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Das Theater St. Gallen will sich öffnen

Bald steht die grosse Theatersanierung an. Doch Konzert und Theater St. Gallen wollen sich auch sonst neu aufstellen: Das Theater soll zum Begegnungsort werden.
Julia Nehmiz
Das Theater St. Gallen wird ab 2020 umfassend saniert. (Bild: Urs Bucher (St. Gallen, 16. Februar 2018))

Das Theater St. Gallen wird ab 2020 umfassend saniert. (Bild: Urs Bucher (St. Gallen, 16. Februar 2018))

Immer am letzten Montag im November hält das Theater St. Gallen seine ordentliche Generalversammlung ab. Auch an der 50. GV ist vieles Routine. Der Andrang hält sich in Grenzen, der Theatersaal in der Lokremise St. Gallen reicht locker aus, nur knapp ein Zehntel der rund 1200 Genossenschafterinnen und Genossenschafter ist gekommen. Doch die Routine trügt: Verwaltungsratspräsident Urs Rüegsegger stellt eine Studie vor, die das Theater in Auftrag gegeben hat. Zuerst vermeldet Rüegsegger stolz, dass das Theater gemäss Analyse des Münchner Beratungsunternehmens Actori «äusserst effizient» arbeite, einen hohen Eigenfinanzierungsgrad (knapp 30 Prozent) aufweise und im Kanton St. Gallen ein konkurrenzloses Angebot biete – kein anderes Dreispartenhaus weit und breit.

Das scheinen nun nicht gerade bahnbrechende Erkenntnisse zu sein. Doch der kaufmännische Direktor Werner Signer betont, dass es gut sei, solche Ergebnisse von dritter Hand bestätigt zu bekommen. Katrin Meier, Leiterin des kantonalen Amts für Kultur, begründet die Analyse mit dem Leistungsauftrag, den Konzert und Theater St. Gallen erfüllen müssten.

Vor vier Jahren habe das Amt für Kultur diesen überprüft, nun sei es angemessen gewesen, das extern vornehmen zu lassen. Die Kosten für die Studie teilen sich Theater und Kanton. Meier ist zufrieden mit der Analyse von Actori: «Der Leistungsauftrag wird von Konzert und Theater St. Gallen sehr gut erfüllt.» Es bestehe kein Bedarf, ihn anzupassen.

Düsteres Zukunftsszenario

Verwaltungsratspräsident Urs Rüegsegger malt dann aber ein düsteres Zukunftsszenario, gegen das man sich wappnen müsse. Das Umfeld aller Kulturinstitutionen werde sich verändern. So verzeichne man seit Jahren einen Rückgang an Abonnenten.

Auch sei die politische Unterstützung keine Selbstverständlichkeit, wie die Abstimmung zur Theaterrenovation gezeigt habe. Diese bringe zudem für zwei Spielzeiten eine infrastrukturelle Einschränkung mit sich. Und dann müsse man sich gut vorbereiten, da in vier Jahren an der Spitze der Organisation ein Wechsel bevorstünde, welcher besonders heikel sei. Er spielt auf die nahende Pensionierung Werner Signers an.

Actori habe nun neun Massnahmen vorgeschlagen, damit sich Konzert und Theater St. Gallen für die Zukunft rüsten könnten. Verwaltungsrat und Geschäftsleitung hätten vier herausgegriffen: Es gelte, die Sponsoringerlöse mindestens zu halten, wenn nicht gar auszubauen, die Kundenansprache zu modernisieren, die Alleinstellungsmerkmale zu stärken und das Theater zu öffnen.

Deswegen soll, wenn während der Renovation im Provisorium gespielt wird, ein Angebot im öffentlich Raum etabliert werden. «Der Platz zwischen Tonhalle und Theater ist ideal, damit ein Begegnungsort entstehen kann», sagt Urs Rüegsegger. Man solle dort gerne die Freizeit verbringen wollen.

Weniger Produktionen, kein Repertoirespielplan

Wie genau das aussehen soll, wollte Werner Signer auf Nachfrage nicht preisgeben. «Das ist noch viel zu früh, es ist eine Zielsetzung.» Man könne nicht über die Software sprechen, wenn es noch keine Hardware gebe. Noch sei nicht einmal klar, wo die provisorische Spielstätte des Theaters stehen werde. Das teile der Kanton im Januar mit. Auch wie das Provisorium aussehen werde, stehe noch nicht fest. Aktuell erstelle der verantwortliche Architekt eine Bedarfsanalyse.

Doch das Theater plant bereits die Spielzeit im Provisorium. Man werde weniger Stücke produzieren und keinen Repertoirespielplan aufrecht erhalten können wie jetzt. Mehr als drei Stücke werden im Provisorium nicht parallel laufen können.

Konzert und Theater steigern Auslastung

An der Generalversammlung wurde der Jahresbericht von Konzert und Theater St. Gallen 2017/2018 vorgestellt. Im Vergleich zum Vorjahr wurden die Auslastungszahlen im Grossen Haus im Bereich Musical gehalten (85 Prozent), in anderen Bereichen gesteigert: Tanz erreichte eine Auslastung von 83 Prozent (Vorjahr 70 Prozent), das Schauspiel steigerte sich von 62 auf 67 Prozent. Einzig in der Oper gab es einen Rückgang von 74 auf 69 Prozent. Die Sinfoniekonzerte erhöhten die Auslastung von 83 auf 84 Prozent. Konzert und Theater erhielten
28 300 550 Franken Subventionen, erzielten 11 712 170 Franken Eigeneinnahmen. Die Eigenfinanzierung liegt bei 29,5 Prozent.

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