Danke für den Radiosommer

Sebastian Knauer ist ein ruhiger Mensch. So wie er Klavier spielt, so spricht der Vierzigjährige. Nett ist er überdies. Auf die Interview-Anfrage von Radio DRS 2 hat er sogleich positiv reagiert. Und beigefügt, es mache ihm gar nichts aus, von Hamburg ins Radiostudio Basel zu kommen.

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Sebastian Knauer ist ein ruhiger Mensch. So wie er Klavier spielt, so spricht der Vierzigjährige. Nett ist er überdies. Auf die Interview-Anfrage von Radio DRS 2 hat er sogleich positiv reagiert. Und beigefügt, es mache ihm gar nichts aus, von Hamburg ins Radiostudio Basel zu kommen. Dort erzählt er von seinen Eltern, beschreibt seine Lehrer, schildert seinen Alltag als Pianist, und zwischen den Gesprächsteilen hören wir ihn spielen. Es geht sehr entspannt zu und her – wie das so ist bei einem Mann aus Norddeutschland.
Sandrine Piau ist da schon ein anderes Kaliber. Sie wohnt in Marseille, des Lichtes und des Meeres wegen, und ist ihrem Schweizer Mann unendlich dankbar, dass er ihretwegen Wohnort und vor allem Beruf gewechselt hat. Der ehemalige Buchhändler aus Wallisellen baut jetzt Schiffe, und seine Sopranisten-Gattin ist glücklich. Das sagt diese «Anti-Diva», wie sie vom Radio angekündigt wird, in einem weichen, schönen Französisch. Man geniesst es sehr, sie nicht nur singen, sondern auch reden zu hören.
So ist «Parlando», eine Sendung von DRS 2, die wir bisher wegen ihres Sendetermins am Sonntagnachmittag kaum beachtet haben – und die uns nun, als Podcast, jede Woche in den Computer flattert. Diesen Sommer lernen wir in Wiederholungen einen Mann wie Paavo Järvi kennen, der Dirigent geworden ist, auch weil er so schöne Erinnerungen hat an das gemeinsame Plattenhören mit seinem Vater. Oder das Casal Quartett, das erzählt, wie es ist, auf alten Instrumenten zu spielen. Oder den Dirigenten Matthias Bamert, der lustvoll die Kinderkonzerte seiner frühen Jahre beschreibt.
Die Musik, sie kann ein Leben erfüllen – das Leben der Musiker wie jenes der Zuhörer. Dazu aber braucht es Sendungen wie «Parlando», das sie uns so hingebungsvoll nahebringt. Danke also, DRS 2.

Rolf App
rolf.app@tagblatt.ch