Der Mensch wird sich in Algorithmen auflösen

Philipp Bürkler
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Zukunft Vor 70000 Jahren, als der Mensch die Höhlen verlassen hatte, beginnt die eigentliche Menschheitsgeschichte. Seither hat der Mensch Kulturtechniken wie Ackerbau, Sprache, Buchdruck und Computer erfunden. Nun stehen wir vor einer neuen Stufe, so die These von Yuval Noah Harari. Der Historiker an der Hebräischen Universität in Jerusalem glaubt, der Mensch – vor allem die reiche Elite – strebe nun nach der Unsterblichkeit. Durch Fortschritte in Biotechnologie und künstlicher Intelligenz würde der Homo sapiens zum gottähnlichen Homo Deus avancieren. Hararis Thesen sind gewagt. Der 41-jährige Historiker vermutet sogar, die Menschheit werde sich in Biotechnologie, Algorithmen und Daten auflösen. Der physische Körper werde verschwinden und die Menschen nur noch in Form von Daten existieren. Dass es so weit kommen könnte, liege daran, dass Politik und Gesellschaft Zukunftsvisionen dem Silicon Valley überlasse, wo Grossunternehmen bereits heute am technologischen Übermenschen arbeite.

Wer sich auf Hararis gedankenscharfe, nüchterne, wissenschaftlich fundierte und ironische Erzählweise, seine Gedankenexperimente und Bezüge zur Popkultur einlassen kann, findet in «Homo Deus» ein kluges Buch, das zum Denken anregt. Diesen Lesern wird auch die Frage beantwortet, was Elvis Presley und der ägyptische Pharao gemeinsam haben.

Philipp Bürkler