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Der «polyglotte» Polygraph

Der Jungunternehmer – ausgebildeter Polygraph, typographischer Gestalter und Verleger – Sandro Reichmuth hat ein Buch veröffentlicht mit hinreissenden Bildern über Südamerika.
Brigitte Schmid-Gugler
Der Jungverleger Sandro Reichmuth vor seinem Bücherfenster. (Bild: Benjamin Manser)

Der Jungverleger Sandro Reichmuth vor seinem Bücherfenster. (Bild: Benjamin Manser)

Er ist längst kein Unbekannter mehr. Wer zur Adventszeit über den Weihnachtsmarkt geschlendert ist, dürfte ihn schon entdeckt haben – oder besser, ihn und seine professionell gestalteten Artikel. Nicht fehlen darf im Sortiment selbstverständlich das Buch der Bücher: «sankt gallen – faszinierend anders». Erschienen im Sommer 2011, von A bis Z von Sandro Reichmuth selber gestaltet und herausgegeben. Der junge Mann strahlt an diesem sommerlichen Samstagmorgen im Kaffeehaus im Linsebühl noch drei Jahre nach diesem ersten Coup bis über beide Ohren. 1500 Exemplare wurden gedruckt; fast 1000 Stück hat er bereits verkauft. Er klapperte in der ganzen Deutschschweiz Buchhandlungen und Verlage ab, in seinem Gepäck das Bilderbuch, «das über die Stadt St. Gallen noch fehlte», sagt Reichmuth schmunzelnd. Tatsächlich besticht auch sein erstes Werk durch seinen ungewöhnlichen Focus auf Orte und Ecken in dieser Stadt, die einem vertraut und doch überraschend neu erscheinen.

Vom Gestalter zum Verleger

Grad gegenüber des Kaffeehauses darf Sandro Reichmuth nach Jacques Erlanger und Frank Schroeder im «Männermonat Juni» das Schaufenster von Anita Sonnabend im «BasarBizarr» bespielen. Gute Gründe für sein Bücherfenster gibt es zuhauf: Der ausgebildete Polygraph und erfahrene Weltreisende hat nicht nur eine Weiterbildung als typographischer Gestalter abgeschlossen, sondern als Abschlussarbeit gleich noch ein zweites Werk publiziert und dafür einen Verlag gegründet.

«Wie man das macht?», wiederholt Sandro Reichmuth lachend die Frage. «Es ist eigentlich der gleiche Vorgang wie bei jeder Gründung eines Unternehmens. Auch wenn meines nur aus mir und einem Büro in meiner Wohnung besteht: Ich brauchte ein Logo, eine Website und einen Namen. Und somit bin ich nun unter «faszinierend verlag» Verleger geworden, der vorläufig noch nichts verdient mit seinen Werken, aber auch nicht unter Druck steht, dass das Kleinunternehmen Gewinn abwerfen muss.» Das Wort «Faszinierend» steht im ersten Satz seines eigenen Textes im Buch «Die Farben Südamerikas, eine Entdeckungsreise entlang der Anden». Er schreibt von den überwältigende Bildern in den buntesten Farben, die sich ihm auf der mehrmonatigen Reise entlang der Anden vom Äquator bis zum Kap Hoorn boten. Auf einem mehrtägigen Pferderitt durch die Atacamawüste in Chile gemeinsam mit seiner Partnerin Vera Zürcher beschloss der begnadete Fotograf noch auf der Reise, aus den vielfältigen Eindrücken nach seiner Rückkehr ein Buch zu gestalten. Wie schon bei seinem ersten Werk konnte er dabei auf die Infrastruktur seines Arbeitgebers, der Ostschweiz Druck AG zählen, die sich, wie Reichmuth betont, ausgesprochen grosszügig und kulant verhalten habe sowohl im Rahmen der Unterstützung seiner Weiterbildung also auch bei seiner Bitte um eine Auszeit für die fünfmonatige Reise nach Südamerika. Entstanden ist daraus ein 100seitiges Bilderbuch, aufgeteilt in acht Kapitel, denen er jeweils den Titel einer Farbe gibt: Es beginnt mit «Rot» für Bolivien und endet mit dem Kapitel «Bunt» mit einem farbigen Kaleidoskop seiner Südamerika-Impressionen.

Abfallende Texte, gute Bilder

Zu jedem Kapitel hat der Autor und Verleger einen Text gestellt, verfasst von Freunden und Bekannten, die Südamerika ebenfalls bereist haben. Neben den professionell bearbeiteten Bildstoffen fallen die Reiseberichte, die häufig nicht über das Niveau eines Schulaufsatzes hinausreichen, etwas dürftig aus. Doch «fasziniert» an dem stimmig gestalteten Gesamtwerk der Schwerpunkt Bild, mit Fotografien vom Alltag der Menschen, einer vielfältigen Flora und Fauna und spektakulären Bildern von schneebedeckten Vulkanen, Salzseen und ungebändigter Natur.

«Die Farben Südamerikas»; www.faszinierend.ch; bis Ende Juni auch bei «BasarBizarr, Linsebühlstrasse 76

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