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Daniel Ammann und die vielseitige Geliebte

«In sie verliebt hab' ich mich in einem Sommer, anfangs der 80er. Da war ich 11. Und diese Liebe», verrät Daniel Ammann mit kleinem Augenzwinkern, während wir in Herisau an seinem Küchentisch sitzen, «hält bis heute.» Es ist ein verschneiter, nebliger Morgen.
Dorothee Haarer
Mal vor statt hinter der Kamera: Daniel Ammann. (Bild: Ralph Ribi)

Mal vor statt hinter der Kamera: Daniel Ammann. (Bild: Ralph Ribi)

«In sie verliebt hab' ich mich in einem Sommer, anfangs der 80er. Da war ich 11. Und diese Liebe», verrät Daniel Ammann mit kleinem Augenzwinkern, während wir in Herisau an seinem Küchentisch sitzen, «hält bis heute.» Es ist ein verschneiter, nebliger Morgen. Genau das richtige Wetter, um sich zurückzulehnen und eine Lovestory erzählen zu lassen. Allerdings geht diese nicht um zwei Menschen aus Fleisch und Blut. Sondern um einen Mann und seine Fotokamera.

Reife Liebe mit 16

Nach den ersten kindlichen Gehversuchen Richtung Fotografie, noch mit der elterlichen Kamera, war Ammanns Liebe mit 16 gereift. Er machte eine Ausbildung zum Hochbauzeichner. Parallel steckte der junge Mann aber jeden der 260 Franken, die er als Stift verdiente, in seine Leidenschaft. «Zunächst kaufte ich mir eine eigene Kamera.» Danach floss jeder weitere Rappen in Filmmaterial. Am Ende der Ausbildung war klar, dass Fotografie mehr war als eine kurzfristige Angelegenheit. Daniel Ammann wollte mit ihr weitermachen. Und er wollte die künstlerische Richtung einschlagen. Er bewarb sich an der Fotoakademie in München. «Fotografieren wollte ich immer… Künstler werden nie», sagt Ammann heute.

Wollte nur eins: fotografieren

Mit der Bayern-Metropole klappte es aber nicht. Er suchte weiter nach anderen Ausbildungsorten und geriet an solche, an denen Künstler reifen. Zuerst absolvierte er den gestalterischen Vorkurs in St. Gallen. Dann ging es weiter an die F+F Schule für Gestaltung und Design nach Zürich. «Ich bin reingerutscht ins Kunstmachen und probierte vieles: machte Musik, malte… und fotografierte natürlich.» 1997 war sein Abschlussjahr an der F+F. Nun musste er die zukünftige Richtung festlegen. Ammann überlegte nicht lange. Er schob alles andere beiseite, rückte seine alte Liebe zur Fotografie wieder ins Zentrum. «Da lichtest du mal Menschen ab, dann Architektur. Heute musst du die Anforderungen eines Auftraggebers erfüllen, morgen deinen eigenen künstlerischen Ehrgeiz.» Das mache den besonderen Reiz dieser Liebelei für ihn aus, gesteht er beim zweiten Espresso.

Der Gang aufs Glatteis

Ausschliesslich künstlerische Fotografie betreibt Ammann trotz aller Liebe selten. «Wer das tut, traut sich aufs Glatteis. Man muss jahrelang powern und ständig auf Achse sein.» Der Fotograf, der mit seiner Familie in einer ehemaligen Mehrzweckhalle des Architekten Waldburger wohnt, geht seinen eigenen Weg. Wenn er nicht gerade für grosse Agenturen oder bekannte Magazine unterwegs ist, macht Ammann oft Kunst. 2015 war er an drei Ausstellungen aktiv. Eine davon fand im Alten Zeughaus in Herisau statt. Dort zeigte er Arbeiten, von denen nur eine Berührung mit seinem fotografischen Schaffen hatte. Die beiden anderen waren Installationen aus Holz oder Gummi.

«Alles ist möglich»

Nun doch ausgeliebt in Sachen Fotografie? Schmunzelnd meint mein Gastgeber, die Frage könne man nie ganz sicher beantworten. «Alles ist möglich.» Für 2016 sind als grosse Projekte Reisen in die USA und nach Mazedonien im Kalender eingetragen. Und zu welchem Zweck? «Um Fotos zu machen. Wozu wohl sonst!?»

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