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Das Trauma und die Liebe

Morgen Freitag erlebt in der Lokremise das vielfach preisgekrönte Stück «Beast on the Moon» seine Schweizer Erstaufführung.
Fürst und Schäfer an der Probe. (Bild: Ralph Ribi)

Fürst und Schäfer an der Probe. (Bild: Ralph Ribi)

Morgen Freitag erlebt in der Lokremise das vielfach preisgekrönte Stück «Beast on the Moon» seine Schweizer Erstaufführung. Das Schauspiel «Beast on the Moon» des US-Autors Richard Kalinoski erlebte mit über vierzig Auszeichnungen und Aufführungen in zahlreichen Ländern bereits eine erfolgreiche Bühnenkarriere. Der Regisseur Artak Grigorjan, Professor am Max Reinhard Seminar Wien, war seit einiger Zeit an einer Aufführung des Stücks interessiert. Weil der Stoff sich aber nicht für die grosse Bühne am Theater St. Gallen eignet und das Studio zu klein dafür war, hatte er sich mit der Inszenierung geduldet, bis die Lokremise zur Verfügung stand.

Historie und zeitloses Thema

«Beast on the Moon» stellt mit Seta und Aram (Tinka Fürst und Marcus Schäfer) ein junges Migrantenpaar aus Armenien ins Zentrum. Im Exil, in den USA der 1920er-Jahre, versuchen die beiden, sich eine Existenz aufzubauen. Sie haben den armenischen Genozid zwar überlebt, ihre Eltern aber verloren. Ihr Leben ist davon überschattet. Das Stück verbindet die historische Katastrophe – den Völkermord an den Armeniern –, mit einem zeitlosen, humanistischen Thema: wie man mit solchen Traumata lebt. «Jede Katastrophe hinterlässt Opfer. Und die Waisenkinder erhalten nach solchen Katastrophen oft wenig Aufmerksamkeit», sagt Grigorjan. Der Genozid ist zwar ein wichtiges Element des Stücks, doch nicht die historische Rückschau, sondern wie unterschiedlich das Paar dieses Trauma verarbeitet, steht im Zentrum.

Vertiefende Begleitausstellung

Es sei ein Stück darüber, wie die Romantik in einer Ehe erst sehr spät aufkomme, hat Richard Kalinoski einmal gesagt. Das englische Originalzitat lässt sich nur unpräzis übersetzen, Artak Grigorjan umschreibt es darum auf andere Weise: «Nach zwölf Jahren der Unmöglichkeit des Zusammenlebens wird aufgezeigt, wie die Gemeinsamkeit und eine Liebe erst möglich wird, wenn man sich einander wirklich öffnet.» Auch wer kaum etwas über die Geschichte Armeniens und den Völkermord wisse, werde das Stück verstehen, versichert der Regisseur mit armenischen Wurzeln: «Es gibt einen Erzähler, der die historischen Hintergründe mitliefert.» Zudem gehört es zum Konzept von Grigorjan, dass das Publikum in einer kleinen Begleitausstellung mehr über das Thema erfahren kann. Darin wird auch an den Appenzeller Missionar Jakob Künzler (1871–1949) erinnert. Künzler war Augenzeuge des Völkermordes an den Armeniern und schrieb darüber im Buch «Im Lande des Blutes und der Tränen». Künzler hat vielen armenischen Waisen das Leben gerettet. (as)

Premiere Fr 9.9., Lokremise, 20 Uhr

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