Das Unbehagen der Gesellschaft in Buchform

Zwei Autoren, der Amerikaner Dave Eggers und der Deutsche Tom Hillenbrand, bringen fast gleichzeitig ein Buch auf den Markt, in dem sie eine Welt in sehr naher Zukunft zeigen, in der die Menschen lückenlos überwacht werden (siehe nebenstehende Texte).

Valeria Heintges
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Yellow line notepad with pen on top isolated on a white background. (Bild: Valeria Heintges)

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Zwei Autoren, der Amerikaner Dave Eggers und der Deutsche Tom Hillenbrand, bringen fast gleichzeitig ein Buch auf den Markt, in dem sie eine Welt in sehr naher Zukunft zeigen, in der die Menschen lückenlos überwacht werden (siehe nebenstehende Texte).

In Dave Eggers «Der Circle» ist es die titelgebende Firma, die die Überwachung steuert; in Tom Hillenbrands «Drohnenland» der Staat in Zusammenarbeit mit der Firma Tallan. Beide Autoren greifen existierende Techniken auf, führen sie konsequent weiter.

Eggers und Hillenbrand stehen damit in einer langen Tradition. 1948 beschreibt George Orwell in seinem Buch «1984» einen diktatorischen Überwachungsstaat. 1999 zeigt der Film «The Matrix» der Wachowski Brothers ein Szenario, in der sich unsere Welt nur als Computersimulation entpuppt; die eigentliche Welt längst untergegangen ist und von intelligenten Maschinen beherrscht wird. Auch in «Drohnenland» können sich Menschen in Cyberwelten bewegen – die Technik kann hilfreich sein, aber auch mit krimineller Energie beherrscht werden.

Alle diese Werke spielen nicht mit Verschwörungstheorien, sollten auch nicht als Hirngespinste abgetan werden. Vielmehr nehmen sie eine ureigenste Aufgabe von Kunst wahr: Sie thematisieren aktuelle Ängste der Menschen vor der Technik, indem sie deren mögliche Entwicklung in der Zukunft darstellen. Wem die Visionen nicht gefallen, sollte nicht die Kunst beschimpfen. Sondern ihnen die Grundlagen in der Gegenwart entziehen.

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