Schweizer Konzertmarkt
Der Knick ist da: Erstmals seit Jahren pilgern weniger Besucher zu Konzerten

Die Besucherzahlen sind im letzten Jahr erstmals seit vielen Jahren zurückgegangen. Ist es die Trendwende?

Stefan Künzli
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Das Festival "Live at Sunset" wurde letztes Jahr nicht durchgeführt.

Das Festival "Live at Sunset" wurde letztes Jahr nicht durchgeführt.

Handout Veranstalter

Seit Jahren warnte der SMPA, der Branchenverband der grossen Schweizer Konzertveranstalter, vor einer Übersättigung des Schweizer Konzertmarktes. Trotzdem sind die Besucher- und Veranstaltungszahlen Jahr für Jahr gestiegen und haben 2015 einen Rekordwert von 5 168 834 Besuchern erreicht. Jetzt sind die Werte erstmals rückläufig: weniger Besucher (–3,3%), weniger Veranstaltungen (–1,8%) und weniger Auslastung (–4,1%). Es sind immer noch stolze 5 Millionen Besucher. Doch der Knick ist da. Zu den Konzertveranstaltungen strömten rund 170 000 Besucher weniger.

AZ

Neue ausländische Veranstalter

Dieser Rückgang lässt sich begründen: «Einerseits wurde letztes Jahr das Festival Live at Sunset nicht durchgeführt, andererseits ist das Berner Konzertlokal Bierhübeli nicht mehr
im Verband vertreten», so SMPA-Geschäftsführer Stefan Breitenmoser.

Die sinkende Nachfrage verschärft die Situation in der ohnehin hart umkämpften Konzertbranche. Dazu drängen internationale Veranstalter wie der Eventriese «Live Nation» in den Markt und umgehen teilweise die lokalen Veranstalter.

Die Luft wird aber auch dünner, weil die Vorschriften der Behörden laufend zunehmen. Vor allem Polizei- und Sicherheitsauflagen sowie Vorschriften gegen die Abfallberge.
Trotzdem will Christoph Bill, der SMPA-Präsident und Chef des Heitere Open Air in Zofingen, nicht von einer Trendwende sprechen. Er ist zuversichtlich, dass das hohe Niveau bei den Besucherzahlen gehalten werden kann und es «nicht weiter zurück» geht.

Daraufhin deuten auch die Vorverkaufszahlen im aktuellen Jahr. Die grossen, etablierten Festivals und Open Airs sind ausverkauft oder stark nachgefragt. Schwieriger ist es bei Wackelkandidaten wie «Live at Sunset» in Zürich.

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