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Das Trauma einer Überlebenden

Am Fernsehen
Martin Weber
Die Rolling Stones sind wieder auf Tournee. (Bild: Carsten Rehder/Keystone (Stadtpark Hamburg 9.9.2017))

Die Rolling Stones sind wieder auf Tournee. (Bild: Carsten Rehder/Keystone (Stadtpark Hamburg 9.9.2017))

Ein Martinshorn oder ein herabfallendes Kleidungsstück versetzen sie in Panik, in engen Einkaufspassagen zittert sie am ganzen Körper: Antonia ist seit Jahren schwer traumatisiert. Im Sommer 2010 war die junge Frau mittendrin in der Menschenmenge, die sich bei der Loveparade in Duisburg in einem Tunnel und auf einer angrenzenden Rampe staute, die für viele zur Todesfalle wurden: 21 Personen starben, Hunderte wurden verletzt. Bei dem vermeintlich Schuldigen, den Antonia ins Visier nimmt, handelt es sich um Taxifahrer Sascha. Der Mann arbeitete früher als Mathematiker und war einer der Gutachter, die das Gelände in Duisburg vor der Loveparade als unbedenklich einstuften.

Das Schicksal der von Jella Haase glänzend gespielten Hauptfigur steht im Zentrum des TV-Dramas «Das Leben danach», mit dem die ARD an die Katastrophe vor sieben Jahren erinnert. Eigentlich sollte der Film von Regisseurin Nicole Weegmann bereits vor zwei Jahren ins Fernsehen kommen, zum fünften Jahrestag der Katastrophe. Doch dann liessen sich die Macher aus Sorgfalt mehr Zeit mit der Fertigstellung.

«Es gibt eben viele Überlebende,

die sehr grosse Probleme mit dem Überleben haben», erklärt die Autorin Eva Zahn, die das Drehbuch gemeinsam mit ihrem Mann Volker A. Zahn geschrieben und auch bei Selbsthilfegruppen recherchiert hat. Geschickt brechen die Autoren im TV-Drama die Loveparade-Katastrophe, die 2010 ganz Deutschland erschütterte, auf ein Einzelschicksal herunter, das Unglück selber gerät nur in den kurzen Flashbacks Antonias ins Bild. Sie seien sich ihrer Verantwortung stets bewusst gewesen, sagt Eva Zahn: «Obwohl wir eine fiktive Geschichte erzählen, die nicht den Anspruch auf Allgemeingültigkeit erhebt, hoffen wir inständig, dass die Betroffenen sich durch den Film verstanden fühlen.»

Martin Weber

«Das Leben danach», Mi, 27. 9., 20.15 Uhr, ARD

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