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Das Theater Winterthur sucht Teilhaber

Neue Leitung, neue Rechtsform, Sanierung bei laufendem Betrieb: Zum Start in die Jubiläumssaison steht das Theater Winterthur an einer Wegscheide.
Rolf App
Thomas Guglielmetti, Programmleiter des Theater Winterthur. (Bild: Samuel Schalch)

Thomas Guglielmetti, Programmleiter des Theater Winterthur. (Bild: Samuel Schalch)

Bevor der künstlerische Leiter Thomas Guglielmetti mit «Oleanna» von David Mamet vergangene Woche im Foyer ein zu «Me too»-Zeiten brandheisses Stück aus den 1990er-Jahren präsentiert hat, ist das Theater Winterthur mit einer gut besuchten «Zauberflöte» in einer Inszenierung des Theaters Heidelberg in die Saison gestartet.

Im Herbst 1979 wurde das Haus mit eben dieser Mozart-Oper eröffnet, 40 Jahre später steht die «Zauberflöte» an einer Wegscheide in der Entwicklung des Gastspiel-Theaters.

Denn beinahe zeitgleich sucht das Theater Winterthur nach privaten Teilhabern. Mit 500 Franken kann man sich an jener gemeinnützigen Aktiengesellschaft beteiligen, in die das Theater nach einer Volksabstimmung umgewandelt wird. Es ist nun nicht mehr Teil der städtischen Verwaltung, sondern bekommt wesentlich mehr Autonomie und dank eines Fünf-Jahres-Subventionsvertrags auch mehr Planungssicherheit.

Wer eine Aktie zeichnet, darf zwar nicht auf eine Dividende hoffen, wohl aber auf diverse Vorteile. «Das dürfte sich sehr lohnen», sagt Guglielmetti.

Bettina Durrer übernimmt die Leitung

Auch personell steht das Theater vor einem Neuanfang. Ende Juli ist der bisherige Leiter, der Thurgauer René Munz, in Pension gegangen, im November wird seine Nachfolgerin Bettina Durrer ihr Amt antreten. Sie steht vor grossen Aufgaben. Denn was nun ansteht, das ist zum einen die Renovation des Theaters, für die über zehn Jahre 20 Millionen Franken aufgewendet werden sollen. Und zwar, wie Guglielmetti betont, «bei laufendem Betrieb».

Zum anderen geht es darum, das Theater stärker in Stadt und Region zu verankern. Dem dienen soll eine neue Stelle für Theaterpädagogik und Schulmarketing, und schliesslich soll das in der neuen Rechtsform wichtiger werdende Fundraising professionalisiert werden.

Wieder Zusammenarbeit mit dem Burgtheater

Daneben läuft die Saison mit Inszenierungen aus nah und fern. Mit Opern wie «Eugen Onegin» und «Aida», Musicals wie «Hello, Dolly!» und «My fair Lady», und einem Tanz- und Ballettprogramm von beachtlicher und geografisch bis nach Kuba, Kanada, Brasilien und China ausgreifender Breite.

Im Sprechtheater fallen die unbequemen Themen ins Auge. «Oleanna» handelt von einer Studentin, die ihrem Professor vorwirft, sie sexuell belästigt zu haben. Mit «Hexenjagd» von Arthur Miller (noch bis 5. Oktober), und mit Friedrich Dürrenmatts «Der Besuch der alten Dame» in einer Produktion des Theaters Kanton Zürich (ab 23. Oktober) kommt zwei Mal die Verführbarkeit des Menschen auf die Bühne.

Aus St.Gallen übernimmt Winterthur im Januar «Versetzung» von Thomas Melle – «ein so wichtiges Stück, dass ich es unbedingt in Winterthur zeigen will», sagt Guglielmetti. Und er freut sich, dass mit «Wer hat Angst vor Virginia Woolf» in der Starbesetzung mit Bibiana Beglau und Norman Hacker die Zusammenarbeit mit dem Wiener Burgtheater fortgesetzt werden kann.

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