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Der Geist der Gemeinsamkeit

Die Musiker Pippo Pollina, Werner Schmidbauer und Martin Kälberer sind wie ein Gummiband: mal ­enger, mal weiter. Nach acht Jahren besingen sie erneut ihre Freundschaft und den Süden mit einer Platte.
Dieter Langhart
Pippo Pollina zwischen Martin Kälberer (l.) und Werner Schmidbauer auf der Tournee «Ritorniamo – da samma wieder» vergangenen Sommer. (Bild: PD/Till Jenninger)

Pippo Pollina zwischen Martin Kälberer (l.) und Werner Schmidbauer auf der Tournee «Ritorniamo – da samma wieder» vergangenen Sommer. (Bild: PD/Till Jenninger)

Einmal im Jahr, über Silvester, treffen sich die drei im tiefen und warmen Süden, in Sizilien: Pippo Pollina, Werner Schmidbauer, Martin Kälberer. Da, wo Pippo herkommt, wo er Jura studierte und als Journalist der Mafia auf die Finger klopfte, bis er sich, desillusioniert, mit der Gitarre auf in den Norden machte. In Luzerns Gassen hörte ihn der Domleschger Linard Bardill singen – seither sind sie Freunde und haben gemeinsam Lieder geschrieben.

Auch Konstantin Wecker ist ein solcher Lieder- und Lebensfreund, ebenso das Duo Schmidbauer/Kälberer, Bajuwaren wie Wecker, und ihrer sind noch mehr. Der Liedermacher Pollina mag es gemeinsam – ein schöner Beweis war das Schlusskonzert seiner Solotournee im Hallenstadion 2015, mit all seinen musikalischen Lebensgefährten samt seinen beiden Kindern Madlaina und Faber. «L’appartenenza» hiessen Tour und Platte: Zugehörigkeit. Und genau das spüren Pollina, Schmidbauer und Kälberer.

Trio-Tournee, Platte, Finale in Verona

Seit 2010 sind die drei immer wieder auf der Bühne gestanden: allein, zu zweit, zu dritt. Im Jahr darauf gingen sie als Trio auf Tournee, gaben neunundneunzig Konzerte, nahmen das Album «Süden» auf. Nun waren sie bekannt, beliebt, begehrt. Und sie hoben im August 2013 zum grossen Finale an – in der Arena von Verona.

«Uns war klar, dass das Thema bei uns noch lange nicht durch ist», sagt Martin Kälberer. Die drei hatten Lust, «neue Lieder zu schreiben, nicht mehr nur alte zu spielen». Im September wurde intensiv komponiert, geprobt, aufgenommen. Martin Kälberer nennt «Süden II» eine «neue und sehr aktuelle Stellungnahme zu unserer Arbeit, unseren Ideen». Also ein Neustart aus dem Geiste der Gemeinsamkeit.

Manche der fünfzehn Lieder auf «Süden II» sind zweisprachig, italienische und bayrische Strophen wechseln sich ab; die Arrangements pendeln zwischen zart, popig, sinfonisch. Hinzu kommt «Gubaldoria», ein fröhliches Instrumental mit einer Einleitung auf dem Hang, dann spielt Pollina Klavier, eine jazzige Trompete singt zum Schluss.

Unterwegs in die «Seelen-Streichler-Luft»

Das erste Lied «Richtung Süden» setzt das Thema frei. Werner Schmidbauer singt: Und wieder neigt se a Johr zum End, wos für a wuide Zeit. Gwoant vor Schmerz und fast vor Liab verbrennt. Und jetzt is wieder moi so weit. Alle machen sich auf zum alten Haus am Meer, wie im Jahr davor, tauchen ein in die Seelen-Streichler-Luft. Strophe um Strophe wird der Klang reicher, gesellt sich Pippos Stimme dazu: nel vento un déjà-vu, im Wind das Wiedersehen. Im Refrain feiern sie das Leben und trinken darauf, dass sich Freundschaft lohnt, und gedenken auch des verlorenen Massimo.

Südamerikanisch swingend hebt «D’altro canto» an, melancholisch besingt «Fensterbank» das vergehende Jahr. Und in «Le città dei bianchi» erzählt Pollina von einem Bub, der wie so viele mit seinem Vater nordwärts zieht, auf ein besseres Leben hoffend. Die Lieder sind persönliche Bestandsaufnahmen, singen von Liebe, Abschied, Aufbruch, spiegeln drei Weltsichten: Miniaturen über das Wohlgefühl und die Sehnsucht nach einem Ort, an dem wir glücklich sein dürfen.

Schmidbauer Pollina Kälberer: «Süden II», Jazzhaus Records. Tourdaten auf suedenmusik.de

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