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Die St.Galler Band All Ship Shape fängt in ihrem neuen Album den Duft von Sommerregen auf dem Asphalt ein

Vier Jahre haben sich die fünf Bandmitglieder für die sieben Songs Zeit genommen. Das Resultat ist düster-psychedelisch.
Urs-Peter Zwingli
Die Bandmitglieder von All Ship Shape wohnen längst nicht mehr alle in St.Gallen (Bild· PD)

Die Bandmitglieder von All Ship Shape wohnen längst nicht mehr alle in St.Gallen (Bild· PD)

Die Musik ihres neues Albums «Petrichor» stellen All Ship Shape im St.Galler Palace vor, danach folgen Konzerte in Bern, Winterthur und Zürich. Diese Mini-Tour im Oktober spiegelt die Entwicklung, welche die Band in ihrer 16-jährigen Existenz durchlebt hat: Ihre Wurzeln liegen in St.Gallen, schon immer gehörten aber Ausflüge in andere (Gross-)Städte dazu: «Heute bewegen wir uns auf der Achse St.Gallen-Zürich-Basel», sagt Sänger Severin Walz.

Geprobt wird aus praktischen Gründen in Zürich: Die fünf Bandmitglieder leben auf der genannten Achse verstreut und im Zentrum davon liegt eben dieses «ultra-cleane, fast schon künstliche, täglich neu entstehende» Zürich, wie Walz sagt.

Songschreiben demokratisch

Städte, ihre Entwicklung und das menschliche Leben darin sind die Motive, die sich durch «Petrichor» ziehen. Der Titelbegriff beschreibt den Geruch, der entsteht, wenn im Sommer Regen auf Asphalt fällt. «Ein städtischer Geruch, der zum Thema des Albums passt», sagt Walz, der die deutschen und englischen Texte der Band schreibt.

Abgesehen davon ist der Prozess des Songschreibens demokratisch: Schlagzeuger Thiemo Legatis, die Gitarristen Michael Städler und Fabian Füllemann sowie Bassist Martin Klester erarbeiten die Musik gemeinsam. «Vielleicht ist dieser Arbeitsprozess ein Grund dafür, dass wir für die sieben Songs des Albums vier Jahre gebraucht haben», sagt Legatis. Andererseits hätten sie auch keinen Druck, etwas zu produzieren. «So haben wir uns die Zeit genommen und an jedem Song lange gearbeitet.»

«Petrichor» ist ein düster-­treibendes Album geworden. Das Eröffnungsstück «Some­times the stairs invert and rise in front of you like a concrete wall» gibt die Richtung vor: Ein Akkord und ein Riff ziehen sich durch den Song, dazu kommen ein treibendes Schlagzeug und eine hallende Stimme, die auf Deutsch und Englisch von Untergründen und Schweizer Bankkonten singt. Der Song baut eine wuchtige Klangwand auf, die irgendwo zwischen dem Indierock der Band-Anfänge und dem stark psychedelischen 2013er-Album «Drifter» steht.

Der Einfluss von Produzent Michael Gallusser, der bei Stahlberger an der Gitarre und den Synthesizern für ausufernde Klänge sorgt, ist gut hörbar. In Gallussers St.Galler Studio «Qui fait la Musique» wurde «Petrichor» auch aufgenommen. «Wir haben uns wieder eher an klassischen Songstrukturen orientiert», sagt Walz. Die langen, teils monotonen Stücke von «Drifter» seien live schwierig umzusetzen gewesen. Nun sind die Songs kompakter: «Dennoch ist es ein raues Album geworden», sagt Walz.

«Wir wollen mit unserer Musik Reibung erzeugen.»

Dass «Petrichor» im Palace getauft wird, ist stimmig: Bereits «Drifter» wurde hier mit der Band Zayk – die auch dieses Mal den Support übernimmt – dem Publikum vorgestellt. Zudem sind die Bandmitglieder mit dem Konzertlokal verbunden: Einige von ihnen haben im Palace gearbeitet:«Ausserdem haben wir hier viele Bands gesehen, die uns als Musiker beeinflusst haben», sagt Legatis. All Ship Shape sind aber nicht nur durch die Musik verbunden: «Wir sind eine Gruppe von fünf Menschen in einer engen Beziehung zueinander», sagt Walz. «An den Proben diskutieren wir viel, um herauszufinden, wer gerade wo steht und was das für die Band bedeutet.»

All Ship Shape 2018 beim Festival Sur le Lac in Eggersriet. (Bild: Ralph Ribi)

All Ship Shape 2018 beim Festival Sur le Lac in Eggersriet. (Bild: Ralph Ribi)

Energie, die raus muss

2011 lebten die fünf Bandmitglieder zusammen ein Jahr in Berlin in einer WG, um in einer neuen Umgebung an ihrer Musik zu arbeiten. «Die Idee hatten wir nach unserem Auftritt 2009 am St.Galler Open Air. Auf der grossen Bühne merkten wir, dass wir an unserem Sound arbeiten müssen», sagt Walz. «Das Jahr in Berlin hat uns ­zusätzlich zusammengeschweisst», sagt Legatis. Der enge Zusammenhalt sei ein wichtiger Grund dafür, dass sie als Band trotz unterschiedlicher Wohnorte, Arbeit und Lebensrealitäten nach wie vor zusammen Musik machen. «Ausserdem haben wir einfach sehr viel Spass daran», ergänzt Gitarrist Fabian Füllemann. Seit Frühling 2018 haben All Ship Shape nicht mehr live gespielt: «Wir haben darum richtig viel Energie in uns, die auf der Palacebühne raus muss», sagt Legatis.

Plattentaufe Fr, 18.10., Palace St.Gallen, ab 21.30 Uhr mit Vorband Zayk.

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