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DAVOS FESTIVAL: Ein grosser Auftritt für das Spielerische

Mit eigenwilligen Ideen und besonderen Konzertformaten sticht vom 5. bis 19. August Davos heraus. In reizvoller Kulisse zeigen junge Musikerinnen und Musiker hier ihr Können. Auch «Bonsaikonzerte» wird es geben.
Ein Festivalbrunch mit Bläsermusik von Franz Danzi und Liedern von Schubert gehört auch zum Davos Festival. (Bild: Yannick Andrea/PD)

Ein Festivalbrunch mit Bläsermusik von Franz Danzi und Liedern von Schubert gehört auch zum Davos Festival. (Bild: Yannick Andrea/PD)

Wo jeden Winter gross angerichtet wird, wenn unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen die Mächtigen der Welt sich beim World Economic Forum (WEF) treffen, entsteht diesen Sommer der kleinste Konzertsaal der Welt. Nicht Stararchitekten ­haben ihn ersonnen, sondern Schreinermeister Künzli. Dort finden «Bonsaikonzerte» statt, wie der Pressetext das Format beschreibt: ein Interpret steht (oder sitzt) einem Zuhörer gegenüber. Nach dem Motto: «Klotzen kann jeder – und Superlative sind noch lange keine Kunst».

Das Kleine, Feine zeichnet das Davos Festival seit je aus. Gegründet worden ist es 1986 auf Initiative von Michael Haefliger, der heute den Festival-Supertanker namens Lucerne Festival leitet. Es sollte (und soll) eine Plattform für begabte junge Musikerinnen und Musiker sein. Vor einer einzigartigen Naturkulisse kommen an wechselnden Schauplätzen Werke der klassischen und zeitgenössischen Musik zur Aufführung. Gepflegt wird vor ­allem das Kammermusikalische. Zum festen Bestand des Davos Festival gehören beispielsweise die Wanderkonzerte.

Der Composer in Residence spannt einen weiten Bogen

Das Spielerische steht im Zentrum des diesjährigen, vom Klarinettisten Reto Bieri geleiteten und vom 5. bis 19. August dauernden Festivals. Der bereits erwähnte kleinste Konzertsaal der Welt heisst deshalb auch «Spielbox». Mehr als fünfzig Schweizer und internationale Komponisten und Musiker sind gebeten worden, für sie Miniaturstücke zu schreiben. An die achtzig Künstler werden sich an den Konzerten beteiligen, auch ein Composer in Residence wird seine Werke präsentieren. Es ist der finnische Dirigent, Komponist und Pianist Olli Mustonen. Seine Musik spannt einen weiten Bogen über die klassische westliche Musik vom Barock zum Minimalismus. Mustonen liebt kontrapunktisch verwobene Kompositionen, die sich an die Tradition anlehnen. Wofür Werktitel wie Gavotte, Toccata oder Petite Suite sprechen. Unter den jungen Musikern seien drei erwähnt: die Cellistin Chiara Enderle, der Pianist Gilles Grimaître und die Bratscherin Jennifer Stumm.

Fangesänge gegen Kammerchor

Spiel, Spass und Sport sind Geschwister. Deshalb bestreitet die Fernsehlegende Bernard Thurnheer als Redner den Eröffnungsabend vom 5. August. Vier Tage später treten in Moritz Eggerts «Heimspiel» Fans des Hockey- Clubs Davos gegen den Davos- Festival-Kammerchor an, Schiedsrichter ist der Dirigent.

Vom Sportlichen ins Nostalgische wendet sich das Festival am 10. August, wenn im Jugendstilhotel Schatzalp das «Variété Schatzalp» mit Tanz und Spiel, Dada, Comedy, Akrobatik und Clownerie angesagt ist. Und weil es genau hundert Jahre her ist, da der Maler Ernst Ludwig Kirchner sich in Davos niedergelassen hat, findet in einem von ihm geschaffenen Bühnenbild im Kirchner- Museum der musikalische Theaterabend «Die Tochter vom Arvenhof oder Wie auch wir vergeben» statt. Zur Festival-Halbzeit hat auch die Wissenschaft ihren Auftritt: «Rettet das Spiel!» lautet der Titel jenes Vortrags, den am 13. August der Hirnforscher Gerald Hüther halten wird.

Rolf App

rolf.app

@tagblatt.ch

davosfestival.ch

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