Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Der Künstler ist abwesend

Randnotiz

«Es wird ein Happening.» Die Ankündigung lässt aufhorchen. Denn es ist nicht unbedingt das, was man von einer Ausstellung im Kunsthaus Zürich erwartet. Der mexikanische Künstler Abraham Cruzvillegas verspricht, dass vor den Augen des Publikums neue Arbeiten entstehen. Die 1000 Quadratmeter grosse Ausstellungsfläche verwandle sich in eine Werkstatt. Dort werde der Künstler, unterstützt von Studierenden und lokalen Handwerkern, neue Werke zusammenbauen.

Der Kunst beim Wachsen zuschauen? Tönt spannend, fanden wir. Und fragten zehn Tage nach der Eröffnung beim Kunsthaus nach, wann man denn den Künstler bei der Arbeit antreffen könne. «Abraham Cruzvillegas ist abgereist», wurde uns beschieden. Einer seiner Mitarbeiter sei vor Ort. Die Ausstellung sei aber keine Baustelle. Es passiere schon etwas, aber es seien kleine, subtile Veränderungen. Es käme mal eine Pflanze hinzu oder eine Skulptur werde zur Rampe für Skateboarder umfunktioniert.

Im Pressetext war noch vollmundig ein «einmaliges Erlebnis, das einen völlig neuen Zugang zur Kunst ermöglicht», angekündigt worden. Da lob ich mir Marina Abramovic. Während 90 Tagen sass sie täglich sieben Stunden auf einem Stuhl im Museum of Modern Art in New York und schaute den Besuchern, die ihr gegenüber Platz nahmen, in die Augen. Die Performance hiess «The Artist is Present» – die Künstlerin ist anwesend.

Christina Genova

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.