Das Lied von Eis und TV-Rechten

Am Fernsehen

Kaspar Enz
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Es ist eine finstere Welt, das mittelalterliche Westeros. Und am Morgen, bevor die siebte Staffel der Serie «Game Of Thrones» anläuft, ist sie so düster wie nie zuvor: Daenerys Targaryen hat sich mit Heer und Drachen eingeschifft, um den Thron zurückzuerobern, den ihre Vorfahren einst aus den Schwertern besiegter Fürsten bauten. Im Norden lauern schier unbesiegbare Eismonster. George R. R. Martin hat das sechste Buch seines «Lieds von Eis und Feuer», das der Serie zugrunde liegt, noch immer nicht geschrieben. Und der deutsche Bezahlsender Sky hält die Rechte an der deutschen Ausstrahlung geizig unter Verschluss: Nur wer ihm, oder seinem Schweizer Vogt Teleclub, Tribut abliefert, darf die neuen Folgen sehen.

Doch Schweizer Fans können sich freuen: Das Westschweizer Fernsehen zeigt sie gratis und franko. Denn während deutsche Fernsehsender die Schweiz als Markt für sich entdeckt haben, interessieren sich die franzö­sischen Sender kaum für die kleine Westschweiz. «RTS wird in Frankreich wohl weniger als Konkurrenz angesehen», sagt SRF- Serienredaktor Simon Kern.

Deutsche Sender kaufen hingegen oft auch die Rechte für die Ausstrahlung in der Schweiz. Will SRF sie zeigen, muss es dort vorsprechen. So kaufte SRF zum Beispiel «24» bei RTL und nicht bei 20th Century Fox. Doch nicht immer verkaufen die Deutschen die Rechte weiter – vor allem wenn sie Schweizer Werbefenster haben. Dass SRF «Game Of Thrones» nicht zeigen kann, bedauert Simon Kern. «Natürlich hätte jeder Sender gerne diesen Serien-Überhit in seinem Programm. Doch wir wollen nicht mit dem Schicksal hadern.» Schliesslich habe man hierzulande ein Privileg: RTS zeigt die neusten Folgen schon am Tag nach der US-Premiere. «Wenn auch mit französischen Untertiteln.»

Kaspar Enz

«Game of Thrones», 7. Staffel, ab Mo, 17. 7., 22.35 Uhr, RTS Un.