Das Leben – jetzt oder nie

Das Theaterstück «Die Begleitband» hatte vor einem Jahr Premiere und kehrt zurück nach Frauenfeld. Gut zehn Vorstellungen haben es recht verändert.

Dieter Langhart
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«Die Begleitband»: Andrea Noce Noseda und Pablo Ariel Bursztyn. (Bild: Dieter Langhart)

«Die Begleitband»: Andrea Noce Noseda und Pablo Ariel Bursztyn. (Bild: Dieter Langhart)

FRAUENFELD. Tuco will singen. Tuco wird singen wie Elvis und Sinatra, Tuco werden die Frauen zu Füssen liegen. Aber sein bester Freund Seba wird keine Freikarte bekommen, denn Tuco glaubt, Seba wolle ihn aus dem Keller locken. Da hat er sich verschanzt, da übt er, da wartet er auf die Begleitband.

1981 hat der Argentinier Carlos Gorostiza «El acompañamiento» geschrieben. Das Stück war nicht genehm, die Armee fackelte Gorostizas Theater ab, andere Häuser sprangen ein. Das Stück symbolisierte den Kampf gegen die Diktatur. Und den Traum vom eigenen Leben.

Nicht mehr im Kopf sein

Zwei Schauspieler haben «Die Begleitband» inszeniert und vor einem Jahr an der Theaterwerkstatt Gleis 5 uraufgeführt: Pablo Ariel Bursztyn und Andrea Noce Noseda. Sie haben es gut zehn Mal in der Deutschschweiz und auf Italienisch im Tessin gespielt. «Mal für Mal hat sich das Stück verändert», sagen sie, «es ist leichter und zugleich trauriger geworden.» Der Rhythmus sei anders geworden, die Beziehung zwischen Tuco und Seba enger. «Wir kennen die zwei Figuren inzwischen so gut, dass wir weniger nachdenken beim Spielen.»

«Ästhetisch kaputtes Deutsch»

Pablo Bursztyn war 1981 Student in Buenos Aires und hat alles mitbekommen. Sein Akzent passe perfekt zur Rolle des Giessers Tuco, sagt er: «Ich habe ein ästhetisch kaputtes Deutsch.»

«Jetzt oder nie!» Der Traum vom Leben sei keine Frage des Alters, sagen sie. Noseda, 36, lernt derzeit Gitarre – wie Seba.

Sa, 15./22.11./6.12., 20 Uhr, Theaterwerkstatt Gleis 5, Frauenfeld; karten@theaterwerkstatt.ch

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