Das Ostschweizer Bläserensemble Unglaublech geht auf Tour – und muss die Welt retten

Die sieben Blechbläser und der Schlagzeuger von Unglaublech sind eindrucksvoll laut – und lustig dazu.

Rolf App
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Das Ostschweizer Bläserensemble Unglaublech mit Tubist Sepp Zürcher (Zweiter von links) geht zum achten Mal auf Tour.

Das Ostschweizer Bläserensemble Unglaublech mit Tubist Sepp Zürcher (Zweiter von links) geht zum achten Mal auf Tour.

Bild: PD

Bevor es losgeht mit der Vorpremiere im Konservatorium Winterthur, müssen die acht Musiker von Unglaublech noch etwas essen. Sie machen sich munter über die Pizzaschachteln her und beantworten Fragen, während die Unterhaltung mal hierhin und mal dorthin schwappt. Einer ist gerade Vater geworden, er wirkt übernächtigt, aber glücklich. Einträchtig schauen sich die andern das Bild seines Sprösslings an.

Drei kommen aus der Innerschweiz, der Rest aus der Ostschweiz – schon das ist Stoff genug für Spass und Spott. Manchmal geben sie unisono Auskunft, manchmal lassen sie Sepp Zürcher reden, den Mann aus Gonten, der die Tuba spielt.

Er erzählt, er habe am Fernsehen eine Doku von einem Kreuzfahrtschiff gesehen, und «herausgefunden, dass die immer Bands suchen. Ich habe Freunde und Bekannte angerufen, die ich aus Militär, Musiklager und Studium kannte. Ein Vierteljahr später hatten wir unsere erste Probe.»

Zum ersten Mal Musik nach Drehbuch

So ist 2013 Unglaublech entstanden. Zum achten Mal gehen die drei Trompeter (Markus Graf, Stephan Fröhlicher und Thomas Roth) und drei Posaunisten (David Rufer, Florentin Setz und Christian Plaschy, der frischgebackene Vater) jetzt mit Sepp Zürcher und dem Schlagzeuger Michael Süess auf Tournee. Und auf die Frage, warum sie denn ihr Instrument gewählt haben, erklären die Acht einstimmig: «Weil es so schön laut ist.» Deshalb bräuchten sie auch kaum Technik, fügt David Rufer hinzu. «Ausser diesmal.»

Denn diesmal, bei «Alltag», ist vieles anders. In den Anfängen von Unglaublech hat Markus Graf die Ansagen gemacht, und die andern haben kleine Sketche eingefügt. So sind rund um die Musik erste Geschichten entstanden. Jetzt hat Thomas Roth zum ersten Mal ein eigentliches Drehbuch verfasst, das sich auch ein Regisseur angeschaut hat.

Die musikalischen Ideen sind aus allen Ecken eingeflossen, den Acht kommt dabei zugute, dass ein Teil von ihnen vom Jazz kommt, ein Teil aus der Klassik. So mischen sich die Stile. Und, sagt Sepp Zürcher, «wir lernen auch viel voneinander». In Bands und Orchestern sind sie auch weiterhin tätig – oder sie unterrichten. Den letzten Schliff haben sie ihrem Programm auf dem Arenenberg gegeben.

Viola Amherd setzt auf Unglaublech

Die Geschichte, die dieses Programm erzählt, ist so schräg, wie es zur munteren Truppe passt, die sich jetzt verzieht, um sich für die Vorpremiere umzuziehen – jeder in einer anderen Farbe. Die Geschichte handelt von einer intergalaktischen Talentshow, in der Gruppen von verschiedenen Planeten gegeneinander antreten. Wer verliert, wird ausgelöscht. Die Erde aber, in höchster Not, setzt ihre ganze Hoffnung auf Unglaublech.

Jeder in einer anderen Farbe: Die Mitglieder von Unglaublech in ihrem Bühnenoutfit.

Jeder in einer anderen Farbe: Die Mitglieder von Unglaublech in ihrem Bühnenoutfit.

Bild: PD

Bundesrätin Viola Amherd schickt die Acht ins Weltall, und ein Abenteuer mit Hindernissen nimmt seinen Anfang, auf dessen Weg jede Menge Musik erklingt. Klassisch-melodische Stücke wechseln sich ab mit Jazz-Rhythmen, strahlend und betörend laut erfüllen sie den Konzertsaal. Bis wir beim Höhepunkt angekommen sind, dem Auftritt von Unglaublech vor intergalaktischem Publikum.

Übrigens: Aus der von Sepp Zürcher angepeilten Kreuzfahrt ist bis heute nichts geworden. «Aber», sagt er, «das kommt schon noch.»

29.2., 20 Uhr, Gemeindezentrum Bottighofen;
1.3., 17 Uhr, Casino, Herisau;
7.3., 20 Uhr, Casino, Frauenfeld