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Auftakt in der Tonhalle St. Gallen:
Das Orchester tanzt Pas de deux

Auf Zehenspitzen und mit Grandezza startet das Sinfonieorchester St. Gallen unter Chefdirigent Modestas Pitrenas in die Tonhalle-Saison. Im Mittelpunkt standen eine eigens zusammengestellte Konzertsuite aus Tschaikowskys Ballett "Schwanensee" und Chopins 2. Klavierkonzert f-Moll mit Lukas Geniusas als Solist.
Bettina Kugler
Der russische Pianist Lukas Geniusas, Jahrgang 1990. Bild: pd

Der russische Pianist Lukas Geniusas, Jahrgang 1990. Bild: pd

Tonhalle St.Gallen «Aber es ist doch ein Märchen», soll Jiři Kout, zwölf prägende Jahre lang Chefdirigent des Sinfonieorchesters St.Gallen, am vergangenen Samstag nach der «Rusalka»-Premiere im Grossen Haus gesagt haben. Zwar war er angetan von der musikalischen Finesse und Detailarbeit des Orchesters. Was aber auf der Bühne zu sehen war, gefiel ihm weniger: zu kühl und nüchtern war es für seinen Geschmack. Er hätte es gern poetischer gehabt.

Am Donnerstagabend wartete das Sinfonieorchester mit einem weiteren Märchen auf – Tschaikowskys «Schwanensee» in einer eigens für das 1. Tonhallekonzert zusammengestellten Konzertsuite. Sie liess keine Wünsche offen an Poesie, Zartheit, Klangmagie einerseits. Doch auch an dunklen dämonischen Kräften, tänzerischer Eleganz, Grandezza fehlte es nicht.

Chopins 2. Klavierkonzert mit Sinn für Strukturen

Die neue «Schwanensee»-Suite liess wohlig eintauchen in die mythische Welt. Sie präsentierte das Orchester zum Saisonbeginn in grosser Besetzung und bester Disposition, in den Soli wie als Ganzes: in einem zauberhaften Pas de deux mit dem Tänzer am Dirigentenpult, Orchesterchef Modestas Pitrenas.

Zuvor hatte Lukas Geniušas leichthändig und lyrisch in Chopins 2. Klavierkonzert f-Moll gezaubert – ohne Effekthascherei, mit Sinn für die Tiefenstrukturen des oft nur brillant interpretierten Werkes. Dass Modestas Pitrenas auch hier das Orchester als eloquenten Dialogpartner mit dem Solisten in Erscheinung treten liess, die Bläserstimmen leuchten liess, entsprach der Haltung des jungen Russen. Einen Gruss aus dem Baltikum hatte Pitrenas an den Beginn des Konzerts gestellt: Peteris Vasks klanglich intensives «Cantabile». Die perfekte Landschaft für ein Schwanenmärchen. (bk.)

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