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Daniel Barenboim: Ein schwieriger Star-Dirigent und seine Akademie

Dem Rheintaler Filmemacher David Bernet gelingt mit «Jenseits der Musik» ein Blick hinter berühmte Kulissen. Sein Dokumentarfilm über die Barenboim-Said-Akademie zeigt engagierte Studenten, philosophische Dozenten – und einen ungeduldigen Star-Dirigenten.
Julia Nehmiz
Daniel Barenboim bei einer Probe in der Berliner Barenboim-Said-Akademie - Szenenbild aus «Jenseits der Musik». (Bild: Jenseits der Musik/Filmstill)

Daniel Barenboim bei einer Probe in der Berliner Barenboim-Said-Akademie - Szenenbild aus «Jenseits der Musik». (Bild: Jenseits der Musik/Filmstill)

Musik sei völkerverbindend, heisst es gerne. Musik wecke Verständnis über Grenzen hinweg. Musik mache möglich, dass man sich auch ohne Worte versteht.

Klingt abgedroschen, hat aber einen wahren Kern. «Es ist ein langjähriger Traum, hier ein Zentrum zu haben, wo Musiker aus der ganzen Region Naher Osten mit der Musik lernen, mit anderen zu kommunizieren», sagt Daniel Barenboim. Das wird an der Barenboim-Said-Akademie in Berlin gelebt.

Sie entstand aus der Idee des East-West Divan Orchesters. Dieses wurde gegründet von dem weltberühmten, argentinisch-israelischen Pianisten und Dirigenten Daniel Barenboim und vom amerikanisch-palästinensischen Literaturwissenschaftler Edward Said. Seit 2016 studieren an der Akademie junge Musikerinnen und Musiker aus dem Nahen Osten und Nordafrika.

Junge Musiker und das knallharte Musikbusiness

Der gebürtige Rheintaler (und mittlerweile Wahl-Berliner) Filmemacher David Bernet hat hinter die Kulissen der Akademie geschaut. Mehrere Jahre arbeitete er an diesem Dokumentarfilm, der im Januar an den Solothurner Filmtagen Premiere feierte und jetzt am 3. März im Schweizer Fernsehen gezeigt wird. Ursprünglich war ein Kino-Dokumentarfilm geplant, erzählt David Bernet. Doch das erwies sich als zu schwierig, die Drehbedingungen erlaubten nur ein bescheideneres Projekt.

Bernet erzählt in ruhigen, klaren Bildern von der Freundschaft der Akademie-Gründer, der Architektur, der besonderen Philosophie bis zu den Auswirkungen des speziellen Unterrichts auf die jungen Studenten. «Der Dreh hat etwas Porträthaftes», sagt Bernet. Sein Film beschreibe die Ambition der Akademie.

Junge Musikerinnen und Musiker aus der Region Naher Osten perfektionieren an der Akademie ihre Fähigkeiten. (Bild: Jenseits der Musik/Filmstill)

Junge Musikerinnen und Musiker aus der Region Naher Osten perfektionieren an der Akademie ihre Fähigkeiten. (Bild: Jenseits der Musik/Filmstill)

Die jungen Musikerinnen und Musiker haben ihn beeindruckt. Sie kommen aus aller Herren Länder in die pulsierende Metropole Berlin, werden mit dem knallharten Musikbusiness konfrontiert, sortieren in der Akademie ihre Persönlichkeit und perfektionieren ihre Fähigkeiten. Die Studentinnen und Studenten hätten präzise über sich gesprochen, aber Bernet durfte keine politischen Fragen mit einbeziehen. «Alle sind extrem vorsichtig, was die öffentliche Selbstdarstellung angeht.»

Barenboim ist für Nicht- Musiker schwer zugänglich

Der Filmemacher erlebte Barenboim als schwierigen Menschen. Der 78-Jährige absolviere ein wahnsinniges Pensum: Konzerte, Platteneinspielungen, Oper, Tournee, trotzdem sei er da für seine Schüler. Doch für Nicht-Musiker sei Barenboim schwer zugänglich, sagt Bernet.

Die Vorwürfe, die jetzt gegen Barenboim laut werden (Demütigungen, Beleidigungen gegenüber Orchestermusikern), könne er ein Stück weit nachvollziehen. Trotzdem sei Barenboims Credo spürbar: Musik ist die Kraft, die zu Verständigung führen kann zwischen Menschen aus allen Kulturen und politischen Systemen.

«Jenseits der Musik», 3.3 2019, 12 Uhr SRF 1, weitere Sendetermine auf srf.ch

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