Abschluss der Stanser Musiktage:
 Das Geheimnis eines guten Neustarts

Gestern gingen die Stanser Musiktage zu Ende. Das Wetter spielte nicht immer mit, trotzdem sind die Veranstalter mit der diesjährigen Ausgabe zufrieden. Und es gibt auch Parallelen zu einer bekannten hiesigen Band.

Michael Graber
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Einer der Konzerte an den diesjährigen Stanser Musiktagen mit der Formation Stalldrang. (Bild: André A. Niederberger, 2.05.2019)

Einer der Konzerte an den diesjährigen Stanser Musiktagen mit der Formation Stalldrang. (Bild: André A. Niederberger, 2.05.2019)

Jolly and The Flytrap und die Stanser Musiktage haben einiges gemeinsam. Beide standen vor kurzem am Scheideweg. Den Musiktagen drohte das Geld auszugehen, bei den Jollys hörten zwei altgediente Musiker auf. Weitermachen? Aufhören?

Die einheimische Band Buschi & Anni während ihres Auftritts auf dem Stanser Dorfplatz. (Bild: André A. Niederberger, 2. Mai 2019)
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Abendstimmung an den Stanser Musiktage. (Bild: André A. Niederberger, Stans, 2. Mai 2019)
ÉAN (Bild: André A. Niederberger, Stans, 2. Mai 2019)
ÉAN (Bild: André A. Niederberger, Stans, 2. Mai 2019)
Lekker Zukker. (Bild: André A. Niederberger, Stans, 2. Mai 2019)
Lekker Zukker. (Bild: André A. Niederberger, Stans, 2. Mai 2019)
Ladysmith Black Mambazo. (Bild: André A. Niederberger, Stans, 2. Mai 2019)
Da kann man nur sagen: «Guten Appetit». (Bild: André A. Niederberger, Stans, 1. Mai 2019)
Kulinarik wird wiederum gross geschrieben. (Bild: André A. Niederberger, Stans, 2. Mai 2019)
Stalldrang. (Bild: André A. Niederberger, Stans, 2. Mai 2019)
Besucher vor der Pfarrkirche. (Bild: André A. Niederberger, Stans, 2. Mai 2019)
Helen Maier und Lukas Bircher von den Alpinis an den Violinen. (Bild: André A. Niederberger, Stans, 30. April 2019)
Aufgestellte Helfer an der Arbeit. (Bild: André A. Niederberger, Stans, 2. Mai 2019)
Woro's. (Bild: André A. Niederberger, Stans, 30. April 2019)
Es ist angerichtet. (Bild: André A. Niederberger, Stans, 1. Mai 2019)
Die Strottern & Blech. (Bild: André A. Niederberger, Stans, 2. Mai 2019)
Rokia Kone von «Les Amazones d`afrique» aus Mali. (Bild: André A. Niederberger / Keystone, Stans, 1. Mai 2019)
«Les Amazones d`afrique» traten am Mittwochabend in Stans auf. (Bild: Urs Flüeler / Keystone, Stans, 1. Mai 2019)
Rokia Kone singt in Stans. (Bild: Urs Flüeler / Keystone, Stans, 1. Mai 2019)
Blick auf das Festgelände in Stans. (Bild: Urs Flüeler / Keystone, Stans, 1. Mai 2019)
(Bild: Boris Bürgisser, Stans, 30. April 2019)
Die Essens- und Konzertzelte auf dem Dorfplatz. (Bild: Urs Flüeler / Keystone, Stans, 1. Mai 2019)
Das Publikum auf dem Dorfplatz. (Bild: Boris Bürgisser, Stans, 30. April 2019)
(Bild: Boris Bürgisser, Stans, 30. April 2019)
Woro's spielen auf dem Dorfplatz. (Bild: Boris Bürgisser, Stans, 30. April 2019)
Das Publikum während des Konzerts von Woro's  auf dem Dorfplatz. (Bild: Boris Bürgisser, Stans, 30. April 2019)
(Bild: Boris Bürgisser, Stans, 30. April 2019)
Christy Doran mit seinem Gitarreorchester im Kollegi Stans. (Bild: Boris Bürgisser, Stans, 30. April 2019)
Das Gitarreorchester im Kollegi Stans. (Bild: Boris Bürgisser, Stans, 30. April 2019)

Die einheimische Band Buschi & Anni während ihres Auftritts auf dem Stanser Dorfplatz. (Bild: André A. Niederberger, 2. Mai 2019)

Beide entschieden sich für den Neustart. Die Musiktage pausierten 2015 ein Jahr, Jolly and The Flytrap stellten sich im 2018 neu auf. Für Pascal Claude und Andreas Dorn spielen jetzt Roger Greipl und Emilio Parini mit. Und – eine weitere Gemeinsamkeit – natürlich holperte es anfänglich da und dort noch ein bisschen. Aber ein langer Atem lohnt sich fast immer: Das Konzert von Jolly and the Flytrap im vollbesetzten Kollegi nahm so nach einer Stunde richtig Fahrt auf, und auch die Stanser Musiktage scheinen nach einigen schwierigen Jahren und einem dafür höchst erfreulichen 2018 den Tritt endgültig wieder gefunden zu haben.

Rund 5000 Besucher weniger als im Vorjahr

Das hört man auch im Gespräch mit Esther Unternährer, der Co-Leiterin des Festivals, raus. Nackte Bilanzzahlen will sie noch keine nennen, dafür sei es schlicht noch zu früh. Grundsätzlich hat sie aber Positives zu vermelden: Sechs Konzerte waren ausverkauft, die Auslastung sei insgesamt gut gewesen. Gestern fand noch das Abschlusskonzert in der Gnadenkapelle Niederrickenbach statt. Aber natürlich muss man übers Wetter reden. Während manch einer im April schon den Sommer spürte, hatten die Musiktage (böse Zungen würden sagen: einmal mehr) Wetterpech. «Mehr Sonne und weniger Schnee wären schon besser gewesen», sagt Unternährer.

Dieses Jahr rechnet man damit, dass ungefähr 15000 bis 20000 Besucher an die Musiktage gekommen sind, 2018 waren es noch 20000 bis 25000. «Das Volksfest ist ein wichtiger Bestandteil», so Unternährer, «dar­um ist es ärgerlich, dass es ausgerechnet am sonst sehr gut besuchten Samstag geschneit hat.»

Abseits von den meteorlogischen Mätzchen lobt Unternährer ihr Team. Aber natürlich schaue man immer, «was wir für kommende Ausgaben verbessern können», sagt Unternährer. Darin impliziert ist auch die erfreuliche Nachricht, dass es eine Ausgabe 2020 geben wird, was Unternährer bestätigt. Auch dank des vergangenen Jahres sei man finanziell besser aufgestellt und habe Schulden abbauen statt anhäufen können. Genauere Zahlen wird das Festival zu einem späteren Zeitpunkt kommunizieren.

Co-Leiter wechselt in den Südpol

Dann auch bereits in veränderter Leitungsform. Marc Rambold, Unternährers Co-Leiter, wechselt in den Krienser Südpol. «Wir haben interessante Bewerbungen bekommen», sagt Unternährer. Wegen des Festivals hätten die Gespräche «jetzt nicht gerade oberste Priorität gehabt», aber nach einigen ruhigen Momenten gehe man wieder voll dran. Auch mit der personellen Änderung glaubt Esther Unternährer nicht, dass «die Musiktage neu erfunden werden». Die neue Person im Leitungsteam könne aber neue Ideen einbringen, «das ist wünschenswert und logisch».

Auch bei der Engelberger Truppe von Jolly and the Flytrap hörte man am Samstag ein paar neue Impulse. Grundsätzlich bleiben die Jollys aber die Jollys, ihr rumpliger Folk-Polka bleibt unverkennbar die Basis. Vielleicht ist es eben auch das Geheimnis eines erfolgreichen Neustarts, wenn man nicht auf Teufel-komm-raus alles verändern will, sondern das Bestehende etwas modernisiert und weiterentwickelt. Bei den Stanser Musiktagen hat das ganz gut funktioniert, und um Jolly and the Flytrap muss man sich offensichtlich auch keine Sorgen machen.