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Kolumne

Fernsehtipp: Das wilde Herz einer Punkband

Im Zentrum des Dokumentarfilm «Wildes Herz» steht der Sänger Jan «Monchi» Gorkow und der Kampf gegen Rechtsextremismus im äussersten Nordosten Deutschlands.
Susanne Holz

2018 lief er in den Kinos, 2017 wurde er beim Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm vierfach ausgezeichnet: Nun ist er erstmals am TV zu sehen – der Dokumentarfilm «Wildes Herz» von Charly Hübner und Sebastian Schultz über die Punkband Feine Sahne Fischfilet. Im Zentrum stehen Sänger Jan «Monchi» Gorkow sowie die rechten Umtriebe im deutschen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern, gegen welche die Band ansingt.

Ehemaliger Fussballhooligan

Jan «Monchi» Gorkow, 32 Jahre alt, 120 Kilo schwer, tätowiert an Armen und Beinen, wuchs in Jarmen, Mecklenburg-Vorpommern, auf. In seiner Jugend Fussballhooligan für Hansa Rostock, setzt sich Gorkow mittlerweile gegen Rechtsextremismus ein. Schauspieler Charly Hübner – ebenfalls aus Mecklenburg-Vorpommern – begleitete «Monchi» drei Jahre lang mit der Kamera für sein Langfilmdébut. Er redete mit der Band, mit Freunden, mit Gorkows sanftmütigen Eltern und ehemaligen Lehrern und sichtete Videomaterial aus der Vergangenheit. So entstand «Wildes Herz», ein Film über einen engagierten Antifaschisten aus dem äussersten Nordosten Deutschlands. Und über den Konflikt zwischen Verfassungsschutz und Mensch Jan Gorkow.

Zu Wort kommt auch der Pfarrer der Jungen Gemeinde Jena, der Feine Sahne Fischfilet mit den Rockrebellen der frühen Achtziger vergleicht: «Eine christliche Urband, wie früher Ton Steine Scherben.» Man erfährt, dass der kleine Jan in der Schule leidenschaftlich Sportnachrichten auswertete und dass die Eltern zum wilden Teenie sagten: «Was du machst, ist scheisse, aber wir lieben dich.» Ein Mitbewohner nennt ihn «Riesenbaby», die Ex «Engel und Teufel». Beim Konzert auf dem Nürburgring trägt ihn die Menge – auch im Wortsinn. Im Interview mit dem «Tagesanzeiger» sagte Jan Gorkow letztes Jahr: «Der Film ist auch ein Mittelfinger. Wer hätte an uns geglaubt? Wir schon mal gar nicht.»

«Wildes Herz» – Doku von Charly Hübner und Sebastian Schultz. Heute, Sonntag, ARD, 23.35 Uhr.

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