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Der arabische Superheld

Der neue Green Lantern ist Amerikaner mit arabischen Wurzeln. Ein Held, der Superhelden-Comics neue Diversität verleiht.
Dominik Bärlocher
Der Superheld Simon Baz erhält seinen Ring nach einem Fluchtversuch aus der Folterhaft. (Bild: pd)

Der Superheld Simon Baz erhält seinen Ring nach einem Fluchtversuch aus der Folterhaft. (Bild: pd)

Simon Baz ist Amerikaner mit arabischen Wurzeln. Damit gehört er zu einer Minderheit in den USA, die nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 einen schwierigen Stand hat. Doch Simon Baz ist auch ein Superheld. In der jüngsten Ausgabe des DC-Comics Green Lantern wird er vom Green-Lantern-Power-Ring auserkoren, das neueste Mitglied im Green-Lantern-Corps zu sein. Der Ring verleiht ihm sagenhafte Fähigkeiten: Er kann fliegen, einen undurchdringlichen Schutzschild aus grünem Licht um sich herum aufbauen und dieses grüne Licht auch dazu verwenden, sogenannte Hartlicht-Konstrukte zu erschaffen. Obwohl im Green- Lantern-Corps sogar das ausserirdische Eichhörnchen Ch'P aufgenommen worden ist, reichte es bisher nicht für einen Arabisch-Amerikaner. Denn Menschen mit arabischen Wurzeln haben es in US-Comics selten zum Helden gebracht: Sie sind im besten Fall Randfiguren oder, was viel öfter vorkommt, Schurken.

Dieb, Terrorverdächtiger, Held

Autor Geoff Johns und Zeichner Doug Mahnke bedienen jedes Klischee. Natürlich ist Simon Baz Moslem und trotzdem so schockiert wie alle Amerikaner, als er die Bilder vom 11. September sieht. Er wird an Flughäfen schärfer kontrolliert. Und er ist ein Kleinkrimineller mit einem Herz aus Gold. Er klaut einen Lieferwagen, um Geld für seine Schwester und deren Sohn zu besorgen. Aber im Lieferwagen ist eine Bombe, die dann prompt eine stillgelegte Fabrik in die Luft jagt. Simon Baz wird verhaftet, für einen Terroristen gehalten. Kurz bevor er vom US-amerikanischen Geheimdienst gefoltert wird, wird er vom Green-Lantern-Ring gefunden.

Doug Mahnkes Zeichnungen verleihen Simon Baz einen ganz eigenen Look. Geoff Johns schreibt dazu eine Geschichte, die zwar keine grossen Wellen wirft – denn das bleibt der Idee eines arabisch-amerikanischen Superhelden vorbehalten –, sich aber leicht lesen lässt. Und er schafft es, dem einzigen Rekrutierungskriterium des Green-Lantern-Corps einen neuen Aspekt hinzuzufügen. Laut dem Corps müssen die Träger der Ringe die Fähigkeit haben, «grosse Angst zu überwinden». Nirgends steht aber, dass sie zu den Guten gehören müssen.

«Ein neuer, cooler Held»

So kitschig und einfallslos die Geschichte auch daherkommen mag, Kritiker sind von Simon Baz begeistert. «Es scheint einfach zu sein, einen neuen Helden zu schaffen. Aber es ist sehr schwierig, einen richtig coolen Helden zu erfinden. Und Simon Baz ist genau das», schreibt Tony Guerrero, Chefredaktor des Comic-Portals Comicvine. Im Gegensatz zu ihm stehen die Fans dem neuen Helden mit dem merkwürdigen Namen skeptisch gegenüber. Simon ist ein hebräischer Vorname und Baz bedeutet auf Arabisch wie auch auf Hebräisch «Falke». Leser beklagen sich, dass Simon Baz ein Verbrecher ist und somit ein rassistisch verzerrtes Bild der arabisch-amerikanischen Bevölkerung gezeichnet wird. Auch bemängeln sie, dass er keine Frau ist, denn dann wäre die Diversität noch grösser. Aber gemeinsam haben die meisten eines: Sie werden weiterlesen.

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