Mutterfreuden
Das älteste Mami der Schweiz ist 64 Jahre alt

Die Aargauerin gilt als medizinische Sensation. Mit 64 Jahren wurde sie zum ersten Mal Mutter. Möglich gemacht hats eine Eizellenspende in - Moskau.

Claudia Landolt und Andrea Marthaler
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Babyboom

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Es ist das Gesprächsthema des heutigen Tages: Die 64jährige Dominique C. aus Oberlunkhofen wurde am 15. Juli dieses Jahres zur glücklichsten Frau der Schweiz. Genauer: Zur glücklichsten Mutter. An diesem Tag kam nämlich ihr langersehntes Kind zur Welt. Eine Tochter namens Katherine. «Die kleine Katherine ist unser ganzes Lebensglück», erzählte die strahlende Mutter im «Blick».

Dominique ist das älteste Mami der Schweiz Daniel, Dominique und Katherine aus Oberlunkhofen im Babyglück. (Quelle: Screenshot blick.ch)

Dominique ist das älteste Mami der Schweiz Daniel, Dominique und Katherine aus Oberlunkhofen im Babyglück. (Quelle: Screenshot blick.ch)

Aargauer Zeitung

Biologische Grenze für eine Schwangerschaft in der Schweiz: 45 Jahre

Weil eine Frau nach den Wechseljahren, die durchschnittlich ab 45 Jahren einsetzen, keine Hormone und auch keine Eizellen mehr produziert, musste Dominique sich auf die Suche nach einer Eizellenspende machen, und sich mit Hormonspritzen «fit» für eine Schwangerschaft machen. Hierzulande wird eine Schwangerschaft auf das biologisch maximal mögliche Alter der Mutter festegelegt. Im Normalfall bewegt sich das auf einen Zeitraum von 40 bis 45 Jahren. Andere Länder sind da weit liberaler, Tschechien, Belgien oder Holland beispielsweise, ebenso wie England. Auch Russland zum Beispiel. Dominique und Daniel gingen also nach Moskau, sie liess sich fremde Eizellen implantieren - und wurde prompt schwanger. Im fünften Monat erlitt sie eine Fehlgeburt, das Kind überlebte nicht.

Drei Jahre später versucht es das Paar erneut, sie reisen nach Moskau, nehmen sich eine kleine Wohnung, um zu allen Vorsorgeuntersuchungen gehen zu können. Mit der zweiten Schwangerschaft hats gleich geklappt. Per Kaiserschnitt kommt Mitte Juli die kleine Katherine zur Welt, gesund und munter, stolze 3083 Gramm bringt das süsse, dunkelhaarige Mädchen auf die Waage. Seine genetische Mutter kennt es nicht.

Eizellenspende ist verboten

Eine Eizellenspende, wie die 64-jährige Mutter sie bekam, ist in der Schweiz verboten. Dies sei auch gut so, sagt Ruth Baumann-Hölzle, Mitglied der Nationalen Ethikkommission im Bereich Humanmedizin. «Die Eizellenspende soll verboten bleiben. Dies setzt Grenzen gegenüber Exzessen wie Leihmutterschaft, oder auch sehr alter Mutterschaft.» Zudem ist die Eizellenspende für die Spenderin ein aufwendiger und mit vielen Hormonspritzen verbundener Prozess. Die Gefahr der Ausnützung ist gross. Auch Jean Martin, ehemaliger Kantonsarzt des Kantons Waadt und ebenfalls Mitglied der Ethikkommission verurteilt die späte Schwangerschaft. «Ich habe Mühe mit so alten Müttern und glaube nicht, dass es für ein Kind gut ist, eine Mutter zu haben, die so alt ist wie gewöhnlich die Grossmutter.» Das Risiko, dass die Mutter stirbt bevor das Kind volljährig wird, wäre (zu) gross.

Doch das Alter scheint dem Paar vordergründig keine Sorgen zu bereiten. «Wir sind gesund und fit. Wer weiss schon, was die Zukunft bringt?«, fragt Dominique im «Blick».