Das Theater an der Grenze ist bereit für das neue Kulturzentrum Kreuzlingen

Das Theater an der Grenze kann nicht auf ewig in der alten Scheune bleiben. Der Vorstand setzt sich für das geplante Kulturzentrum ein.

Julia Nehmiz
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Lukas Huggenberg und Fritz Brechbühl (rechts) wollen das Theater an der Grenze in eine sichere Zukunft führen.

Lukas Huggenberg und Fritz Brechbühl (rechts) wollen das Theater an der Grenze in eine sichere Zukunft führen. 

Bild: Andrea Stalder

Drei Heizlüfter wärmen brummend das kleine Foyer. Eine Heizung gibt es nicht, ebenso wenig wie fliessendes Wasser an der Theaterbar. Das Kreuzlinger Theater an der Grenze feierte letztes Jahr sein 50-jähriges Jubiläum, und genauso alt ist auch die Infrastruktur.

Die beiden Theatermacher Fritz Brechbühl und Lukas Huggenberg haben sich mit den Gegebenheiten arrangiert, sie lieben den Charme ihres alten Hauses. In den Zuschauerraum kommt man über eine steile Aussentreppe, die 100 Holzstühle stehen nah dran an der kleinen Bühne. 1968 wurde die umgebaute Theaterscheune eingeweiht, damals war es die einzige Kleinstkunstbühne des Kantons.

Doch wie es weitergeht, ist ungewiss. In naher Zukunft könnte die Scheune abgerissen werden, noch ist es nicht sicher, aber die Rede ist von einer neuen Überbauung. Deswegen nimmt der ehrenamtliche Theatervorstand die Dinge selber in die Hand. Man bemüht sich um einen Platz im Kulturzentrum Kreuzlingen, das 2023 im Schiesser-Areal eröffnen soll.

Sie lieben ihr altes Theater

Doch auch das ist nicht sicher. Seit mehr als zehn Jahren redet man in Kreuzlingen vom Kulturzentrum. Die Mühlen der Behörden und der Politik mahlen langsam. Ein Pilotbetrieb ist unter dem Namen Kult-X gestartet, doch wie es weitergeht und vor allem in welcher Grösse, ist noch offen.

Blick aus der Luft auf das alte Schiesser-Areal, wo das Kulturzentrum Kreuzlingen entsteht.

Blick aus der Luft auf das alte Schiesser-Areal, wo das Kulturzentrum Kreuzlingen entsteht.

Bild: Reto Martin

Fritz Brechbühl versucht, vorwärts zu machen. «Wir wollen agieren, nicht reagieren», sagt er. Deswegen verkündet er seit knapp zwei Jahren, das Theater sei parat für einen Umzug ins neue Kulturzentrum. Auch wenn die Theatermacher ihr altes Theater lieben und so lange wie möglich drinbleiben wollen:

«Es ist unser Job, das Theater gut in die Zukunft zu führen.»

Sie haben Pläne erarbeitet, wo und wie es im neuen Kulturzentrum weitergehen könnte. Doch dazu bräuchte es bauliche Massnahmen, und die müssten politisch erst abgesegnet werden.

Bei Topshots zieht es auch Konstanzer ins Kreuzlinger Theater

Für Lukas Huggenberg (seit drei Jahren im Vorstand) und Fritz Brechbühl (seit sechs Jahren Präsident) ist klar: Kreuzlingen braucht das Kulturzentrum, und das Theater an der Grenze gehört zu den Hauptakteuren, die es bespielen und mit Leben füllen sollen.

Der Vorstand liebt das alte Theater an der Grenze: Lukas Huggenberg (Kommunikation), Simon Hungerbühler (Programmleiter), Fritz Brechbühl (Präsident).

Der Vorstand liebt das alte Theater an der Grenze: Lukas Huggenberg (Kommunikation), Simon Hungerbühler (Programmleiter), Fritz Brechbühl (Präsident).

Bild: Dieter Langhart

Das Theater an der Grenze ist in der Region eine Institution. Über die Jahre hinweg hat es sich ein Stammpublikum aufgebaut, der Theaterverein wächst. Die Zuschauer kommen hauptsächlich vom Gebiet des Seerückens, bei Topshots zieht es auch Konstanzer ins Kreuzlinger Theater.

Die Auslastung lag in der letzten Spielzeit bei 63 Prozent. Damit liegt man im Schweizer Durchschnitt, das ist zufriedenstellend. Sorgen bereiten den Theatermachern die Gastspiele für Kinder mittwochnachmittags. Die laufen schlecht, sie wissen nicht warum. Doch wenn nach der Festtagspause der Spielbetrieb startet, können die Zuschauer wieder kommen.

Das Theater an der Grenze startet nach der Festtagspause am 10.1.2020 mit Christof Wolfisberg (vom Duo Ohne Rolf). Am 18.1.2020 feiert Jan Rutishauser mit seinem neuen Programm Premiere. Weitere Infos: theaterandergrenze.ch