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Der Codex Sinaiticus

Kulturschatz Es war 1859, als Constantin von Tischendorf seinen grossen Fund machte. Nachdem er bereits zum dritten Mal eine Expedition von Leipzig aus ins Wüstenkloster im Sinai unternommen hatte, stiess er kurz vor seiner Abreise doch noch auf den Schatz, hinter dem er seit 16 Jahren her jagte: ein voluminöses Paket loser, per Hand in altgriechischer Unzialschrift versehener Pergamentseiten. Beschrieben wurde dieses Pergamentpaket in der Mitte des 4. Jahrhunderts und stellt damit bis heute die ­älteste bekannte Fassung des Neuen Testaments dar.

Als Tischendorf 1859 im Sinai-Kloster nach dem Manuskript fahndete, kam er im Auftrag des russischen Zaren Alexander II. Rund 43 Seiten des Codex, die Tischendorf schon bei seiner ersten Reise zum Sinai entdeckt hatte, brachte er damals zu seiner Universität nach Leipzig, wo sie bis heute im Tresor lagern. Der Hauptteil blieb in Russland.

Für 100 000 Pfund nach England verkauft

Ab 1928 begannen die Sowjets die Kunstschätze des Zaren zu verkaufen, weil sie Geld für die Industrialisierung brauchten. Ein britischer Kunsthändler initiierte eine öffentliche Sammlung, die letztlich die 100 000 Pfund zusammenbrachte. 1933 wurde der Codex feierlich der britischen Öffentlichkeit präsentiert. Weil ein paar Anhänge in St. Petersburg verblieben und die Mönche im Sinai einen Packen des Codex in einer verschlossenen Kammer entdeckten, ist er nun über vier Standorte verteilt: die British Library, das Sinai-Kloster, St. Petersburg und Leipzig. Ab 2005 startete die British Library ein Grossprojekt, um den Codex zu digitalisieren. Seit 2009 kann man im Internet auf codex-sinaiticus.net den kompletten Codex lesen. (jg)

Hinweis

Siehe auch: Jürgen Gottschlich, «Der Bibeljäger», Christoph-Links-Verlag, 2010.

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