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Danielle Fend-Strahm, Regisseurin aus Ausserrhoden: Sie macht Theater ohne Theater

Bühne, Vorhang, Zuschauerraum? Braucht sie nicht: Die Ausserrhoder Regisseurin Danielle Fend-Strahm inszeniert mit ihrem Ensemble Café Fuerte abseits traditioneller Bühnen.
Julia Nehmiz
Regisseurin Danielle Fend-Strahm gründete vor acht Jahren das Ensemble Café Fuerte. Jetzt spielen sie in Urnäsch. Bild: Lisa Jenny

Regisseurin Danielle Fend-Strahm gründete vor acht Jahren das Ensemble Café Fuerte. Jetzt spielen sie in Urnäsch. Bild: Lisa Jenny

Jetzt also ein Haus. Nicht irgendeines: eins mit Geschichte. Das Haus Saienbrücke in Urnäsch war schon viel. Säumerei, Tankstelle, Restaurant, Lädeli. Es stand lange leer, wurde 2016 mit Leben, Werkstatt, Café und Malatelier gefüllt – und jetzt auch noch mit Theater.

Die Ausserrhoder Regisseurin Danielle Fend-Strahm inszeniert hier das Stück «Das letzte Haus». Geschrieben hat es ihr Mann Tobias Fend, der auch mitspielt. Gemeinsam haben die beiden vor acht Jahren ihr Vorarlberger-Appenzeller Ensemble Café Fuerte gegründet.

17 Produktionen haben sie herausgebracht. Was allen gleich ist: Sie werden nicht in herkömmlichen Theatern gespielt, keine Bühne, kein Vorhang, keine Maschinerie, kein Zuschauerraum. Fend-Strahm macht site specific theatre, also Theater im öffentlichen Raum. Bei ihr bevorzugt im alpinen Gebiet. Café Fuerte nennt es Theater an Nicht-Theater-Orten.

Freilufttheater auf einer Alp im Winter

Ihre erste Produktion «Fridolin Netzers Alpenflug»führten sie in einer Gondelbahn auf, die auf der Fahrt zur Ebenalp anhielt. Schauspieler Tobias Fend kletterte vom Dach hinein und spielte in der engen Kabine vor zehn Zuschauern. Sie spielten Freiluft auf einer Alp im Winter, in einem ehemaligen Spital, auf einer verschneiten Bergwiese.

Jetzt vor einem Haus – in «Das letzte Haus» sucht ein junges Paar ein Eigenheim, will an das alte Haus der alten Tante gelangen, um es abzureissen. Doch die Tante denkt gar nicht daran, lieber wandelt sie ihr Haus in eine gemeinschaftliche Wohnform um.

Das Thema sei virulent, sagt Danielle Fend-Strahm. In Vorarlberg gibt es kaum noch Bauland, Wohnen wird teuer. Der Siedlungsdruck nimmt zu, auch im Appenzellerland. Die 37-Jährige und ihr Mann haben das selber gespürt, ihre Wohnung im vorarlbergischen Hittisau wird zu klein, im Januar kommt ihr drittes Kind zur Welt, die Familie suchte lange, bis sie etwas Grösseres, Bezahlbares fand.

Und ja, sie bleiben in Hittisau. Da haben sie es fein, sagt Fend-Strahm. Kurze Wege, zum Bürgermeister, der ihre Projekte unterstützt und einen Probenraum zur Verfügung stellt, zum Tischler, der ihnen Bühnenpodeste oder Requisiten schreinert, zu Vermietern der Ferienwohnungen, in denen in Probenzeiten die Schauspieler wohnen.

Der Spielplan für nächstes Jahr steht

Café Fuerte ist gewachsen – mehr Vorstellungen vor grösserem Publikum –, aber noch immer ein Familienunternehmen. Ehemann Tobias Fend schreibt Stücke, Bruder Matthias Strahm macht Ausstattung, und mit Musiker Florian Wagner und den Schauspielerinnen und Schauspielern verbindet eine lange Arbeitsbeziehung. Das funktioniert. Sie vertrauen sich. Verstehen einander, auch ohne Worte.

Im Oktober wird Danielle Fend-Strahm das Weihnachtsmärchen am Stadttheater Paderborn inszenieren. Doch nächstes Jahr will sie ganz auf Café Fuerte setzen, keine anderen Engagements annehmen, nur die eigenen Projekte verfolgen.

«Wir haben das Bedürfnis, uns zu professionalisieren», sagt Danielle Fend-Strahm. Klar sei es ein finanzielles Wagnis, aber «bis jetzt ging’s immer weiter». Der Spielplan für nächstes Jahr steht.

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