Kultur
Das Unvereinbare wird vereinbar

Andreas Tschopp überführt mit seiner Band «Bubaran» indonesische Gamelan-Musik in die Welt des Jazz.

Stefan Künzli
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Der 41-jährige Zürcher Posaunist Andreas Tschopp.

Der 41-jährige Zürcher Posaunist Andreas Tschopp.

Pressedienst

Für westliche Ohren klingt die indonesische Gamelan-Musik äusserst herausfordernd. Kaum etwas anderes klingt so fremd, geheimnisvoll und gleichzeitig so faszinierend wie die Musik, die vor Jahrhunderten an den Fürstenhöfen auf den Inseln Java und Bali entstand. Der Schweizer Jazz-Posaunist Andreas Tschopp fühlte sich von diesen schwingenden, schimmernden Klängen der bronzenen Metallophone und Gongs magisch angezogen. Resultat dieser Inspiration heisst «Bubaran», eine Band mit Schweizer Top-Jazzern, die sich seit vier Jahren dieser indonesischen Musiktradition annähern.

In die Welt von Gamelan ist Tschopp zunächst aber nur via Fernstudium eingetaucht. In Indonesien selbst war er zuvor noch nie. Das hat der Zürcher Posaunist inzwischen nachgeholt. In einem abenteuerlichen, einmonatigen Trip auf Java und Bali liess sich der 41-Jährige im letzten Jahr von einem Gamelan-Meister in die Geheimnisse der Musik einweihen. «Wenn ich heute meine ersten Gehversuche anhöre, merke ich, dass einiges davon gar nichts mit Gamelan zu tun hatte», sagt er.

Aber Tschopp betont, dass er auch gar keine Gamelan-Musik spielen will. «Es geht mir nicht um Echtheit oder Authentizität», sagt er. In seinem Trip auf den Spuren von Gamelan suchte Tschopp vielmehr Inspiration. «In Indonesien habe ich neue Idee für meine Kompositionen gesammelt», sagt er. Sie sind nun in das zweite Werk von Bubaran eingeflossen.

«Bubaran» versteht sich als Jazzband mit den Jazzmusikern Andreas Tschopp und Bernhard Bamert (Posaune), Matthias Spillmann (Trompete), Ronny Graupe (Gitarre) und Lionel Friedli (Schlagzeug), die Elemente von Gamelan in die Sprache des Jazz überführen. Und wie es sich für eine Jazzband gehört, ist der Umgang mit diesem Material ziemlich frei. Die Band spielt virtuos mit typischen Gamelan-Skalen, exotischen Intervallen und Stimmungen, jongliert gekonnt mit mikrotonalen Effekten. «Tumbuk», so der Name des neuen Albums, bedeutet soviel wie das Vermischen von Dingen, die eigentlich unvereinbar sind. Tschopps Jazzband «Bubaran» klingt aber immer eingespielter und selbstverständlicher. Das Unvereinbare wird vereinbar.

Andreas Tschopp Bubaran: Tumbuk (Yellowbird/edel). Live: 9.10. Be-Jazz Bern; 11.10. Moods Zürich.