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Demokratie, postwendend

Randnotiz

Pflichtbewusst hatte ich meine Stimmunterlagen bereits am Montagabend im Briefkasten versenkt. Damit die Sache endlich vom Tisch ist, dachte ich. Nun haben Entscheide in einer Demokratie imbesten Fall unmittelbare Auswirkungen auf denjenigen, der sie trifft. In meinem Fall nahm diese Unmittelbarkeit jedoch ziemlich groteske Züge an.

Als ich am Dienstagabend nach Hause kam, lagen meine Abstimmungsunterlagen wieder auf meiner Kommode. Träumte ich? Was war passiert? Offensichtlich hatte ich den Stimmausweis falsch herum in den Briefumschlag gelegt und ihn nicht an die Behörden, sondern an mich selbst adressiert. Lange habe ich gegrübelt, ob ich diesem Ereignis eine metaphysische Bedeutung beimessen sollte. Galt es meine offensichtlich in Abwesenheit von Geistesgegenwärtigkeit getroffene Entscheidung nochmals zu überdenken? War diese postwendende Wahl ein Affront gegen die direkte Demokratie? Ich war verunsichert.

Mein Partner nicht. Der hat sich über meine selbstbezogene Fehlleitung sogar gefreut. Seinen Stimmzettel hat er gleich auch noch in meinen Umschlag gelegt und mit der von mir aufgeklebten und immer noch gültigen A-Post-Briefmarke zurückgeschickt. Hoffen wir, dass meine Stimmzettel, diese Aushängeschilder unserer direkten Demokratie, dieses Mal den direkten Postweg nehmen.

Julia Stephan

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