Der Harfenist im Element

HÖRBAR HARFE

Rolf App
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Bild: Rolf App

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HÖRBAR HARFE

Der gebürtige Franzose Xavier de Maistre hat zehn Jahre bei den Wiener Philharmonikern gespielt. Dort hat er auch jenes Repertoire kennengelernt, das er auf dieser CD spielt. Zum Beispiel Bedrich Smetanas «Die Moldau», die sie eröffnet. Mit dem wesentlichen Unterschied allerdings, dass er hier allein ist, dass sein Instrument also ein vielstimmiges Orchester ersetzen muss. Was aber die Harfe mit ihrem vollen, warmen, vielschichtigen Klang locker schafft. Überhaupt ist es erstaunlich, auf wie vielen Registern de Maistre virtuos zu spielen vermag und welche Feinheiten sein Spiel etwa in den Verzierungen birgt, die er einfügt. Und da die Harfe wenig eigenes Repertoire hat, handelt es sich um Transkriptionen bekannter oder auch weniger bekannter Stücke. Zur ersten Gattung gehören etwa zwei sehr gegensätzliche Stücke aus Prokofjews «Romeo und Julia» oder ein Tanz aus Tschaikowskys «Nussknacker», zur zweiten Antonin Dvoráks Suite in A-Dur oder die Phantasie über Themen aus Tschaikowskys «Eugen Onegin» von Ekaterina Walter-Kühne. Ein letzter Hinweis noch für jene, die diesen Meister seines Instruments live erleben wollen: Diesen Mittwoch tritt Xavier de Maistre in Rheinfelden auf.

Xavier de Maistre: Moldau, Sony 88875049042

Brahms auf der Harfe

Auch wenn die zwei schönen Damen auf dem Foto wie Schwestern aussehen – Praxedis Hug-Rütti und Praxedis Geneviève Hug sind Mutter und Tochter. Und wie es oft ist zwischen nahen Verwandten: Sie verstehen sich blind, wenn sie zusammen spielen. So nehmen sie sich denn auf dieser CD die Ungarischen Tänze von Johannes Brahms vor und spielen sie im Arrangement für Harfe und Klavier. Das hat klanglich seinen Reiz, auch wenn das Klavier manchmal aufnahmetechnisch zu sehr im Vordergrund steht. Praxedis Hug-Rütti arbeitet in ihrem Harfenspiel jene rhythmischen und melodischen Feinheiten heraus, die in diesen Kompositionen stecken, ausserdem bilden Harfe und Klavier einen reizvollen Kontrast, der gut zu den Brahms-Stücken passt. In der Nummer 17 (Andantino) beispielsweise liegt die Führung zuerst beim Klavier, bevor die Harfe die rasche Hauptmelodie übernimmt und beide im Mittelteil zu einem engen Zusammenspiel finden.

Brahms: Ungarische Tänze, Duo Praxedis, Paladino Music pmr 0551

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