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Der geklaute Thurbo-Pulli

Das Modelabel Vetements bedient sich schamlos des Thurbo-Logos. Die Regionalbahn nimmt es mit Humor.
Laura Widmer

Man kennt das ja von der Kleidermarke Vetements. Sie lässt sich gerne von anderen Labels inspirieren. Nicht zum ersten Mal ist sie dabei so nah am Original, dass sie sich in der Grauzone der Legalität bewegt. Bekannt wurde Vetements dank der dreisten Nachahmung von gelben DHL-Shirts, die sie zu sündhaft teuren Preisen verkaufte. Seit 2017 hat das Modelabel unter Chefdesigner Demna Gvasalia seinen Hauptsitz in Zürich. Die neuste Episode in dieser Posse ums Urheberrecht ist deshalb schweizerisch. Das Label hat bei der Ostschweizer Regionalbahn Thurbo abgekupfert. Die Schrift auf dem schlichten blauen Pullover ist unverkennbar.

Bei der Regionalbahn nimmt man die Hommage mit Humor. Rechtliche Schritte gegen den «Klau» oder Werbeartikel im gleichen Stil sind bei Thurbo nicht geplant. Orientierte sich das Unternehmen an den Preisen des Modelabels, der Nebenverdienst wäre lukrativ. Der Thurbo-Pulli von Vetements ist für läppische 700 Franken zu haben. Positiv: Wenn bald Romanshorner oder Weinfelder in diesem Kleidungsstück herumlaufen, dann hat es Vetements auch in die Modeprovinz der Schweiz geschafft.

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