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«Der See trennt noch immer»

Josef Büchelmeier ist neuer Präsident der St.Galler Chor- und Orchesterinstitution Collegium Musicum Ostschweiz. Der Friedrichshafener Ex-Bürgermeister will langsam auch die Nachfolge von Dirigent Mario Schwarz aufgleisen.
Martin Preisser
Engagiert sich für das St. Galler Kulturleben: Friedrichshafens Ex-Oberbürgermeister Josef Büchelmeier. (Bild: Ralph Ribi)

Engagiert sich für das St. Galler Kulturleben: Friedrichshafens Ex-Oberbürgermeister Josef Büchelmeier. (Bild: Ralph Ribi)

Herr Büchelmeier, warum engagieren Sie sich als prominenter Lokalpolitiker vom Nordufer des Bodensees für Kultur in der Ostschweiz?

Josef Büchelmeier: Durch meine politische Arbeit bin ich gut vernetzt mit Politikern auf dieser Seite des Sees. Mir gefällt, wie Kultur hier gelebt wird.

Gibt es da Unterschiede, etwa zu einer Stadt wie Friedrichshafen?

Büchelmeier: Ich möchte es mal zuspitzen: Bei uns wird Spitzenkultur einfach eingekauft, weil wir eine relativ reiche Stadt sind. Die Künstler kommen, spielen und verschwinden wieder. Hier in der Ostschweiz spüre ich Kultur viel mehr verankert. Sie wirkt persönlicher, direkter, engagierter. Es besteht in der Bevölkerung ein klares Bewusstsein für den Wert kulturellen Lebens. Kultur zeigt sich verwurzelter.

Sie stehen neu dem traditionsreichen Collegium Musicum Ostschweiz CMO als Präsident vor. Was wollen Sie bewirken?

Büchelmeier: Vielleicht ist es gar nicht schlecht, wenn ich als Aussenstehender diese Aufnahme wahrnehme. Ich möchte die Marke Collegium Musicum Ostschweiz stärken, noch klarer im Ostschweizer Musikleben positionieren und sie in eine professionelle Zukunft führen.

Woher kennen Sie den CMO-Dirigenten Mario Schwarz, der ja fast das Synonym für das CMO ist?

Büchelmeier: Der Kontakt ist auch dadurch entstanden, dass ich seit vielen Jahren am Singwochenende von Mario Schwarz teilnehme. Durch mein Engagement beim Henri-Dunant-Museum konnte ich im Jubliäumsjahr des Internationalen Roten Kreuzes 2010 seinem Chor und Orchester Auftritte in Genf und Sarajevo organisieren, wo das CMO ein Werk von Gion Antoni Derungs uraufgeführt hat.

Sieht es so aus, dass Sie im neuen Amt dereinst auch die Nachfolge von Mario Schwarz managen müssen?

Büchelmeier: Noch dirigiert er frisch und engagiert. Einen Termin zum Aufhören gibt es noch nicht. Aber wir fangen langsam an, die ersten Weichen zu stellen für die Zukunft des CMO nach Mario Schwarz.

Was schätzen Sie an ihm?

Büchelmeier: Mario Schwarz geht offen auf Menschen zu, er bindet Kultur wirklich in die Region ein. Und ich bewundere seinen steten Einsatz für zeitgenössische Musik und Komponisten.

Haben Ideen wie die Internationale Bodenseekonferenz oder Veranstaltungen wie das Internationale Bodenseefestival geholfen, die Menschen um den See zu verbinden?

Büchelmeier: Leider nein. Der See trennt noch immer. Eigentlich weiss die eine Uferseite überhaupt nicht, was es kulturell auf der anderen Seite zu entdecken gibt. Es gäbe schon Wege, das zu verbessern, aber das braucht viel Neugier und Wille.

Was fehlt?

Büchelmeier: Die Verkehrswege wirken eher trennend, und der mediale Informationsfluss ist schlecht. Helfen würde da vielleicht schon eine den See umfassende Kulturagenda im Internet.

Jedes Jahr gibt es das Bodenseefestival mit einem bunten Katalog an Konzerten rund um den See. Eine brückenbauende Veranstaltung?

Büchelmeier: Das Festival muss an Qualität gewinnen. Wir hatten in letzter Zeit auch viel zu wenig griffige Mottos. Das Ganze wirkte oft wie ein beliebiges Sammelsurium. Weniger wäre mehr beim Bodenseefestival. Und gerade die Schweizer Kantone waren es ja immer wieder, die sich für mehr Konzentration und ein klareres thematisches Profil eingesetzt haben.

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