Demokratie braucht Dokfilme

David Bernet, Dokumentarfilmer Berlin
Drucken
Teilen

Seit einigen Jahren lebe und arbeite ich in Berlin. Die No-Billag-Initiative ist auch hier ein grosses Thema. Wird sie angenommen, wäre das eine Zeitenwende. Alle Filmschaffenden würden abwandern, die gesamte Schweizer Filmbranche müsste sich an den europäischen Nachbarn orientieren. Niemand würde mehr Schweizer Dokumentarfilme produzieren.

Und nein, das werden nicht private TV-Stationen übernehmen. In Deutschland gibt es viele starke Privatsender: Sie produzieren Unterhaltung, aber nicht das, was eine Demokratie braucht. Dokfilme, kritische Analysen, die Kinofilmwelt, daran haben Private nicht teil!

Demokratie heisst für mich Dialog, es geht darum, die Lebenswelten von anderen zu verstehen. Das ist ein dauernder Prozess. Dokumentarfilme sind dafür das beste Transportmittel, sie liefern die Basis für einen offenen Diskurs, den eine Demokratie braucht. Sie erschliessen neue Horizonte mit Themen, die man nicht in einer sexy Reportage abhandeln kann. Im Privatfernsehen existieren aber weder der künstlerische Dokfilm noch der künstlerische Kinofilm. Das politische System sollte dafür sorgen, dass alle daran teilhaben können. Notiert: miz

David Bernet, Dokumentarfilmer Berlin

Aktuelle Nachrichten