Das Mannsein erproben

Im Rahmen der Reihe «Performance revisited» steht im Kinok die Dokumentation «Man for a Day» auf dem Programm. Die darin porträtierte Gender-Aktivistin Diane Torr diskutiert nach dem Film mit dem Publikum.

Drucken
Teilen
Diane Torr (l.) mit Workshopteilnehmerinnen. (Bild: Salzgeber & Co. Medien GmbH)

Diane Torr (l.) mit Workshopteilnehmerinnen. (Bild: Salzgeber & Co. Medien GmbH)

Bärte werden angeklebt, Köpfe zurechtgerückt, es wird lauter gesprochen: Bei Diane Torr geht es nicht darum, etwas zu wissen oder wieder und wieder zu bereden, sondern um den Körper und seine Praktiken. Die schottische Autorin, Performance-Künstlerin und Gender-Aktivistin ist weltbekannt für ihre Workshops, in denen sie mit gängigen Geschlechter-Klischees und Rollenbildern experimentiert.

Die Regisseurin Katarina Peters hat mit der Kamera einen Workshop von Torr in Berlin begleitet. Für einen Tag legen die Frauen ihre Weiblichkeit ab und können dabei mehr über das andere Geschlecht lernen, aber auch einiges über die eigenen Rollenvorstellungen und Auffassungen von Mann und Frau erfahren.

Der letztes Jahr in Englisch gedrehte Film «Man for a Day» lebt einerseits von der stets gut gelaunten Diane Torr, anderseits aber von der Authentizität und Unverkrampftheit der Kursteilnehmerinnen, einer bunt und zufällig zusammengewürfelten Gruppe – von der Politikberaterin, die sich nach der Ruhe sehnt, die sie bei den Männern für gegeben hält, bis zur ehemaligen Provinz-Schönheitskönigin, die immer an die falschen Männer gerät, die ihr folglich ein Buch mit vielen Fragezeichen bleiben.

Im Anschluss an den Film führt Jörg Metelmann, Assistenzprofessor für Kultur- und Medienwissenschaft an der Universität St. Gallen, ein Gespräch mit Diane Torr, die auch Fragen aus dem Publikum beantwortet. (red.)

Di, 2.4., Kinok, 19.30 Uhr

Aktuelle Nachrichten