Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Spike Lee macht wieder Lärm

Lange hat man nichts von ihm gehört. Mit seinem Wettbewerbsbeitrag ­«BlacKkKlansman» kehrt Spike Lee zu seiner früheren Dringlichkeit zurück.
Regina Grüter
Hass oder Liebe? Vom Publikum gab es vor allem Letzteres: Regisseur Spike Lee bei den Filmfestspielen in Cannes. (Ian Langsdon/EPA, 14. Mai 2018)

Hass oder Liebe? Vom Publikum gab es vor allem Letzteres: Regisseur Spike Lee bei den Filmfestspielen in Cannes. (Ian Langsdon/EPA, 14. Mai 2018)

Fast 30 Jahre ist es her, seit Mookie alias Spike Lee im Dodgers-Leibchen und Nikes als Pizzabote durch Bedford-Stuyvesant schlurfte. «Do The Right Thing» war 1989 in Cannes für die Goldene Palme nominiert. Der Film zeigt in 24 Stunden exemplarisch den Ausbruch rassistisch motivierter Gewalt im multikulturellen Viertel von Brooklyn. Das Opfer ist Radio Raheem, aus dessen Ghettoblaster unentwegt «Fight the Power» von Public Enemy strömt – die Hip-Hop-Formation hatte den Song eigens für den Film geschrieben. Radio Raheem trägt zwei Ringe über je vier Finger an seinen Händen: Der eine formt das Wort «Hate», der andere «Love». Am Dienstag nun lief Spike Lees neuster Film «BlacKkKlansman» im Wettbewerb von Cannes. Während des sechsminütigen Applauses hielt der 61-Jährige seine beschlagringten Hände mit den Aufschriften «Love» und «Hate» hoch.

Nun also endlich wieder ein «Spike Lee Joint» – so nennt der New Yorker Regisseur seine Filme. Seit dem Heist-Movie «Inside Man» aus dem Jahr 2006 ist es still geworden um den Wegbereiter des New Black Cinema in den hiesigen Kinos, der mit «She’s Gotta Have It» 1986 in Cannes den Prix de la Jeunesse gewonnen hatte. Er erzählte Geschichten aus einer afroamerikanischen Perspektive und brachte die Hip-Hop-Kultur ins Kino, thematisierte die schwarze Frau, die Erfahrungen schwarzer College-Studenten («School Daze», 1988) oder den Million Man March in Washington («Get On The Bus», 1996). «Jungle Fever» (1991) und «Malcolm X» (1992) wurden vom schwarzen und weissen Publikum begeistert aufgenommen und machten Wesley Snipes und Denzel Washington zu Hollywood­stars.

«BlacKkKlansman» sei nun wohl Lees wichtigster und dringlichster Film seither, schreibt ein Kritiker nach der Vorführung in Cannes. Spike Lee musste wohl erst wieder so richtig wütend werden, um einen gesellschaftlich relevanten Film zu drehen. Aus der verrückten, aber wahren Geschichte des schwarzen Undercover-Polizisten Ron Stallworth (gespielt von Denzel Washingtons Sohn John David Washington), der in den 1970er-Jahren den Ku-Klux-Klan in Colorado infiltrierte, macht Lee eine schwarze Komödie mit Bezug zum Heute, «mitreissend, witzig, lehrreich und schliesslich auch wütend und aufwühlend» (Michael Sennhauser).

Die Goldene Palme hat Spike Lee mit «Do The Right Thing» nicht gewonnen. Nach den Standing Ovations darf er sich für «BlacKkKlansman» ernsthafte Chancen ausrechnen – die Kritiker sind sich einig, das ist der beste «Spike Lee Joint» seit Jahren. Was wollt ihr, Liebe oder Hass? Diese Frage streckt der Regisseur buchstäblich ins Publikum. Nachdem Radio Raheem dem Würgegriff des weissen Polizisten erlegen ist, sieht man seine Hand im Vordergrund: Es ist die mit dem «Love»-Ring.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.