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Premiere bei den Festival Strings: Dem Lob vom Altmeister folgt jetzt der Tatbeweis

Von den Dirigier-Meisterkursen des Lucerne Festival profitieren nicht nur junge Dirigenten, sondern auch die Festival Strings Lucerne: Jetzt leitet Altmeister Bernard Haitink das Luzerner Orchester erstmals in einem Konzert – ein Meilenstein.
Urs Mattenberger
Bernard Haitink mit einem Jungdirigenten im Meisterkurs am Osterfestival dieses Jahres. (Bild: Peter Fischli / Lucerne Festival)

Bernard Haitink mit einem Jungdirigenten im Meisterkurs am Osterfestival dieses Jahres. (Bild: Peter Fischli / Lucerne Festival)

Ein derartiges Lob von höchster Stelle dürften die Festival Strings Lucerne kaum je erhalten haben. Zumal der Dirigent Bernard ­Haitink die «Flexibilität» des Ensembles nicht nur mit Worten lobt, sondern auch den Tatbeweis für diese Wertschätzung erbringt. Erstmals nämlich dirigiert der Altmeister unter den ganz grossen Dirigenten das Luzerner Kammerorchester in einem öffentlichen Konzert – und das in sinfonischer Besetzung in Werken von Haydn und Brahms.

Lucerne Festival legte die Grundlage

Möglich macht es die langjährige Zusammenarbeit beider im Rahmen der Dirigier-Meisterkurse, die Bernard Haitink am Lucerne Festival seit vielen Jahren gibt. «Da entdeckte ich, wie flexibel dieses Orchester in allen Repertoire-Bereichen ist», sagt der ­Dirigent selber dazu: «Selbst in grösseren sinfonischen Werken spürt man bei den Strings die Beweglichkeit eines Kammerensembles, das gewohnt ist, ohne Dirigent zu arbeiten. Sie hören einander zu und reagieren rasch.»

Das erwiesen sich als ideale Voraussetzungen für die Dirigierkurse. Auch wenn Haitink wiederholt unterbrach, erbrachten die Strings-Musiker für jeden Jung­dirigenten «die gleiche Leistungsbereitschaft».

Aus diesem Grund wählte Haitink für sein Galakonzert mit den Strings neben einer Sinfonie von Haydn einen Romantiker: «Ich mache gerne Werke wie die vierte Sinfonie von Brahms mit einem leicht kleineren Orchester, wie es Brahms selber getan hat. Der Klang ist leichter und transparenter und lässt das Stück wieder frisch und wie neu klingen.»

Nachhaltiges «Ausnahmeereignis»

Vorgeführt hat Haitink das in viel beachteten Zyklen im Rahmen des Lucerne Festival mit dem Chamber Orchestra of Europe. Das Konzert der Strings befindet sich damit in bester Gesellschaft und ist auch eine Art Vorkonzert für Haitinks Auftritt am Sommerfestival, wo er diesen Ansatz auf Mendelssohns Violinkonzert und Beethovens Klavierkonzert Nr. 1 anwendet.

Die Festival Strings treten zwar seit ein paar Jahren unter Konzertmeister Daniel Dodds ohne Dirigent auf. Trotzdem oder gerade deshalb ist der Auftritt unter Haitink ein Meilenstein und ein «Ausnahmeereignis», wie Geschäftsführer Hans-Christoph Mauruschat bestätigt. Ob man künftig in Einzelfällen nicht nur mit bekannten Solisten, sondern auch mit Dirigenten zusammenarbeiten wird, lässt Mauruschat offen. Die Nachhaltigkeit der Zusammenarbeit mit Haitink liegt woanders.

Auch grösser besetzt kein Telefon-Orchester

«Für die Meisterkurse haben wir das Orchester jeweils auf eine sinfonische Besetzung erweitert», sagt Mauruschat: «Dadurch konnten wir Erfahrungen im sinfo­nischen Repertoire sammeln. Ein Journalist aus England war etwa überrascht über die Qualität des Orchesters in einem Werk von Debussy.»

Noch wichtiger sind die Kontakte zu Musikern, die sich dadurch gebildet haben. Sie kommen aus bedeutenden Formationen wie der Staatskapelle Dresden, dem Bayerischen Staatsorchester oder der German Brass. «Daraus sind Musikerfreundschaften entstanden, auf die wir für eigene Konzerte zurückgreifen können. So muss man grössere Beset­zungen nicht wild zusammentelefonieren.»

Wie die Strings in sinfonischer Besetzung mit und ohne Dirigent klingen, zeigt nach dem Auftritt mit Haitink das Schlusskonzert der Saison. Da spielt das Orchester von Beethoven das fünfte Klavierkonzert mit Rudolf Buchbinder als Solisten und die zweite Sin­fonie – ohne Dirigent.

Konzerte der Festival Strings:

Mi, 23. Mai, 19.30 Uhr (mit Bernard Haitink, Haydn und Brahms).

So, 17. Juni, 18.30 Uhr (mit Rudolf Buchbinder), Konzertsaal KKL.

VV: Tel. 041 226 77 77

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