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DÉBUT: Tendenz zu mittleren Sinnkrisen

Der St.Galler Elektronik-Musiker Basil Kehl veröffentlicht als Wassily sein erstes Album. «Liebesding» ist verträumt und melodiös. Ein Album für kalte Wintertage.
Philipp Bürkler
Basil Kehl alias Wassily spielt gerne vor kleinem Publikum in intimer Atmosphäre. (Bild: Benjamin Manser)

Basil Kehl alias Wassily spielt gerne vor kleinem Publikum in intimer Atmosphäre. (Bild: Benjamin Manser)

Philipp Bürkler

Basil Kehl redet langsam und überlegt, bevor er etwas sagt. Einerseits ist seine Überlegtheit seiner ruhigen, angenehmen Wesensart geschuldet, andererseits geht es um sein Débutalbum «Liebesding». Es ist Kehls erstes Soloprojekt, das er kommenden Freitag unter dem Namen Wassily herausgibt. Kehl hat die vergangenen Monate nicht nur seine ganze Energie in das Projekt gesteckt, sondern auch viel Zeit in die Produktion investiert. «Zuerst habe ich am Computer stundenlang herumprobiert und Tracks weggelassen, bis ich mich für die 14 Tracks entschieden habe, die nun auf dem Album drauf sind.» «Liebesding» ist ein sehr verträumtes Album ohne billige Effekthascherei und monotone Beats. Kehl selbst mag Genre-Einordnungen und stilistische Schubladen nicht, dennoch würde er seinen Sound am ehesten als Electronic Dream­pop bezeichnen.

Alles mit sich selber ausmachen

Der 24-Jährige, der nebenbei zur einen Hälfte des St.Galler Electro-Pop-Duos Dachs zählt, verantwortet mit seinem Erstlingswerk alles alleine: von der Idee über die Produktion bis zum Konzert. Das sei eine neue Erfahrung. «Man entscheidet musikalisch alles alleine und diskutiert höchstens mit sich selbst.» Gleichzeitig könne man aber auch nicht dem Schlagzeuger die Schuld geben, wenn etwas nicht gut ankomme. «Ich tendiere dazu, in eine mittlere Sinnkrise zu verfallen», sagt der gebürtige St.Galler über den Entstehungsprozess. Er überlege sich dann, ob musikalisch etwas funktioniere oder nicht. In einem Team sei das sicher einfacher.

«Liebesding» beinhaltet viele Synthesizer-Melodien und zerhackte, verstückelte Stimmen und Samples, die Wassilys Sound unverkennbar machen und ihm eine Eigenständigkeit verleihen. «Ich bin ein grosser Melodien-Fan.»

Der Einzige mit diesem Sound in St.Gallen

Auf «Liebesding» spielt Kehl alle Instrumente selber, vom Synthesizer über die elektrische Gitarre bis zum Drum-Computer, mit dem er die Beats kreiert. «Ich bin nicht gut auf einem einzigen Instrument, aber gut darin, den Überblick zu behalten», erklärt er sein breites Repertoire. In seiner Heimatstadt St.Gallen sei in den vergangenen Jahren musikalisch viel passiert, auch wenn es keine differenzierten Musikszenen gebe. «In meinem Genre bin ich in St.Gallen sogar alleine.» Im internationalen und auch nationalen Kontext ist St.Gallen eine eher unbedeutende Stadt, wenn es um neue Musik geht, dennoch ist Kehl mit der Ostschweizer Metropole verbunden: «Meine Freunde und meine Freundin halten mich hier.» Er könne sich aber gut vorstellen, später in eine grössere Stadt, auch im Ausland, zu ziehen. Das wichtigere Ziel sei es jedoch, zu reifen und Erfahrungen zu sammeln. «Ich hoffe, in einigen Jahren mit mehr Leichtigkeit an die Musik heranzugehen. Am Anfang ist man da zu verkrampft, alles muss perfekt sein.»

Vorerst gehe es darum, auf möglichst vielen Bühnen aufzutreten. Kehl mag nicht nur den Blickkontakt zum Publikum, sondern auch kleinere und intime Konzertlokale. «Ich spiele sehr gerne vor kleinem Publikum, da ist man weniger anonym.»

Plattentaufe

Samstag, 28.10., Palace St.Gallen, 22 Uhr, palace.sg

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