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Das Ohr schaut mit beim 8. Filmmusik-Wettbewerb in Zürich

Der gemeinsame Wettbewerb von Tonhalle-Orchester Zürich und Zurich Film Festival rückt junge Komponisten ins Rampenlicht
Anna Kardos
Die Musik der fünf Finalisten wird live gespielt vom Tonhalle-Orchester Zürich mit Dirigent Frank Strobel.

Die Musik der fünf Finalisten wird live gespielt vom Tonhalle-Orchester Zürich mit Dirigent Frank Strobel.

Was wäre «Spiel mir das Lied vom Tod» ohne die klagenden Töne der Mundharmonika? Was «2001 Odyssee im Weltraum» ohne die heroische Fanfare? Wo ein Film ist, da ist auch Filmmusik. Sie dient als cineastischer Geschmacksverstärker, oft sogar als emotionale Zentralsteuerung. Grundiert sie doch übers Gehör eine Szene, noch bevor das Auge wissen kann, wie sich der Plot entwickelt.

Trotzdem. Die Realität für Filmmusikkomponisten ist hart, erzählt Don Davis. Und er muss es wissen, schliesslich ist er selbst seit mehreren Jahrzehnten Filmmusikkomponist und hat unter anderem den Soundtrack zu den «Matrix»-Filmen komponiert. «Als Instrumentalist können Sie sich bei Probespielen bewähren, wenn Sie gut spielen. Als Filmmusikkomponist werden Sie von einem Regisseur ausgesucht, der meist selber kein Musiker ist.»

Dirigent mit Partitur und Bildschirm

Es reiche also nicht, gut zu sein. Man müsse sich auch den Weg in die Aufmerksamkeit bahnen. Aus diesem Grund veranstalten das Tonhalle-Orchester Zürich und das Zurich Film Festival gemeinsam einen internationalen Filmmusikwettbewerb. Mit wachsendem Erfolg: Nahmen bei der Premiere im Jahr 2012 145 Komponisten am Wettbewerb teil, sind es dieses Jahr bereits 345 Mitbewerber. Fünf von ihnen sind am Samstag beim Finale dabei. Live. Vor Publikum. Interpretiert vom Tonhalle-Orchester Zürich. Dirigiert vom Filmmusikexperten Frank Strobel, der an diesem Abend neben der Partitur auch einen Bildschirm liegen haben wird. Schliesslich müssen musikalische Ausbrüche genauestens getimt werden, damit der Soundtrack den Film nicht sprichwörtlich vergeigt.

Die Kandidaten haben den Kurzfilm «Danny and the Wild Bunch» (Ronald Rugan) vertont, einen teilanimierten Film, in dem Kinderbuchfiguren zum Leben erwachen – Spannung und Spass inklusive. «Manche Kandidaten hatten Mühe damit, dass der Film sehr narrativ ist», zieht Frank Strobel Bilanz zu den Beiträgen. Die fünf Finalisten Ching-Shan Chang (Taiwan), Olivier Depierre (Schweiz), Carl Falkenau (Schweden), Andrey Mordovsky (Russland) und Gus Nicholson (Grossbritannien) hätten aber eine Lösung gefunden. «Einer hat besonders viel Persönlichkeit beigesteuert, was den Film stark verändert», so Strobel.

Die geheime Macht der Musik

Was aber macht gute Filmmusik aus? «Es dreht sich darin alles um den Film statt um die Musik», erklärt Filmmusikkomponist Don Davis, Jurypräsident des Wettbewerbs. Und Dirigent Frank Strobel erklärt: «Die Musik soll den Film nicht klingend verdoppeln. Sondern Zustände ausleuchten, Personen führen, die Geschichte mit erzählen.» Er verrät: «Die Macht der Musik ist enorm!»

Ganz ähnlich sieht es Davis. Schlechte Filmmusik könne einen Film kaputtmachen, meint er. Umgekehrt sei es schwieriger: «Selbst grossartige Musik kann keinen schlechten Film retten. Das ist, als würde man einem Ferkel Lippenstift auftragen.» Ferkel bleibt Ferkel. Filmmusik ist aber nicht gleich Filmmusik. Am Samstag wird man sich davon selber überzeugen können.

Filmmusik-Wettbewerb von TOZ und ZFF und Filmmusik-Konzert «Beyond the Matrix», Moderation Sandra Studer. Samstag, 28. September um 19 Uhr.

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