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Der Fremde vom Friedhof Kreuzberg

Lesbar Jugendbücher

Karin Koch: Am Freitag sehen wir uns wieder. Ab 12. Peter Hammer, 207 S., Fr. 24.–

Wer beim Stichwort Flüchtlinge nur an «Ströme» denkt, an grosse Zahlen, lernt in Karin Kochs Jugendroman «Am Freitag sehen wir uns wieder» Seite für Seite das Umdenken – ohne das schale Gefühl, belehrt oder zum «Gutmenschen» bekehrt zu werden. Die Autorin verbindet stilsicher gängige Sujets für die Altersgruppe ab 12: Freundschaft, labiler Familienfrieden, das Hin und Her widersprüchlicher Gefühle. Das Erzählen überlässt sie der 15-jährigen Juni, ihrer sympathischen Hauptfigur. Eher zufällig begegnet diese Sahal, einem minderjährigen Flüchtling aus Somalia. Mit ihm bekommt das Thema Flucht ein Gesicht, eine berührende Geschichte. Jedoch nie aufdringlich pädagogisch, sondern eingebettet in einen spannend erzählten Berlin-Sommerkrimi. Selbst auf der Flucht vor der Polizei, verstrickt in ein Netz aus Lügen, kann sich die behütet aufwachsende Juni nicht mehr hinter vager Betroffenheit verschanzen.

David Almond: Heaven. Ab 12.

Fischer, 224 S., Fr. 23.50

Irrfahrt ins Herz der Finsternis

Auf den ersten Blick erstaunt, wie viel Zeit vergangen ist, bis dieser Roman in deutscher Übersetzung erscheint, zählt doch David Almond zu den international bedeutendsten Kinderbuchautoren. Fast zwanzig Jahre lang hat sich offenbar kein Verlag mit «Heaven» die Finger verbrennen wollen: einer Mischung aus Fluchtgeschichte und Fantasy, Sozialdrama und Horrormärchen. Jetzt hat es Tilman Spreckelsen in der von ihm herausgegebenen Reihe «Die Bücher mit dem blauen Band» bei Fischer (die schon mal edler gestaltet war) gewagt. Doch die Lektüre hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Anfangs fasziniert der raunende Erzählton und zieht in eine geheimnisvolle Zwischenwelt. Die drei Waisenkinder Erin, Januar und Mouse stossen auf ihrer Flucht flussabwärts in den Sümpfen auf Heaven, halb Mädchen, halb Meerjungfrau, und den schrecklichen «Grampa». Was tun sie in dieser Ödnis, welches Rätsel bannt sie an diesen Ort? Viel zu lange bleibt es bei Andeutungen und Gruselkitsch, fehlt es an einer handfesten Geschichte, zumal das Buch vom Verlag ab 10 empfohlen wird. Auch versiertere Leser werden bei so viel Nebel Mühe mit der Orientierung haben und die Geduld verlieren.

Bettina Kugler

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