Das andere Paris

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Günther Liehr: Grand Paris. Rotpunktverlag, 295 S., Fr. 40.–

Für einmal spielt der Eiffelturm nur eine Nebenrolle. Auf dem Umschlagbild ist er eine kleine Nadel hinter der 180 Meter hohen «Tour Triangle» von Herzog & de Meuron, die erst als Visualisierung existiert. Motiv und Buchtitel sprechen für sich: Günther Liehr zeigt das Paris jenseits der Touristenromantik. In zwölf urbanen Exkursionen führt er zu den Kultur- und Vergnügungszonen des einst industriellen 19. Arrondissements, in die Gartenstadt von Stains oder zur Ville Nouvelle in Marne-la-Vallée. In begleitenden Sachkapiteln erläutert Liehr, wie die Stadt zu der wurde, die sie ist, und wie sie sich weiter entwickelt. Sein Stadtführer wird so auch zu einer hochspannenden und exemplarischen Analyse gesellschaftlicher Entwicklungen.

 

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Sempach. Schweizer Heimatschutz, 44 S., Fr. 10.– (erhältlich unter www.heimatschutz.ch/shop)

Vorbildliche Kleinstadt

Das Städtchen Sempach hat im Juni den Wakkerpreis erhalten. Eine schön gemachte zweisprachige Broschüre (dt./fr.) erläutert, warum die Auszeichnung verdient ist. Kleinere Altstädte seien die Sorgenkinder der Raumplanung, schreibt der Heimatschutz: «Wird nichts unternommen, verlottern sie, verändert man zu viel, verlieren sie an Charme und Attraktivität.» Sempach sei ein Vorbild, wie der Spagat zwischen Erhalt und Erneuerung gelingen könne. Ergänzt wird die Broschüre durch ein Faltblatt mit einem Spaziergang zu exemplarischen Objekten.

 

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Roger Strub, Matthias Spalinger: Tessin. Gmeiner, 189 S., Fr. 15.–

Vielseitiges Tessin

Eine Mailänder Scala im Taschenformat in Bellinzona, 240 Millionen Jahre alte Fossilien am Monte San Giorgio, der neue Kulturpalast «Lugano Arte e Cultura» oder Polenta im Grotto Bundi in Mendrisio: Dieses Lese- und Bilderbuch stellt 77 lockende Destinationen vor und bestätigt, wie grandios vielseitig die Schweizer Sonnenstube ist.

Beda Hanimann