Der Schweizer Buchpreis ist ein Geschäft

Eine Autorin und vier Autoren sind für den mit 50 000 Franken dotierten Schweizer Buchpreis 2011 nominiert, der am Sonntag an der Messe Buch Basel vergeben wird. Monica Cantieni hat mit «Grünschnabel» (Schöffling & Co.

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Eine Autorin und vier Autoren sind für den mit 50 000 Franken dotierten Schweizer Buchpreis 2011 nominiert, der am Sonntag an der Messe Buch Basel vergeben wird. Monica Cantieni hat mit «Grünschnabel» (Schöffling & Co.) die Geschichte eines Adoptivmädchens geschrieben, das in den Siebzigerjahren im Gastarbeitermilieu aufwächst und die Welt der Wörter entdeckt. Catalin Dorian Florescu erzählt im Roman «Jacob beschliesst zu lieben» (Verlag C. H. Beck) eine burleske Familiensaga. Felix Philipp Ingold zeichnet in «Alias oder Das wahre Leben» (Matthes & Seitz Berlin) eine russische Biographie nach, und Charles Lewinsky greift in «Gerron» eine wahre Geschichte aus dem Lager Theresienstadt auf (Nagel & Kimche). Schliesslich im Rennen: Peter Stamms Erzählband «Seerücken» (S. Fischer).

«Grosse Beachtung»

Der Jury gehörten dieses Jahr Andreas Isenschmid, Alexandra Kedves, Christine Lötscher, Hans Ulrich Probst und Thomas Strässle an. Sie hatten die Wahl aus insgesamt 60 Titeln (gegenüber 69 im Vorjahr). Beteiligt haben sich 20 Verlage aus Deutschland, 17 aus der Schweiz und 3 aus Österreich. Der Buchpreis wurde 2008 mit dem Ziel lanciert, das Augenmerk auf herausragende Schweizer Bücher zu lenken. Nach den ersten drei Vergaben äussern sich der Buchhändler- und Verlegerverband SBVV und die Buch Basel zufrieden: Der Preis finde hohe Beachtung und verschaffe dem Buch eine grosse Präsenz in der Öffentlichkeit.

Auch mehr Übersetzungen

Dies wirkt sich auch auf die Verkaufszahlen aus, wie aus der Mitteilung der Buchmesse hervorgeht: Die Bücher der bisherigen Preisträgerinnen und Preisträger Melinda Nadj Abonji (2010), Ilma Rakusa (2009) und Rolf Lappert (2008) erklommen die Bestsellerlisten. Und die Verkaufszahlen sind eindrücklich. Rolf Lapperts Buch kommt auf 48 000 verkaufte Exemplare (exklusive Taschenbuch, Hörbuch und Buchclub) und 6 Übersetzungen, Ilma Rakusas «Mehr Meer» auf 25 000 Exemplare und 7 Übersetzungen, und die letztjährige Preisträgerin Melinda Nadj Abonji, die auch den Deutschen Buchpreis gewann, hat bisher 114 000 Exemplare verkauft; ihr Buch erscheint in 12 Übersetzungen. (red.)