einer Nacht mitschwingen. Das letzte Stück «Sunrise At Midnight» entlässt den Hörer in den jungen Morgen.

Oder ist es immer noch Mitternacht?

«Sunrise At Midnight» (Aurora Music/K-tel). Morgen Fr, Tankstell-Bar, St. Gallen; 1.5. Cup-Hub, Arbon; 4.6. Musig uf de Gass