Der Meister des Gigantischen

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Todesfall Über mehr als 25 Meter zog sich ein Gemälde von Pop-Künstler James Rosenquist, mit dem er politische Debatten anstachelte. Aushängeschild sein wollte er nie, und doch war er einer der wichtigsten Weggefährten von Andy Warhol und Roy Lichtenstein. Jetzt ist er 83-jährig gestorben. «Ich male keine Anekdoten, ich kumuliere Erfahrungen.» So hat Rosenquist einmal erklärt, warum die meisten seiner Bilder ein so gigantisches Format haben. Der Maler hat nicht nur durch die Grösse seiner Werke beeindruckt. Immer wieder verwirklichte er eindrucksvoll sein Hauptanliegen, das Publikum zum Nachdenken zu bringen.

Zentrales Thema war für ihn die Konsumgesellschaft: Oft verwendet er Werbebilder, um sie – fragmentiert und neu komponiert – als Lüge zu entlarven. Zu seinen bekanntesten Werken gehört das eingangs erwähnte «F 111». Auf dem mehr als 25 Meter langen Bild zeigt Rosenquist ein Kampfflugzeug und eine Atombombenwolke zusammen mit verfremdeten Symbolen des amerikanischen Wohlstands: Autoreifen, Spaghettidosen, einem lächelnden Mädchen unter einer Trockenhaube. (sda)

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