CORONA-KULTUR-TICKER:
Vorlesetag in St.Gallen mit Youtube-Märchen und Fotoaktion +++ Abgesagte Bregenzer Festspiele: Umtausch der Tickets auf 2021 beliebt +++ Live übertragene Pianomusik im Kaffeehaus St.Gallen

Laufend erreichen uns Initiativen, Ideen und Angebote von Kunstschaffenden und Kulturbetrieben aus der Ostschweiz. Sie alle arbeiten daran, dass Kultur auch in dieser schwierigen Zeit der Pandemie präsent bleibt.

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Freitag, 22. Mai – 19:38 Uhr

Die St.Galler Stadtbibliothek Katharinen organisiert Vorlesetag trotz Corona

Vorlesen ist die beste Leseförderung.

Vorlesen ist die beste Leseförderung.

Martin Heimann

(gen) Vorlesen ist die einfachste und wirksamste Form der Leseförderung. Kindern, denen regelmässig vorgelesen wird, verfügen über einen grösseren Wortschatz. Ausserdem lernen sie leichter lesen und schreiben als Gleichaltrige ohne Vorleseerfahrung. Deshalb feiert die Stadtbibliothek Katharinen in St.Gallen am Mittwoch, 27. Mai 2020, den dritten Schweizer Vorlesetag.

Weil Vorlesen für den Spracherwerb von Kindern so wichtig ist, hat das Schweizerische Institut für Kinder und Jugendmedien (SIKJM) vor drei Jahren den Schweizer Vorlesetag initiiert. In den letzten beiden Jahren wurde an diesem Tag in Schulen, Bibliotheken aber auch im öffentlichen Raum und daheim vorgelesen.

Dieses Jahr musste auch die Stadtbibliothek Katharinen ihre ursprünglich geplante Veranstaltung im Kreuzgang des ehemaligen Klosters absagen. Doch feiern möchte sie diesen besonderen Tag trotzdem. Dafür lädt sie Kinder, Eltern und Grosseltern ein, daheim einander vorzulesen, mit Grosseltern auch über Telefon oder via Videochat.

Die Kinder- und Jugendbibliothek freut sich, Fotos von solchen Vorleseaktionen zu erhalten, die sie dann in der Bibliothek ausstellen wird. Mitmachen geht auch auf Instagram, dort können Fotos mit den Hashtags #vorlesetagkatharinen, #vorlesensg und der Markierung @stadtbibliothekkatharinen gepostet werden.

Zudem hat die Stadtbibliothek Katharinen für den 27. Mai 2020 eine Überraschung geplant. Die Märchenerzählerin Kathrin Raschle und ihr Mann Walter hätten ursprünglich im Kreuzgang ein Märchen vorgetragen und musikalisch umrahmt. Da es live nicht möglich ist, haben sie das Südtiroler Märchen «La Rana – das Froschmädchen» als Hörstück aufgenommen. Kathrin Raschle erzählt und Walter Rasche singt dazu alte italienische Lieder. Die Märchenstunde ist am 27. Mai ab 8 Uhr auf Youtube aufgeschaltet.

Ihre Tochter Hannah Raschle hat ein passendes Bild dazu gezeichnet. Dieses Märchen wird die Stadtbibliothek Katharinen am 27. Mai 2020 auf ihrer Webseite online stellen. Während der Schliessung der Bibliothek hat die Bibliothek bereits einige Erzählstunden als Videos online gestellt, diese sind auch weiterhin abrufbar.

Freitag, 22. Mai – 19:07 Uhr

Abgesagte Bregenzer Festspiele: Viele tauschen ihre Billette auf 2021 um

«Rigoletto» von Giuseppe Verdi, hier eine Aufnahme vom Juli 2019, ist erst 2021 wieder auf der Seebühne in Bregenz zu erleben.

«Rigoletto» von Giuseppe Verdi, hier eine Aufnahme vom Juli 2019, ist erst 2021 wieder auf der Seebühne in Bregenz zu erleben.

Eddy Risch / KEYSTONE

(sda/apa) Die Bregenzer Festspiele verzeichnen nach der Absage des Festivals wegen der Coronapandemie eine hohe Umtauschquote der Tickets auf 2021. Man werte das als «sehr positives Signal des Marktes», sagte Pressesprecher Axel Renner.

Viele Karteninhaber, sowohl Individual- als auch Gruppenbucher, wollen ihre Tickets behalten und die Aufführungen von «Rigoletto» und «Nero» im nächsten Jahr besuchen. Damit sei man bisher «sehr zufrieden». Die Reaktion der Besucher sei grossteils positiv.

Die Abwicklung funktioniere bisher gut, so Renner. Die Festspiele hatten ihren Besuchern vier Optionen angeboten: den Umtausch auf 2021, einen für mehrere Jahre gültigen Gutschein, eine Rückabwicklung oder das Spenden des Ticketbetrages an das Festival.

Die Reprise von Giuseppe Verdis Oper «Rigoletto» als Spiel auf dem See feiert am 22. Juli 2021 Premiere, einen Tag nach der Hausoper «Nero».

Mittwoch, 20. Mai – 19:25 Uhr

Kreative Lösung: Im Kaffeehaus St.Gallen erklingt Pianomusik – trotz Coronaverbot

Stadtparlamentarier und Kaffeehausbetreiber Gallus Hufenus hat einen Weg gefunden, in seinem St.Galler Kaffeehaus trotz strenger Coronavorschriften Musik erklingen zu lassen.

Stadtparlamentarier und Kaffeehausbetreiber Gallus Hufenus hat einen Weg gefunden, in seinem St.Galler Kaffeehaus trotz strenger Coronavorschriften Musik erklingen zu lassen. 

Nik Roth

(gen) Im St.Galler Kaffeehaus im Linsebühlquartier ist es wegen der Schutzbestimmungen des Bundes verboten, einen Pianisten Hintergrundmusik spielen zu lassen, obwohl das Instrument über zwei Meter Abstand entfernt vom nächsten Tisch steht. In einem Gastraum ist es aktuell nur erlaubt, Speisen und Getränke anzubieten.

Trotzdem gab es am 20. Mai Musik vom Pianisten Geri Pekarek. Kaffeehausbesitzer und Stadtparlamentarier Gallus Hufenus hat sich eine kreative Lösung für das Problem einfallen lassen.

Gallus Hufenus.

Gallus Hufenus.

Michel Canonica

Da das Kaffeehaus  weder Regeln brechen noch seine Identität verraten wolle, habe Pianist Pekarek im Atelier des Künstlers Martin Amstutz im benachbarten Point Jaune Museum gespielt, schreibt Hufenus in einer Mitteilung. Dort steht im geschlossenen Raum ein zweites Piano. Die Musik wurde aufgezeichnet und in Bild und Ton ins Kaffeehaus übertragen. Dies sei gemäss Bundesverwaltung erlaubt.

Da der französische Komponist Erik Satie seine Idee von «Hintergrundmusik» für Salonorchester (in einem Kaffeehaus zum Beispiel) als «Musique d’ameublement» bezeichnete, trage die Installation den gleichen Namen. Denn die Musik sei Teil der Einrichtung, ein Möbelstück der Institution, das Licht und die Wärme im Raum – aber kein Konzert, so Hufenus.

Mittwoch, 20.5. – 09:59 Uhr

Frauenfelder Theaterwerkstatt Gleis 5 plant Sommertheater

(gen) Neuigkeiten von der Theaterwerkstatt Gleis 5 in Frauenfeld: Das Team plant ein Sommertheater mit Geschichten aus dem Decamerone. Wenn das Virus ihnen keinen Strich durch die Rechnung macht, wollen die Theaterleute im August eine kleine Ostschweizer Tournee machen und an ausgewählten Orten auftreten. Im Hintergrund laufen die Vorbereitungen für das kurzfristig auf die Beine gestellte und aus der Not geborene Projekt bereits auf Hochtouren. In ihrem Newsletter schreibt die Theaterwerkstatt: «So wertvoll unsere Gehversuche in der digitalen Welt sind, so soll für uns Theaterleute der Rückzug an den Bildschirm keine dauerhafte Perspektive und der rein virtuelle Austausch mit unserem Publikum keine Alternative sein.»

Ausserdem ergänzt neu die Literaturwissenschafterin Judith Zwick das Team der Theaterwerkstatt. Die Konstanzerin leitete bisher deren Büro. Zwick wird sich um den Bereich Literatur und Hörformate kümmern.

Damit hat sie Erfahrung: In ihrem Literaturbüro konzipiert und moderiert Zwick Veranstaltungen rund um die Literatur wie beispielsweise  «Auslese – eine Lese- und Gesprächsreihe» für die Stadtbibliothek Konstanz oder die grenzüberschreitende Reihe «Debüts – der erste Roman», an der auch das  Literaturhaus Thurgau und das Kult-X in Kreuzlingen beteiligt waren.

Darüber hinaus entwickelt Judith Zwick Hörformate. Sie schreibt und produziert Podcasts und Hörspaziergänge. Den Audiorundgang «Baumgeflüster» im Seeburgpark Kreuzlingen hat sie 2019 gemeinsam mit Rahel Wohlgensinger und Simon Engeli im Auftrag der Stadt Kreuzlingen anlässlich der «Langen Nacht der Bodenseegärten» organisiert. Ab dem 10. Juni 2020 ist er dort erneut zu hören. Ausserdem gibt es auf Zwicks Website passend zum Hölderlin-Jahr 2020 eine Podcast-Serie, die sie jeden Freitag um ein weiteres Hörstück ergänzt.

Dienstag, 19. Mai – 17:57 Uhr

Dokfilm der Appenzellerin Yu Hao bei Sternstunde Kunst

Yu Hao beim Filmen in China.

Yu Hao beim Filmen in China.

PD

(gen) Corona hat auch den erfolgreichen Dokfilm  «Plötzlich Heimweh» der Appenzeller Filmerin und Kuratorin Yu Hao für einige Wochen in die Zwangspause geschickt. Nun strahlt das Schweizer Fernsehen an Auffahrt eine verkürzte TV-Version des Films aus, um 12.00 Uhr auf SF 1, Sternstunde Kunst.

In «Plötzlich Heimweh» erzählt Yu Hao ihre eigene Geschichte. Als erfolgreiche chinesische Fernsehreporterin ist sie permanent rund um den Globus unterwegs. Bei einer Reportage in der Schweiz verliebt sie sich und kehrt bald danach zurück ins Appenzellerland. 8000 Kilometer von ihrer Familie entfernt trifft sie auf Menschen, die niemals reisen, im Einklang mit der Natur leben und das Brauchtum pflegen.

Da Yu Hao kein Wort Deutsch spricht, entdeckt sie die neue Umgebung jahrelang durch ihre Kamera. Dabei sind es nicht die Umgebung und die Traditionen, die ihre Perspektive verändern und sie mit anderen Augen auch auf sich selbst und ihr Heimatland blicken lassen, sondern die Begegnungen.

Aus den über 200 Stunden Filmmaterial hat Yu Hao einen Film gemacht, der das Appenzellerland und seine Bräuche neu aufleben lässt, dabei aber auch der Rolle einer Aussenstehenden und passiven Zuschauerin nachgeht, die über Migration und die Sehnsucht nach Heimat und Geborgenheit nachdenkt. An den 55. Solothurner Filmtagen wurde Yu Hao dafür für den Publikumspreis nominiert.

Dienstag, 19.Mai - 15:40 Uhr

Theater Winterthur stellt neuen Spielplan vor

(miz) Noch wissen die Theater nicht, wann sie wieder vor Publikum spielen dürfen und unter welchen Auflagen. Trotz dieser Unsicherheiten hat das Theater Winterthur jetzt den neuen Spielplan für die kommende Saison vorgestellt. 

Nach der verkürzten Saison 2019/20 eröffnet das Theater Winterthur am 18. September gemeinsam mit der Oper Dortmund ‒ einem neuen Partner für das Theater Winterthur ‒ und dem Musikkollegium Winterthur die Saison 2020/21 mit «Carmen», der berühmten Oper von Georges Bizet. Mit Gästen von San Francisco bis St. Gallen, von Biarritz bis Berlin, dürfe sich das Publikum auf ein abwechslungsreiches und prall gefülltes Theaterprogramm in den Sparten Oper, Tanz, Schauspiel sowie Kinder- und Jugendtheater freuen, schreibt Programmleiter Thomas Guglielmetti. Er selber wird «Novecento - Die Legende vom Ozeanpianisten» inszenieren, am 23.9. feiert das Schauspielstück Premiere. 

Das Schauspiel Köln gastiert mit «Die Vögel» in der Inszenierung von Stefan Bachmann im Januar 2021 im Theater Winterthur

Das Schauspiel Köln gastiert mit «Die Vögel» in der Inszenierung von Stefan Bachmann im Januar 2021 im Theater Winterthur

Bild: PD/Tommy Hetzel

Für die Spielzeit 20/21 sei die Theaterkasse ab dem 31. August 2020 geöffnet. Tickets könnten online schon ab dem 13. Juli gekauft werden, schreibt das Theater. Auf der Webseite theaterwinterthur.ch informiere man fortlaufend zur aktuellen Situation im Theater Winterthur und über allfällige Änderungen im Programm sowie über die aktuellsten Informationen zum Theaterbetrieb in Zeiten von Covid-19.

Dienstag, 19.Mai - 10:05 Uhr

Thurgauer Kulturpreis 2020 geht an die Musikerfamilie Janett

Die Musikerfamilie Janett aus Sulgen wird mit dem Thurgauer Kulturpreis ausgezeichnet.

Die Musikerfamilie Janett aus Sulgen wird mit dem Thurgauer Kulturpreis ausgezeichnet.

Bild. PD

(miz) Der diesjährige Kulturpreis des Kantons Thurgau geht an die Musikerfamilie Janett aus Sulgen. Mit dem Preis, der mit 20'000 Franken dotiert ist, würdigt der Regierungsrat das musikalische, pädagogische und generationenübergreifende Schaffen der Musikerinnen und Musiker Sibylle, Curdin, Madlaina, Cristina und Niculin Janett.

Wie die Thurgauer Staatskanzlei schreibt, gelinge der fünfköpfigen Musikerfamilie Janett aus Sulgen in ihrem musikalischen Schaffen mühelos der Sprung von alter und traditioneller Musik zu neuen und experimentellen Klängen. Sibylle, Curdin, Madlaina, Cristina und Niculin Janett pflegen, lehren und vermitteln Musik als ganz selbstverständliche Ausdrucksform und geben sie an die nächste Generation weiter, heisst es in der Mitteilung. Dabei lebten alle Familienmitglieder eine grosse stilistische Offenheit, die von Volksmusik über Klassik bis hin zu Jazz und Improvisation reicht.

Der mit 20'000 Franken dotierte Thurgauer Kulturpreis wird am Donnerstag, 3. September 2020, um 19:30 Uhr in einer öffentlichen Feier im Kulturforum Amriswil durch Regierungsrätin Monika Knill, Chefin des Departements für Erziehung und Kultur, übergeben. Die Laudatio hält der Musikwissenschaftler, Musiker und Kabarettist Flurin Caviezel.

Mit dem Preis, der seit 1986 vergeben wird, spreche der Regierungsrat seinen Dank und seine Anerkennung aus für ausserordentliche kulturelle Leistungen von Privaten und von Institutionen, die das kulturelle Leben im Kanton in besonderer Weise bereicherten. Eine Auswahl möglicher Trägerinnen und Träger des Kulturpreises werde dem Regierungsrat jeweils von der Kulturkommission des Kantons Thurgau vorgeschlagen.

Dienstag, 19.Mai - 9:52 Uhr

Forum Würth Rorschach öffnet Ausstellung, Café und Kunstshop

Kunst am See: Das Forum Würth Rorschach hat ab 21.Mai wieder geöffnet.

Kunst am See: Das Forum Würth Rorschach hat ab 21.Mai wieder geöffnet.

Bild: Ueli Steingruber

(miz) Kunst mit Aussicht - das direkt am Seeufer gelegene Forum Würth Rorschach öffnet am ab dem 21. Mai 2020 wieder seine Tore. Unter dem Motto «Zur Auffahrt wieder Hochfahren» sind ab Donnerstag die  Ausstellung «Von Kopf bis Fuss - Menschenbilder im Fokus der Sammlung Würth», der Kunstshop sowie das KunstCafé wieder geöffnet, täglich von 10 bis 18 Uhr. 

Unter Einhaltung der vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) vorgegebenen Sicherheitsmassnahmen habe man für die Wiedereröffnung ein Sicherheitskonzept für das Würth Haus Rorschach, das Forum Würth Rorschach und das Panorama Catering erarbeitet. Veranstaltungen fänden bis auf Weiteres aufgrund der Vorgaben des BAG nicht statt.

Die Ausstellung «Von Kopf bis Fuss» setze sich nicht nur mit der Abbildung physiologischer Bedingtheiten, sondern auch mit der wandelnden Vorstellung über das Menschsein an sich, dem Menschenbild, auseinander, schreibt das Forum Würth Rorschach in einer Mitteilung. In der Ausstellung begegne man einer Auswahl an Porträts, Skulpturen, Zeichnungen und Installationen aus dem sammlungseigenen Bestand über einen Zeitraum von rund 130 Jahren. KünstlerInnen wie Fernando Botero, Christo, Max Ernst, Edvard Munch, Pablo Picasso, Marc Quinn, Andy Warhol oder Romane Holderried-Kaesdorf verbildlichten ihre Auseinandersetzung mit Schönheit, Vergänglichkeit, Ausdruckskraft, Selbstbefragung und Normierung der menschlichen Gestalt. Die Ausstellung verstehe sich als Anregung zur Spurensuche in der aktuellen Bandbreite künstlerischer Weltsichten und Obsessionen.

Montag, 18.Mai - 14:08 Uhr

Saint City Orchestra sammelt mit gestreamtem Konzert 3600 Franken für Ostschweizer Künstler

Saint City Orchestra vor dem Konzert ohne Publikum, dafür mit Sicherheitsabstand, am 25.April im Presswerk Arbon.

Saint City Orchestra vor dem Konzert ohne Publikum, dafür mit Sicherheitsabstand, am 25.April im Presswerk Arbon.

Bild: Nik Roth

(rbe) Immer wieder neu erfahrbar ist das Konzert von Saint City Orchestra vom 25. April im Arboner Presswerk: Als Video auf Youtube. Ohne Publikum und mit Sicherheitsabstand gaben die St.Galler Irish-Folker in der leeren Halle ein treibendes Konzert und forderten das Publikum zu Hause vor den Bildschirmen auf zu spenden. Der Erlös der Aktion, 3600 Franken, geht an den Bandwettbewerb «bandXost», teilt das Saint City Orchestra mit. Mit dem Betrag wolle man «aufstrebende Künstler aus der Ostschweiz unterstützen, die durch den gecancelten Festivalsommer einen herben Rückschlag erleiden müssen». 

Montag, 18.Mai - 12:32 Uhr

Kanton St.Gallen fördert 14 Kunstschaffende mit Werkbeiträgen

Darf sich über einen Aufenthalt in der Atelierwohnung in Rom freuen: Die St.Galler Künstlerin und Fotografin Tine Edel (hier in ihrer Ausstellung im ARchitekturforum St.Gallen 2017).

Darf sich über einen Aufenthalt in der Atelierwohnung in Rom freuen: Die St.Galler Künstlerin und Fotografin Tine Edel (hier in ihrer Ausstellung im ARchitekturforum St.Gallen 2017).

Bild: Michel Canonica

(miz) 70 Personen haben sich beim Amt für Kultur dieses Jahr um einen Werkbeitrag beworben, 13 weitere für einen Aufenthalt in der Atelierwohnung in Rom. Jetzt ist bekannt: Der Kanton St.Gallen fördert mit den diesjährigen Werkbeiträgen 14 Kunst- und Kulturschaffende aus sechs verschiedenen Sparten. Zudem werden drei Personen ab Dezember 2020 einen Aufenthalt in der Atelierwohnung in Rom antreten und ihren Vorhaben nachgehen können.

Voraussetzung für alle Kunstschaffenden sei ein klarer Bezug zum Kanton St.Gallen und ein Vorhaben, auf das sie in den kommenden Monaten ihren Fokus richten werden, schreibt das Amt für Kultur. In einem mehrstufigen Verfahren seien die Bewerbungsdossiers von spartenspezifischen Fachjurys begutachtet und diejenigen Kulturschaffenden bestimmt worden, die einen Werkbeitrag oder einen Aufenthalt in der Atelierwohnung erhalten.

Der Kanton geht davon aus, dass der dreimonatige Aufenthalt in der Wohnung im Quartier San Lorenzo in Rom voll ausgeschöpft werden kann. Im laufenden Jahr wurden die Aufenthalte in Rom pandemiebedingt unterbrochen oder konnten nicht angetreten werden.

Tänzerin und Choreografin Nelly Bütikofer wird mit einem Werkbeitrag des Kantons St.Gallen ausgezeichnet.

Tänzerin und Choreografin Nelly Bütikofer wird mit einem Werkbeitrag des Kantons St.Gallen ausgezeichnet.

Bild: Benjamin Manser

Mit den Werkbeiträgen und den Atelieraufenthalten fördere der Kanton künstlerisch interessante und eigenständige Vorhaben von Künstlerinnen und Künstlern aller Sparten. Die finanzielle Unterstützung soll den Ausgewählten den nötigen Freiraum geben und ermöglichen, ihre Ideen, Projekte und Werke auszuarbeiten oder ihre künstlerische Tätigkeit weiterzuentwickeln. Kriterien für die Auswahl seien Relevanz, Ausstrahlung, Eigenständigkeit sowie Professionalität.

Aus der Sparte angewandte Kunst und Design erhalten folgende Künstler und Künstlerinnen einen Werkbeitrag:
- Céline Arnould, Schmerikon
- Lionel Umbricht, St.Gallen

Im Bereich bildende Kunst:
- Kilian Rüthemann, Basel
- Andrea Vogel, St.Gallen
- Bianca Barandun, Gossau
- Rita Kappenthuler, Abtwil und Nathan Federer, St.Gallen

In der Sparte Geschichte und Gedächtnis:
- Matthias Fässler, St.Gallen

Im Bereich Literatur:
- Frédéric Zwicker, Rapperswil
- Hildegard Keller, Zürich

In der Sparte Musik:
- Ramon Landolt, Zürich
- Basil Kehl, St.Gallen
- Raphael Loher, Luzern

Im Bereich Theater und Tanz:
- Nelly Bütikofer, Rapperswil-Jona
- Livia Rita Heim, Neu St.Johann

Folgende Künstlerinnen und Künstler erhalten einen Aufenthalt in Rom:
- Sebastian Marbacher, Zürich, und Thomas Marbacher, St.Gallen
- Tine Edel, St.Gallen

Montag, 18.Mai - 12:05 Uhr

Innerrhoder Sängerin Riana veröffentlicht Début-Single

Riana bei ihrem Auftritt am Kulturfestival St.Gallen im Innenhof Historisches und Völkerkundemuseum im Sommer 2019.

Riana bei ihrem Auftritt am Kulturfestival St.Gallen im Innenhof Historisches und Völkerkundemuseum im Sommer 2019.

Bild: Urs Bucher

(miz) Riana, die Sängerin aus Appenzell, gewann 2018 den «bandXost»-Wettbewerb. Jetzt wagt sich die Innerrhoderin mit ihrer Musik zum ersten Mal an die Öffentlichkeit. Ihre Début-Single «Heart Of Gold» sei eine herzerwärmende Ballade, schreiben die Verantwortlichen des Wettbewerbs bandXost. Eine Stimme, ein Klavier, eine Geschichte, die berühre.

«Egal, öb dick-dönn, chli-gross, gschiid ode domm. Me hend alli irgendwo e guets Heez, ode?»

Etwa so klinge es, wenn Riana im Appenzeller Dialekt erkläre, wovon ihre erste Single «Heart of Gold» von der gleichnamigen EP handele. «Heart of Gold» sei einer ihrer ersten Songs, welcher eine wichtige Message verbreite: «Du bist gut so, wie du bist – mit all deinen Ecken und Kanten.»
Mit diesem Song rufe Riana die Welt dazu auf, sich gegenseitig zu zeigen, dass wir alle ein Herz aus Gold hätten.

Montag, 18.Mai - 11:45 Uhr

Werk des St.Galler Choreografen Martin Schläpfer im Stream

Mit Anmut, Witz und perlender Leichtigkeit durchs Wasser und alle seine Untiefen: Szenenbild aus Martin Schläpfers Choreografie «Forellenquintett».

Mit Anmut, Witz und perlender Leichtigkeit durchs Wasser und alle seine Untiefen: Szenenbild aus Martin Schläpfers Choreografie «Forellenquintett».

Bild: Gert Weigelt

(miz) Das ZDF und der Kultursender ARTE stellen ein Werk aus Martin Schläpfers Repertoire zur Verfügung: Schläpfers «Forellenquintett» zur gleichnamigen Komposition von Franz Schubert sei auf ihrer Homepage ab sofort kostenlos abrufbar, schreibt die Oper am Rhein Düsseldorf und Duisburg. Der St.Galler Martin Schläpfer ist noch bis zum Sommer künstlerischer Direktor und Chefchoreograf des Balletts am Rhein. Zur Spielzeit 2020/2021 übernimmt er die Leitung des Wiener Staatsballetts.

Der Film von Roger Bisson sei das Ergebnis einer aufwendigen ZDF-Fernsehproduktion, die im September 2012 im Theater Duisburg aufgezeichnet wurde, schreibt das Opernhaus: Ohne Publikum tanzte das Ballett am Rhein allein für die Kameras, die sich mit den Tänzerinnen und Tänzern auf der Bühne bewegten. 

Martin Schläpfers Publikumserfolg «Forellenquintett», 2014 auch vom Ballett Zürich aufgeführt, spiele in einem Wald, in einer Märchenwelt, die an Shakespeares Sommernachtstraum erinnere. Zwischen einem Angler und seiner Forelle entspinne sich eine Beziehung voll brutaler Zärtlichkeit, ähnlich skurril wie der Versuch des Dichters Schubart, sein später so bekanntes Gedicht «Die Forelle» zu schreiben.

Das ZDF stelle die Fernsehaufzeichnung bis zum 15. Juni kostenlos zur Verfügung, schreibt die Oper am Rhein. Auf deren Homepage kann man die Aufzeichnung anschauen. 

Freitag, 15. Mai – 15:08 Uhr

Gagen für Auftritte dank Streaming-Plattform der Bühne Thurtal

Nadine Arnet und Ivo Caponio traten als Musikduo «naked» beim ersten Livestream der Bühne Thurtal auf.

Nadine Arnet und Ivo Caponio traten als Musikduo «naked» beim ersten Livestream der Bühne Thurtal auf. 

Bild: Screenshot

(miz) Auftritte, vor noch so wenig Publikum, sind aktuell untersagt. Die Bühne Thurtal greift nun zum naheliegenden Mittel: Sie verlegt die Bühne ins Internet, unter www.life4live.ch ist der Stream verfügbar. Der Gedanke dahinter, Künstlerinnen und Künstlern aller Sparten einen Live-Auftritt vor Live-Publikum zu ermöglichen, ist so einfach wie bestechend. Seit Mittwoch wird allabendlich gestreamt, aus dem Proberaum der Bühne Thurtal in Herisau. Pro Abend könnten mehrere Künstler auftreten, jeweils für maximal eine halbe Stunde. Das Publikum kann Geld spenden und abstimmen, anhand der Votings wird die Gage aufgeteilt.

Am ersten Abend trat das Musikduo naked auf, mit Gitarre und Ukulele heiteren Pop trällernd, vor maximal 49 live-Zuschauern. Egal, inzwischen haben sich schon mehr als 130 Personen das Video angeschaut. Das Spendenbarometer ist von 0 auf 805 Franken gestiegen. Die Bühne wird nicht neu erfunden, klar, aber immerhin genutzt.

Donnerstag, 14. Mai – 19:49 Uhr

 Feier für Preisträger der St.Gallischen Kulturstiftung fällt aus

(gen) Jedes Jahr verleiht die St.Gallische Kulturstiftung im Fr̈ühling Anerkennungs- und Förderpreise an Kulturschaffende aus dem Kanton. Aufgrund der Coronakrise muss die Stiftung dieses Jahr auf eine öffentliche Preisverleihung verzichten. Die öffentliche Verleihungsfeier wird, gemeinsam mit dem jeweils im Herbst zu vergebenden Kulturpreis und einem weiteren Förderpreis, am 11. November 2020 in der Tonhalle St.Gallen durchgeführt.

Lyrikerin Monika Schnyder, Preisträgerin der St.Gallischen Kulturstiftung.

Lyrikerin Monika Schnyder, Preisträgerin der St.Gallischen Kulturstiftung.

Bild: Michel Canonica

Die St.Galler Lyrikerin Monika Schnyder erhält einen Anerkennungspreis  in der Höhe von 15 000 Franken. Die 1945 in Zürich geborene Autorin habe es mit ihren Gedichten immer wieder verstanden, intensive sinnliche Momente auszuloten, wobei ihre Texte nicht auf reine Innerlichkeit zielten. Sie bezögen die Aussenwelt im Gegenteil stets mit ein und übersetzten sie in Bilder von aufgeladener Kraft, schreibt Kulturjournalist Peter Surber.

Fasnachtsbrauch Röllelibutzen aus Altstätten.

Fasnachtsbrauch Röllelibutzen aus Altstätten.

Bild: Marina Hasler

Ein Anerkennungspreis von 20 000 Franken geht an die Röllelibutzen aus Altstätten. Sie pflegten ein überliefertes Fasnachtsbrauchtum und seien gleichzeitig offen für neue Entwicklungen, schreibt die St.Gallische Kulturstiftung.

Künstler Jiří Makovec.

Künstler Jiří Makovec.

Bild: Lukas Havlenic

Ausserdem wird Künstler  Jiří Makovec mit einem Förderpreis von 10 000 Franken ausgezeichnet. Mit seiner präzisen Beobachtungsgabe fange er in Fotografie und Film ebenso alltägliche wie besondere Augenblicke ein, denen oft eine leicht absurde, manchmal auch befremdliche oder humorvolle Wirkung aneigne.

Donnerstag, 14.Mai – 18:42 Uhr

Ausstellung des Sulgener Künstlers Peter Somm über seine Wahlverwandtschaft mit Adolf Dietrich verlängert

Judith Schmed

(gen) Der gebürtige Sulgener Peter Somm (das Foto zeigt ihn in seinem Atelier) besitzt nicht nur Gemälde des Thurgauer Künstlers Adolf Dietrich, sondern er fühlt sich ihm auch künstlerisch nahe. Seine Ausstellung im Kunsthaus Interlaken ist seit Mittwoch wieder offen. Sie stellt Werke von Peter Somm und Adolf Dietrich auf überraschende Art einander gegenüber. Die Ausstellung hat den Anspruch, die verbindende und augenöffnende Kraft ihrer Gemeinsamkeiten im direkten Dialog der Werke zu zeigen.

Adolf Dietrich: Kleines Mädchen im Wäschekorb, 1924.

Adolf Dietrich: Kleines Mädchen im Wäschekorb, 1924.

Die Ausstellung sei in der einzigen Woche, in der sie Anfang März zu besichtigen war, vom Publikum mit so grosser Begeisterung aufgenommen worden, dass die Schau bis zum 9. August 2020 verlängert werde, schreibt das Kunsthaus Interlaken. Wer Bedenken hat, den öffentlichen Verkehr zu benutzen, hat über das Parkhaus unter dem Kunsthaus direkten Zugang zur Ausstellung.

Peter Somm:  Kreis, 2005.

Peter Somm:  Kreis, 2005.

In den letzten Jahren hat Somm mit seiner Frau  eine Sammlung von 25 Dietrich-Werken erworben und in die 2014 gegründete Adolf-Dietrich-Stiftung eingebracht. Somm schätzt an Dietrichs Kunst besonders deren inneren Gehalt:

«Man kann nicht unbeteiligt vor seinen Gemälden stehen. Man spürt die Seele.»
Donnerstag 14. Mai – 15:50 Uhr

Neuer Kunstraum in St.Gallen St. Fiden ab morgen  wieder offen

Felix Boekamp in  seinem Offspace «Chambre directe» gleich bei der Bushaltestelle St.Gallen St.Fiden.

Felix Boekamp in seinem Offspace «Chambre directe» gleich bei der Bushaltestelle St.Gallen St.Fiden.

Ralph Ribi

(gen) Kurz vor dem Lockdown eröffnete Felix Boekamp seinen neuen Kunstraum «Chambre directe – Schubiger» in St.Gallen St. Fiden. Zuvor befand sich dort während vieler Jahre das Haushaltswarengeschäft Schubiger.  Zu sehen ist die Ausstellung  «40 Jahre Körper als Hauptantwort – stehen, gehen, sitzen, liegen». Der Anlass für die Schau ist, dass der Künstler Franz Erhard Walther vor 40 Jahren seine erste Schweizer Soloschau in der St.Galler Galerie Wilma Lock und gleichzeitig beim Kunstverein St.Gallen im Katharinen hatte.

Die Ausstellung ist nun ab morgen Freitag, 15. Mai, auf Anfrage wieder geöffnet, sie dauert bis am 10. Juli. Zu sehen sind sogenannte Ephemera: 50 Künstlerplakate aus über 50 Jahren Ausstellungstätigkeit, Einladungskarten und Bücher.

Chambre directe – Schubiger, Rorschacher Strasse 112, 9000 St. Gallen; 076 748 95 68; felix.boekamp@gmx.de

Dienstag, 12.Mai - 18:51 Uhr

Bühne Thurtal startet offene Bühne im Livestream

(miz) Die Theater und Kleinkunstbühnen in der Schweiz dürfen noch immer nicht den Betrieb starten. Die Bühne Thurtal weicht deswegen online aus: Am Mittwoch, 13.Mai startet das kleine Herisauer Off-Theater das Projekt «Life4Live». Künstlerinnen und Künstler treten im Proberaum in Herisau auf, ihre Performance wird um 19 Uhr live gestreamt.

Das Publikum kann beim Zuschauen Geld spenden für die Kunstschaffenden und zudem abstimmen: Der Künstler, die Künstlerin mit den meisten Stimmen dürfe dann beim ersten Event nach Corona in Herisau auf der Bühne stehen, schreibt die Bühne Thurtal. Das Publikum werde aus den 50 «fleissigsten» Spender*innen von «Life4Live» bestehen.

Das Projekt laufe voraussichtlich so lange, bis wieder kleine Kulturveranstaltungen möglich seien, schreibt die Bühne Thurtal. Künstler*innen, die bei «Life4Live» mitwirken möchten, könnten sich unter studio@life4live.ch anmelden. Für die erste Ausgabe am Mittwoch hat sich die Schauspielerin, Sängerin und Sprecherin Nadine Arnet angemeldet. Das Projekt lebe von Spontaneität, wer noch auftreten werde, davon lassen sich die Macherinnen und Macher überraschen.

Simon Keller, Schauspieler, Regisseur und künstlerischer Leiter der Bühne Thurtal, hat das Projekt «Life4Live» ins Leben gerufen.

Simon Keller, Schauspieler, Regisseur und künstlerischer Leiter der Bühne Thurtal, hat das Projekt «Life4Live» ins Leben gerufen.  

Bild: Christian Regg
Dienstag, 12.Mai - 18:02 Uhr

Literaturhaus Liechtenstein und Literaturhaus Vorarlberg lassen Autorinnen und Autoren Briefe schreiben

(miz) Die Grenzen sind zu, doch Kunst überwindet sie: Das Literaturhaus Liechtenstein und das künftige Literaturhaus Vorarlberg bitten gemeinsam ausgewählte Autorinnen und Autoren, die sich zuvor noch nicht begegnet sind, paarweise grenzübergreifend fünf Wochen lang in einen Briefwechsel per E-Mail zu gehen. Die Inhalte ihres Austausches legen die Partnerinnen und Partner selbst fest oder überlassen sie dem Zufall. Festgelegt ist lediglich, dass jede Woche ein Briefwechsel zwischen den beiden Partnerinnen und Partnern stattfindet.

Mit literarischem E-Mail-Briefwechsel überwinden die Schriftstellerinnen und Schriftsteller Grenzen.

Mit literarischem E-Mail-Briefwechsel überwinden die Schriftstellerinnen und Schriftsteller Grenzen. 

Bild: Literatur Vorarlberg Netzwerk

Weitere Kooperationspartner sind das St.Galler Literaturhaus & Bibliothek Wyborada sowie die Südtiroler Autorinnen- und Autorenvereinigung.

Momentan kann man die Briefwechsel folgender Autorenpaare lesen:
- Christian Futscher (Wien) - Marjana Gaponenko (Mainz) - letzter Brief: 12.05.2020
- Antonie Schneider (Weiler im Allgäu) - Hansjörg Quaderer (Schaan) - letzter Brief: 12.05.2020
- Christoph Linher (Nenzing) - Roberta Dapung (Badia) - letzter Brief: 12.05.2020
- Gabriele Bösch (Hohenems) - Peter Gilgen (Ithaca, N.Y.) - letzter Brief: 27.04.2020Zum Nachlesen findet man die Briefwechsel auf den Homepages der beteiligten Literaturhäuser Liechtenstein und Vorarlberg sowie im Blog der Bibliothek Wyborada.

Dienstag, 12.Mai - 17:14 Uhr

Künstlerin gestaltet Spiele mitten im Grenzzaun zwischen Konstanz und Kreuzlingen

Gemeinsam spielen, obwohl der doppelte Grenzzaun sie trennt: Das Projekt «Gesellschaftsspielen» der Konstanzer Künstlerin Chiara Hofmann verbindet die Getrennten.

Gemeinsam spielen, obwohl der doppelte Grenzzaun sie trennt: Das Projekt «Gesellschaftsspielen» der Konstanzer Künstlerin Chiara Hofmann verbindet die Getrennten. 

Bild: Chiara Hofmann

(miz) Bis vor kurzem war sie Kunst: die Grenze zwischen Konstanz und Kreuzlingen. Wegen der Coronapandemie ist sie seit Wochen geschlossen, und reisst Familien, Freunde und Bekannte auseinander. Genau dort, wo eigentlich die Kunstgrenze von Johannes Dörflinger bis vor wenigen Wochen die offene Grenze zwischen der Schweiz und Deutschland markierte, stehen nun im Abstand von zwei Metern zwei Zäune, die den direkten Kontakt zwischen Menschen auf beiden Seiten verhindern sollen. Die Malerei-Studentin Chiara Hofmann ermöglicht nun spielerisch genau den Kontakt, der durch die Zäune verunmöglicht werden soll. 

Mit langen Stangen lassen sich die Spielfiguren von beiden Seiten der Grenzzäune bewegen.

Mit langen Stangen lassen sich die Spielfiguren von beiden Seiten der Grenzzäune bewegen. 

Bild: Chiara Hofmann

Chiara Hofmann, Malerei-Studentin an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle an der Saale, belebt in ihrer Heimat Konstanz mit dem Projekt «Gesellschaftsspielen» die Kunstgrenze wieder, wie das Kulturamt Konstanz jetzt mitteilt.  Unter dem Motto «Spielen mit Mindestabstand» startete ihr Projekt, das vom Kulturamt Konstanz unterstützt wird, am 11. April 2020 zwischen den Grenzzäunen. Hofmann gestaltete eine Serie von grossen, handbemalten Brettspielen, die sich genau in der Mitte zwischen dem Schweizer und dem deutschen Grenzzaun befinden und so ein Bindeglied zwischen den Ländern darstellen. Mit langen Stäben lassen sich die Spielfiguren von beiden Seiten des Zauns bewegen.

Auf Hofmanns Website und auch auf ihrem Instagram-Account  finden sich Spielanleitungen, Gedanken, Wortspiele und Fotografien, sowie persönliche Geschichten der getrennten Menschen.

Freitag, 8. Mai – 18:33 Uhr

Die Münsterfestspiele in Konstanz finden statt

Christoph Nix, Intendant des Theater Konstanz, kann seine Abschiedsinszenierung auf dem Münsterplatz

Christoph Nix, Intendant des Theater Konstanz, kann seine Abschiedsinszenierung auf dem Münsterplatz

Reto Martin

(gen) Nun ist es abgesegnet: Intendant Christoph Nix kann seine Abschiedsinszenierung auf dem Konstanzer Münster trotz Pandemie durchführen.  Zwar hat der Gemeinderat der Stadt Konstanz an seiner gestrigen Sitzung die sofortige Beendigung der Spielzeit 2019/2020 des Theaters Konstanz beschlossen. Ausnahme bilden jedoch die seit 2007 vom Theater initiierten und veranstalteten Freilichtspiele auf dem  Münsterplatz. Dort wird Anfang Juli 2020 das eigens für diesen Ort geschriebene Stück «Hermann der Krumme oder die Erde ist rund» von Christoph Nix in der Regie des Autors und der Choreografin Zenta Haerter uraufgeführt werden unter strenger Beachtung des Infektionsschutzes. Geplant sind derzeit 20 bis 25 Vorstellungen vor jeweils rund 250 Zuschauern.

Aus Gründen des Infektionsschutzes sind auf dem Konstanzer Münsterplatz drei Bühnen vorgesehen.

Aus Gründen des Infektionsschutzes sind auf dem Konstanzer Münsterplatz drei Bühnen vorgesehen.

PD

In der vergangenen Woche hatte das Theater Konstanz ein an die Bedingungen des Infektionsschutzes angepasstes Konzept für die Münsterplatzfestspiele vorgestellt und damit in der Öffentlichkeit grossen Zuspruch erhalten. Auch die Kulturstaatsministerin Monika Grütters und der Präsident des Deutschen Bühnenvereins und Intendant des Deutschen Theaters Berlin Ulrich Khuon unterstützten die Initiative des seit 1607 durchgehend bespielten Theaterhauses am Bodensee.

Das Stück  «Hermann der Krumme oder die Erde ist rund» erzählt die Geschichte des Benediktinermönches Hermann von Altshausen, der trotz erheblicher körperlicher Beeinträchtigungen nicht nur ein bedeutender Denker, Erfinder und Künstler des frühen Mittelalters wurde, sondern sein Leben entgegen aller Hemmnisse zu einem lebenswerten und schönen zu gestalten wusste.

Freitag, 8. Mai – 16:54 Uhr

Im St.Galler Sitterwerk und Kesselhaus Josephsohn sind ab
11. Mai Führungen für kleine Gruppen möglich

So viele Besucher wie an der Museumsnacht 2015 wird es in der Kunstbibliothek im Sitterwerk St.Gallen trotz Öffnung nicht so bald wieder haben.

So viele Besucher wie an der Museumsnacht 2015 wird es in der Kunstbibliothek im Sitterwerk St.Gallen trotz Öffnung nicht so bald wieder haben.

Ralph Ribi

(gen) Ab dem 11. Mai öffnen das St.Galler Sitterwerk mit der Kunstbibliothek und dem Kesselhaus Josephsohn wieder ihre Türen, Schubladen und Bücher. Die Lockdown-Zeit wurde genutzt um Materialien zu reinigen, Lager aufzuräumen und Bücher zu reparieren.

Zum Schutz der Besucher und Mitarbeitenden wurden die nötigen Vorkehrungen getroffen: etwa Quarantäneboxen für benutzte Bücher oder Handschuhe für Materialien. Maximal zwölf Personen sind gleichzeitig erlaubt in Kunstbibliothek und Werkstoffarchiv, maximal 20 Personen im Kesselhaus Josephsohn. Gruppen ab vier Personen werden gebeten sich anzumelden.
Führungen in Kleinstgruppen und zu Randzeiten sind möglich, Anfragen sind zu richten an post@sitterwerk.ch.

Im Kesselhaus Josephson in St.Gallen.

Im Kesselhaus Josephson in St.Gallen.

Trix Niederau

Öffnungszeiten
Ab 11. Mai bis 7. Juni: Montag bis Mittwoch, 9–17 Uhr, Sonntag und Auffahrt, 14–18 Uhr, und nach Vereinbarung. Ab 8. Juni: Montag bis Freitag, 9–17 Uhr, Sonntag, 14–18 Uhr

Freitag, 8. Mai – 11:35 Uhr

St.Galler Textilmuseum fährt Betrieb stufenweise hoch

Ausstellungsansicht aus «Fabrikanten und Manipulanten».

Ausstellungsansicht aus «Fabrikanten und Manipulanten».

Jürg Zürcher

(gen) Am Montag, den 11. Mai 2020 öffnet das Textilmuseum St. Gallen nach fast zwei Monaten Schliesszeit seine Pforten wieder für den Publikumsverkehr. Führungen, Museumsgespräche, Workshops und Vernissagen sind bis auf weiteres nicht möglich.
Die Textilbibliothek kann ab dem 13. Mai wieder besucht und genutzt werden. Der Museumsbetrieb wird stufenweise  hochfahren: Den Auftakt macht die Ausstellung «Fabrikanten & Manipulanten», die ab dem 11. Mai zu einem reduzierten Eintrittspreis von fünf Franken zu sehen sein wird. Ab dem 21. Mai ist in der Lounge des Textilmuseums die «Vision Frühling Sommer 2021» zu sehen. Hochaktuelle Fragen behandelt eine von Swiss Textiles konzipierte und ebenfalls ab dem 21. Mai in der Lounge zu sehende Themenausstellung, die sich unter anderem den neuesten textiltechnologischen Entwicklungen von Gesundheitsmasken widmet.

Der plissierte Krizia-Overall aus synthetischer Chemiefaser wird in der Ausstellung «Material Matters» zu sehen sein.

Der plissierte Krizia-Overall aus synthetischer Chemiefaser wird in der Ausstellung «Material Matters» zu sehen sein. 

Mirjam Graf

Ab dem 6. Juni eröffnet die Ausstellung «Material Matters. Von der Faser zur Mode», die sich mit textilen Rohstoffen, ihrer Gewinnung und Verarbeitung befasst und dabei ein besonderes Augenmerk auf Fragen der Nachhaltigkeit legt. Ergänzend werden mehr als fünfzig ausgewählte Kostüme von 1800 bis heute gezeigt, die die Vielfalt und Schönheit textiler Materialien illustrieren und deren Einfluss auf die Mode im Wandel der Zeiten verdeutlichen.

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Donnerstag, 7. Mai – 16:37 Uhr

Zeitgenössische Malerei aus dem Thurgau

Die Gemälde Heike Müllers, wie hier zum Beispiel «double painting 8», haben unter anderem Fotografien als Ausgangspunkt.

Die Gemälde Heike Müllers, wie hier zum Beispiel «double painting 8», haben unter anderem Fotografien als Ausgangspunkt.

PD

(gen) Die Vernissage der Ausstellung «Pinsel, Pixel und Pailletten» im Thurgauer Kunstmuseum konnte wegen der Pandemie nicht stattfinden. Doch ab diesem Montag, 11. Mai, ist sie nun endlich für die Besucherinnen und Besucher geöffnet. Gezeigt werden grossformatige Werke von 13 Thurgauer Künstlerinnen, nur zwei Künstler sind dabei. Sie alle widmen sich der zeitgenössischen Malerei.

Rachel Lumsden, «Sound of Pleiades».

Rachel Lumsden, «Sound of Pleiades».

PD

Die Vielfalt ist gross: Olga Titus «malt» mit Pailletten, der Ausgangspunkt der Gemälde Heike Müllers sind alte Postkarten, frühe Fotografien und gefundene Bilder. Und sie porträtiert Männer mit dem weiblichen Blick für deren Sexappeal. Auch die gebürtige Egnacherin Karin Schwarzbek erweitert die Möglichkeiten der Malerei, indem sie zum Beispiel die Leinwand mit Make-up einfärbt. Rachel Lumsdens Gemälde sind immer geheimnisvoll, manchmal surreal oder latent bedrohlich. Die Ausstellung zeigt jedenfalls, dass die Malerei noch lange nicht tot ist.

So denn das Virus will, findet am 2. Juli um 19 Uhr eine Podiumsdiskussion mit den Künstlerinnen Ute Klein, Almira Medaric und Lisa Schiess statt. Direktor Markus Landert moderiert.

Donnerstag, 7. Mai – 11:43 Uhr

Museum im Lagerhaus zeigt Kunst im Ausnahmezustand

Buntes Treiben meiner Kopfgeister von Monika Guélat.

Buntes Treiben meiner Kopfgeister von Monika Guélat.

PD

(gen) Am Dienstag öffnet auch das St.Galler Museum im Lagerhaus wieder seine Türen. Es sammelt und stellt naive Kunst, Art Brut und Aussenseiterkunst aus der Schweiz aus. Bis zu den Sommerferien ist aber nur die Galerie im Foyer im Erdgeschoss mit der Pop-up-Ausstellung «Kunst im Ausnahmezustand» zugänglich. (12. Mai – 5. Juli 2020). Die geplanten Ausstellungen «ÜberMütter» und «Linda Naeff, Matricule II.» sind  auf den 31. August 2020 verschoben. Der Ausstellungsbereich im ersten Obergeschoss bleibt solange geschlossen.

Eingangsbereich zum St.Galler Museum im Lagerhaus, Kompetenzzentrum für Outsider Art und Art Brut.

Eingangsbereich zum St.Galler Museum im Lagerhaus, Kompetenzzentrum für Outsider Art und Art Brut.

Michel Canonica

Die Kuratorinnen sind begeistert über die vielen Werke, die aufgrund ihres Aufruf zur künstlerischen Mit-Mach-Aktion «Kunst im Ausnahmezustand» bis Ende April eingegangen sind. Insgesamt sind es 145 Werke. Die Ausstellung eröffnet am Dienstag, 12. Mai 2020 um 14 Uhr – aufgrund der aktuellen Situation ohne Vernissage. Der Eintritt ist frei.

Das beste Werk wir von einer Publikumsjury prämiert. Alle Besucherinnen und Besucher können bis zum 5. Juli 2020 direkt in der Ausstellung unter den Einsendungen ihr Lieblingswerk wählen. Der Gewinner oder die Gewinnern wird nach den Sommerferien verkündet.

Dienstag, 5. Mai – 18:00 Uhr

Bachstiftung legt im 2020 ein Sabbatjahr ein

Die Bachkantate wird auch im Mai nur als Livestream zu hören und zu sehen sein. Alle Konzerte fürs 2020 sind abgesagt.

Die Bachkantate wird auch im Mai nur als Livestream zu hören und zu sehen sein. Alle Konzerte fürs 2020 sind abgesagt.

Benjamin Manser

(gen) Nach den zwei pandemiebedingten Absagen der Kantatenkonzerte in den Monaten März und April sagt die J.S. Bachstiftung nun auch das Konzert von Freitag, 15. Mai 2020, ab. Die Kantate BWV 183 «Sie werden euch in den Bann tun» wird, ähnlich wie die beiden vorangegangenen Kantaten, wiederum als Konzert des 1-Mann-Ensembles Rudolf Lutz am Abend des 15. Mai aus der Kirche in Stein über ein Videostreaming erklingen. Es wird über die Website der Bachstiftung, Facebook oder Youtube aufgeschaltet und beginnt um 19.00 Uhr.

Das Führungsteam hat sich darüber hinaus entschlossen, das gesamte Jahr 2020 für die regulären Produktionen der Stiftung ad acta zu legen.  Die Bachstiftung schreibt in einer Mitteilung:

«Wir wollen kein Stückwerk und wir wollen keine halbbatzigen, gegebenenfalls publikumslosen Veranstaltungen.»

Was ausfällt wird nicht 2021, sondern erst ab 2022 nachgeholt. Auch die «Appenzeller Bachtage» werden mit möglichst unverändertem Programm und möglichst denselben Mitwirkenden auf August 2022 verschoben.

Für die entfallenen Kantaten sind verschiedene Möglichkeiten angedacht, so zum Beispiel «Kantatencluster» à zwei oder sogar drei Konzerte. Denkbar sei auch eine Verdichtung des Aufführungsrhythmus von vier auf zwei oder drei Wochen. Ziel sei es jedenfalls, bis im Jahr 2023 den Rückstand aufgeholt zu haben.

Über das Jahr 2020 hinweg will die Bachstiftung  mit monatlichen Livestreams mit ihrem Publikum in Verbindung bleiben. Derzeit werden noch inhaltliche Ideen gesammelt.

Dienstag, 5.Mai - 17:05 Uhr

Rheintaler Dokfilmer David Bernet spricht im Podcast der Deutschen Filmakademie über Filmen in der Krise

Dokfilmer David Bernet

Dokfilmer David Bernet

Bild: PD

(miz) Der Rheintaler und Wahlberliner David Bernet ist Dokumentarfilmer und seit der diesjährigen Berlinale Vorstand der AG Dok. Für Furore sorgte er mit seinem Dokfilm «Democracy - Im Rausch der Daten». Jetzt serzählt er im Podcast «Close Up - Corona Spezial» der Deutschen Filmakademie im Gespräch mit Christian Schwochow von dem Umgang der Dokumentarfilmschaffenden mit der Krise. Denn die Dokfilmer werden durch ihre speziellen Produktionsbedingungen vor besondere Herausforderungen gestellt. David Bernet erklärt zudem, warum Solidarität jetzt und in Zukunft an oberster Stelle stehen sollte.

Dienstag, 5. Mai – 14:19 Uhr

Kunsthalle St.Gallen: Social Distancing mit Herz und Verstand

Die Künstlerinnen und Künstler der Ausstellung «La fine ligne» in der Kunsthalle St.Gallen.

Die Künstlerinnen und Künstler der Ausstellung «La fine ligne» in der Kunsthalle St.Gallen.

Ralph Ribi

(gen) Ab dem 12. Mai ist die Kunsthalle St. Gallen wieder regulär geöffnet. Selbstverständlich werde man sich darauf vorbereiten und alle nötigen Massnahmen treffen, um die Sicherheit und Gesundheit des Publikums und des Teams zu gewährleisten, schreibt die Kunsthalle in ihrem Newsletter. Man werde Social Distancing mit Herz und Verstand praktizieren.
Die Ausstellung «La fine ligne», die  abrupt geschlossen werden musste, wird wiedereröffnet. Die verlorenen Ausstellungswochen werden nachgeholt und das Projekt wird bis mindestens Ende Juli zu sehen sein. In der Zwischenzeit hat die Kunsthalle mit den Künstlerinnen und Künstlern – Linus Bill + Adrien Horni, Simone Holliger, Marine Julié und Simon Paccaud – einen Instagram-Account eröffnet, um dort den Esprit der Ausstellung lebendig zu halten. Ausserdem hofft die Kunsthalle, während des Sommers noch ein paar Überraschungen realisieren können. Es sei aber noch zu früh, um darüber zu reden. 
Ende August werden voraussichtlich die Ausstellungen von Valentina Minnig und Gernot Wieland folgen, die eigentlich schon Ende April hätten eröffnet werden sollen. Für den Herbst ist ein Projekt mit Eric Baudelaire geplant. Genauere Daten werden sobald als möglich kommuniziert.

Dienstag, 5. Mai – 14:14 Uhr

Coronaliteratur zum Dritten

(gen) Das von Daniel Kissling und Benjamin von Wyl gegründete  ad-hoc-Literaturmagazin Stoff für den Shutdown startet auf Crowdify das Crowdfunding für die dritte und vorerst letzte Ausgabe des Corona-Literaturmagazin unter dem Titel «Hitzefrei». Sie soll am 9. Juni erscheinen, ein Tag nach dem offiziellen Ende des Lockdowns und angesichts eines Sommers ohne Festivals, ohne Strandferien.  Im Juni 2020 seien Gruppenumarmungen Utopie, schreiben Kissling und von Wyl. Als Trost bleibe einzig, dass man verschwitzte Körper ohnehin nicht so gerne umarme. Beteiligt sind wieder über 30 Schweizer Autorinnen und Autoren, darunter die St.Gallerin Bettina Dyttrich, die auch als Woz-Redaktorin arbeitet, und die Ausserrhoderin Jessica Jurassica.

Die beiden ersten Ausgaben waren ein Erfolg: Vol. 1 wurde  fast 1000 Mal bestellt. Von Vol. 2 wurden bisher über 600 Exemplare in die ganze Schweiz, aber auch nach Deutschland, Österreich, Finnland und Grossbritannien verschickt. Nur eine Bestellung nach Aserbaidschan sei unmöglich gewesen, schreiben die Herausgeber: Dahin liefere die Post gegenwärtig nicht. Die beiden ersten Ausgaben können auf Crowdify weiterhin bestellt werden. Die Herausgeber gestehen, ihr Projekt «Stoff für den Shutdown» unterschätzt zu haben. Von der Resonanz her, aber auch vom Aufwand und den Kosten. Anstatt 12 000 Franken wie budgetiert kostete eine Ausgabe gut 17 000 Franken. Ihr ernüchterndes Fazit lautet:

«Crowdfundings ermöglichen keine nachhaltige Finanzierung im post-Corona-Kulturleben.»
Montag, 4.Mai – 17:26 Uhr

Theaterwerkstatt Gleis 5 Frauenfeld mit neuen Videos

(miz) Auftreten dürfen sie nicht, doch das Spielen lassen sie sich nicht nehmen: Das Team der Theaterwerkstatt Gleis 5 in Frauenfeld baut sein Streaming-Angebot weiter aus. Auf der Homepage finden sich neben einem zweiteiligen «Corona-Puppen-Thriller für Kinder und Kindsköpfe» neu auch die Rubrik, was die Teammitglieder hinter den Kulissen treiben.

Das Team der Theaterwerkstatt Gleis 5 in Frauenfeld baut das Streaming-Angebot aus.

Das Team der Theaterwerkstatt Gleis 5 in Frauenfeld baut das Streaming-Angebot aus. 

Donato Caspari

Theaterhund Monty begleitet durch alle Episoden. Jeden Samstag wird dazu ein neues Video veröffentlicht. Zum Auftakt führt Regisseur Noce Noseda in seinen Keller.

Montag, 4.Mai - 16:31 Uhr

IG Kultur Ost schreibt Brief an Bundesrat

(miz) Die Interessengemeinschaft Kultur Ost hat sich mit einem offenen Brief an den Bundesrat gewandt. Für die Kulturszene sei die Unsicherheit in der Corona-Krise existenzbedrohend, schreiben die regionalen Interessengemeinschaften Kultur (IG Kultur Ost, IG Kultur Luzern, Kulturlobby Winterthur, Kulturstadt Jetzt Basel, Pro Kultur Kanton Zürich, Pro Kultur Olten, Verband Kultur Baselland).

«Der Lockdown droht zum Knockdown zu werden.»
Peter Surber, Ann Katrin Cooper und Philipp Stuber vom Vorstand der IG Kultur Ost.

Peter Surber, Ann Katrin Cooper und Philipp Stuber vom Vorstand der IG Kultur Ost.

Bild: PD

Die Unterzeichner drängen auf eine rasche Klärung der Termine auch für mittlere und kleine Veranstaltungen. Und sie warnen vor den mittel- und langfristigen Folgen der Krise für den Kulturbetrieb. Das erste Rettungspaket ende am 20. Mai, der Lockdown der Kultur drohe aber weit über dieses Datum hinaus anzudauern.

Montag, 4.Mai - 14:34 Uhr

Kino Weinfelden verkauft Popcorn und Getränke

(miz) Noch darf im Kino Weinfelden kein Film gezeigt werden. Doch das Liberty Cinema  öffnet jetzt am Donnerstag, Freitag und Samstag trotzdem die Türe. Und zwar, um Esswaren und Getränke zu verkaufen. Wie das Kinoteam schreibt, hätten sie ja ziemlich überraschend Anfang März den Betrieb einstellen müssen. Jetzt befänden sich im Lager noch einige Esswaren und Getränke, die in den nächsten Wochen ihr Mindesthaltbarkeitsdatum erreichen. 

Da wurden noch Filme gezeigt: Das Liberty Cinema in Weinfelden.

Da wurden noch Filme gezeigt: Das Liberty Cinema in Weinfelden.

Bild: Donato Caspari

Es sei dem Kinoteam gelungen, vom Kanton die Erlaubnis zu erhalten, diese Woche am Donnerstag & Freitag (16.00 bis 20.00 Uhr) und Samstag (15.00 bis 19.00 Uhr) den Kinokiosk im Liberty Cinema Weinfelden zu öffnen, um diese Waren zu verkaufen. Die Verkaufspreise wurden dafür stark reduziert, schreiben die Organisatoren. Zudem werde man auch frisches Popcorn anbieten sowie Kinogutscheine ausstellen. Wer also den heimischen Streaming-Kinogenuss mit original Cinema-Liberty-Popcorn verbringen möchte: auf nach Weinfelden!

Montag, 4.Mai - 10:10 Uhr

Das St.Galler Kunstschaufenster «Hiltibold» zeigt neue Werke

Wechselnde Kunst im öffentlichen Raum: «Display, Spiegel, Vehikel» (Beton, 2013) von Lutz & Guggisberg, ist noch bis 5. Mai 2020 im Kunstschaufenster an der Magnihalden St.Gallen zu sehen.

Wechselnde Kunst im öffentlichen Raum: «Display, Spiegel, Vehikel» (Beton, 2013) von Lutz & Guggisberg, ist noch bis 5. Mai 2020 im Kunstschaufenster an der Magnihalden St.Gallen zu sehen.

Bild: PD

(miz) Noch immer haben Museen und Galerien geschlossen - alle, bis auf einen kleinen Ausstellungsort: Das Kunstschaufenster Hiltibold in der St.Galler Altstadt führt auch im Lockdown den Ausstellungsbetrieb weiter. Ab Donnerstagabend können in den beiden Vitirinen die neuen Werke von Husmann/Tschaeni und Priska Rita Oeler im vorbeiflanieren begutachtet werden. 

Die Zeit erlaube es leider nicht, die Künstler zu feiern, schreiben die Ausstellungsmacherinnen. Trotzdem solle man immer wieder vorbeispazieren an den beiden Kunstvitrinen in der Stützmauer an der Magnihalde / Goliathgasse in der St.Galler Altstadt. Nur noch bis 5.Mai seien die aktuellen Arbeiten von Lutz/Guggisberg und Beni Bischof zu sehen. 

Donnerstag, 30.April - 16:37 Uhr

Neuer Kunstführer über Kinderdorf Pestalozzi Trogen

(miz) Das Kinderdorf Pestalozzi repräsentiere ein wichtiges Stück Kulturerbe der Schweiz und stehe zugleich für Solidarität und humanitäre Hilfe, schreibt die Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Jetzt präsentiert sie mit einem Kunstführer einen neuen Blick auf diesen bedeutenden Ort im Appenzellerland. Autor Ueli Habegger, Architekturhistoriker und früherer Denkmalpfleger der Stadt Luzern, sei als Verfasser zahlreicher Fachpublikationen bekannt.

Das 1946 gegründete Kinderdorf Pestalozzi im ausserrhodischen Trogen ist trotz mehrerer Sanierungen bis heute Original. Der Denkmalwert des baulich kontinuierlich gewachsenen Kinderdorfs besteht nicht nur in seiner architekturhistorischen Bedeutung, sondern auch in seiner Eigenschaft als Zeuge von Reformpädagogik sowie Solidarität und humanitärer Hilfe in der Schweiz nach dem Zweiten Weltkrieg. Bis heute gilt es als «Friedensdorf». Der Schweizer Architekt, Designer und Künstler Hans Fischli schuf im Kinderdorf Pestalozzi modular aufgebaute, kindgerechte Häuser, die er mit Stilelementen des typischen Appenzellerhauses verband. Schon allein das sei einzigartig, so die Herausgeber des Kunstführers.

Das Dorf Trogen ist im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz aufgeführt. 1959/1960 kam im Kinderdorf – als Systembau – das Oberstufenschulhaus von Max Graf hinzu und 1967 Ernst Gisels Kultraum (Andachtshaus), der als überkonfessionell nutzbarer Raum durch seine in sich ruhende Geschlossenheit fasziniere, so die Herausgeber.

Solange der Lockdown gilt, ist das Besucherzentrum, wie andere Orte auch, geschlossen. Doch vom 8. Juni an sind die Pforten für Besucherinnen und Besucher wieder geöffnet. Bis dahin kann man einen kurzen Einblick auf Youtube erhaschen. 

Die modular aufgebauten Häuser von Architekt Hans Fischli im Kinderdorf Pestalozzi beleuchtet jetzt ein Kunstführer neu.

Die modular aufgebauten Häuser von Architekt Hans Fischli im Kinderdorf Pestalozzi beleuchtet jetzt ein Kunstführer neu. 

Bild: PD

Ueli Habegger: «Das Kinderdorf Pestalozzi in Trogen», Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK, 63 Abbildungen, 48 Seiten, 16.- 

Donnerstag, 30.April - 16:23 Uhr

Neues Kochbuch versammelt kulinarische Besonderheiten vom Bodensee

(miz) In der Coronakrise haben viele daheim ihre Leidenschaft fürs Kochen ausgelebt. Da kommt das neue Kochbuch aus dem Appenzeller Verlag gerade recht. Das Kochbuch «Rorschach kocht» nimmt sich des Essens und der kulinarischen Besonderheiten am See an. Nicht nur historische Rezepte werden vorgestellt, sondern auch Rezepte aus aller Welt, schreibt der Verlag. Denn in Rorschach und Umgebung wohnen Menschen aus vielen Nationen. Diese Vielfalt hat über die Jahrzehnte das gesellschaftliche und kulturelle Leben in Rorschach und auch die Essgewohnheiten verändert.

Hinter dem Rorschacher Kochbuch steht eine Gruppe von Seniorinnen und Senioren. Das Rorschacher Kochbuch zeigt überdies in Wort und Bild die Menschen und Geschichten hinter den Rezepten. Vorgestellt werden alte Familienrezepte, Eigenkreationen und Historisches wie Dinkelfladen nach Pfahlbauer Art. Auch private Kochbücher werden geöffnet: So etwa ein Armeleute-Kochbuch, das Rezepte aus einer Zeit vorstellt, als viele Menschen unter Hunger litten. 

«Rorschach kocht - Rezepte, Bilder und Geschichten»; Appenzeller Verlag, 152 Seiten, 38.-

«Rorschach kocht - Rezepte, Bilder und Geschichten»; Appenzeller Verlag, 152 Seiten, 38.-

Bild: PD
Mittwoch, 29.April - 14:10 Uhr

Theater St.Gallen startet Streaming-Angebot

So nah wie in der Schauspielkomödie «Sein oder Nichtsein» dürfen sich die Künstlerinnen und Künstler aktuell nicht kommen, deswegen stellt das Theater St.Gallen jetzt ein Online-Programm zusammen.

So nah wie in der Schauspielkomödie «Sein oder Nichtsein» dürfen sich die Künstlerinnen und Künstler aktuell nicht kommen, deswegen stellt das Theater St.Gallen jetzt ein Online-Programm zusammen.

Bild: Tanja Dorendorf / T+T Fotografie

(miz) Während andernorts die Online-Spielpläne fast platzen, blieb das Theater St.Gallen in der Coronakrise still, als sei es in Schockstarre verfallen. Zwar wurde fast täglich ein kurzes selbstgedrehtes Video der Reihe «Künstler im Homeoffice» veröffentlicht, doch ansonsten wurde nichts gestreamt. Das ändert sich ab nächster Woche. 

Wie das Theater St.Gallen jetzt mitteilt, erstellt es ein weites Online-Programm. Mitglieder des Musiktheater-Ensembles werden Musikwünsche des Publikums erfüllen. Schauspielerinnen und Schauspieler werden Hörspiele einlesen. Orchestermusikerinnen und -musiker werden ihre Instrumente vorstellen. Via Livestream auf Facebook könne das Publikum Mitgliedern des Theaters und des Sinfonieorchesters einmal die Fragen stellen, die ihm schon lange unter den Nägeln brannten.

Unter der Mailadresse wunschkonzert@theatersg.ch werde man sich Lieblingspassagen aus Opern, Operetten und klassischen Musicals wünschen können. Man solle dazu noch eine Video- oder Audiobotschaft mitschicken, warum man den gewählten Titel hören möchte. Die Ensemble-Mitglieder der Sparte Musiktheater würden dann die Wunschstücke interpretieren, die als Videos auf die Webseite des Theaters St.Gallen aufgeschaltet würden, schreibt das Theater.

Die Sparte Schauspiel werde eine Reihe von Hörspielen und Hörstücken einlesen. Auf das Streamen von inszenierten Stücken werde bewusst verzichtet. Das Theater solle im Kopf der Hörerinnen und Hörer stattfinden. Gelesen werden Texte aus dem ersten «Heidi»-Buch, Krimis, Kindergeschichten und Auszüge aus dem Buch «100 wahre Geschichten» der St.Galler Autorin Brigitte Schmid-Gugler. Desweiteren sollen wenig bekannte kleine Prosatexte von Franz Kafka und Passagen aus dem Roman «Die Nachkommende» von Ivna Žic gelesen werden.

Die Musikerinnen und Musiker des Sinfonieorchesters würden den Klangkörper in seine Einzelteile zerlegen, schreibt das Theater. In Videos für die jüngsten Zuhörer wollen sie alle ihre Instrumente aus dem Orchesteralltag vorstellen.

Desweiteren sei die Videoreihe «Sommerträume» geplant, darin sollen alle Sparten zusammenkommen. Jeweils zu zweit thematisieren die Künstlerinnen und Künstler in einer Fortsetzungsreihe die Sehnsüchte und Träume eines Sommers. Im «Sofa-Talk» schliesslich werden Mitglieder des Theaters und des Sinfonieorchesters zu ihrer Arbeit und ihrem Leben befragt. Das Publikum sei via Livestream dabei und könne über Facebook die Fragen stellen, die es schon immer mal stellen wollte.

Das Online-Programm werde ab kommender Woche auf der Homepage des Theaters aufgeschaltet. 

Dienstag, 28.April - 14:56 Uhr

Ausserrhoder Band «Sort of Sad» streamt erste Songs

Die junge Ausserrhoder Electropop-Band Sort of Sad veröffentlicht coronabedingt ihre ersten Songs auf Streamingplattformen.

Die junge Ausserrhoder Electropop-Band Sort of Sad veröffentlicht coronabedingt ihre ersten Songs auf Streamingplattformen.

Bild: PD

(miz) Sie hatten sich gerade erst zur Band formiert, wollten erste Songs komponieren, da kam der Lockdown. Die jungen Ausserrhoder Musiker Paula Schindler (Herisau), Elija Walz (Gais) und Gian Trüb (Herisau) hatten sich den Start ihrer Electropop-Band «Sort of Sad» anders vorgestellt. Nach der guten Resonanz nach dem ersten Auftritt hätten sie im Frühjahr 2020 erstmals mit konkreteren Songprojekten begonnen, schreiben die drei.

Trotz Lockdown haben sie an ihrem Plan festgehalten. Nach einigen intensiven Tagen des Komponieren habe «Sort of Sad» vor wenigen Tagen nun den Track «How Do You Know» auf allen erhältlichen Streamingplattformen veröffentlicht, schreibt die Band. Am 8. Mai soll der zweite Song «Want me» online gehen.

Die Songs würden zu Hause im Homestudio aufgenommen und abgemischt. Das kommende Projekt werde eine erste EP (ein kleines Album mit vier bis sechs Songs) sein, welche voraussichtlich diesen Sommer erscheinen werde. Die ersten geplanten Auftritte leider vermutlich auch auf den Herbst verschieben müssen.

Kennengelernt haben die drei sich als Schüler der Kantonsschule Trogen, wo sie gemeinsam in Bands ihre Musikleidenschaft ausleben konnten, wie sie schreiben. Diese Leidenschaft für Elektronische Musik bilde auch den Ursprung der Band. 

Dienstag, 28.April - 10:36 Uhr

Walensee-Bühne verschiebt Musical «Flashdance» auf 2021

Vor zwei Jahren wurde auf der Walenseebühne das Musical «Die Schöne und das Biest» gezeigt. «Flashdance» wird nun auf 2021 verschoben.

Vor zwei Jahren wurde auf der Walenseebühne das Musical «Die Schöne und das Biest» gezeigt. «Flashdance» wird nun auf 2021 verschoben. 

(miz) Nachdem der Musical-Sommer am Walensee aufgrund der Corona-Situation verschoben werden musste, verkündet die Veranstalterin jetzt die neue Spielzeit 2021: von Mittwoch, 16. Juni bis Samstag, 24. Juli 2021 würden nächstes Jahr die 80er-Jahre am Walensee Einzug halten.

Das Musical «Flashdance» nach dem gleichnamigen Film hätte diesen Juni Premiere feiern sollen. Nun findet alles genau ein Jahr später statt. Bereits gekaufte Tickets behalten ihre platzgenaue Gültigkeit für das entsprechende Verschiebedatum im Sommer 2021, schreibt die Veranstalterin TSW Musical AG. Gekaufte Tickets könnten allerdings weder rückerstattet, umgebucht oder umgetauscht werden.

Das bereits gesetzte Kreativteam werde nächsten Sommer auf die Walensee-Bühne zurückkehren, der Cast voraussichtlich ebenfalls. Regie führe Stanislav Moša, Intendant des Stadttheaters Brünn in Tschechien, die musikalische Leitung übernehme bereits zum vierten Mal der Bündner Gaudens Bieri.

Da die diesjährige Medienkonferenz rund um die Verkündung des Casts und des Bühnenbildes vom 18. März 2020 aufgrund der Coronasituation habe abgesagt werden müssen, blieben die Protagonisten der «Flashdance»-Besetzung und erste Visualisierungen des Bühnenbildes bis nächsten Frühling ein Geheimnis.

Montag, 27.April, 18:50 Uhr

Fotomuseum Winterthur will Ihr Handy kaufen - mitsamt all Ihren Bildern

(miz) Noch dauert es, bis man das Fotomuseum Winterthur wieder besuchen kann. Doch es bereitet sich auf kommende Vernissagen vor und startet mit dem Künstlerduo Eva und Franco Mattes einen Aufruf:  «Wir suchen eine Person, die bereit ist, ihr gebrauchtes Handy einschliesslich aller darin enthaltenen Fotos und Videos zu verkaufen. Wir zahlen dir dafür 1’000 CHF», schreibt das Fotomuseum im Newsletter. 

Gesucht wird aber nicht irgendein Handy: Es solle schon all die Tausende von Fotos und Videos enthalten, die vom Besitzer oder der Besitzerin im Laufe mehrerer Jahre aufgenommen wurden. Denn diese Fotos und Videos würden für ein Kunstwerk verwendet, das sich mit aktuellen Fragen rund um die Privatsphäre sowie Exhibitionismus und Voyeurismus in unserer vernetzten Gesellschaft befasst.

Das Werk werde in der Einzelausstellung des Künstlerduos im Fotomuseum Winterthur präsentiert, die im Januar 2021 eröffnet wird. Zudem werde das Werk Teil der Sammlung des Museums und später in Ausstellungen weltweit gezeigt. «Oder anders gesagt: Deine Fotos werden öffentlich gemacht, und das für immer», schreibt das Fotomuseum.

Was für die private Erinnerung gedacht war, das wollen die Künstler*innen Eva und Franco Mattes in einer Ausstellung öffentlich machen.

Was für die private Erinnerung gedacht war, das wollen die Künstler*innen Eva und Franco Mattes in einer Ausstellung öffentlich machen. 

Bild: PD

Und noch eine Bedingung ist zu erfüllen: Man solle das Handy schicken, ohne irgendwelche der Foto- oder Videoinhalte zu entfernen. Und man müsse alle Rechte an den Fotos und Videos besitzen, einschliesslich der Rechte Dritter. Darüber hinaus wird der oder die Handyverkäufer*in gebeten, eine Lizenzvereinbarung zu unterzeichnen, die dem Künstlerduo das nicht ausschliessliche Recht zur Nutzung der Inhalte einräumt.

Das Künstlerduo Eva und Franco Mattes präsentiert sich auf seiner Homepage etwas unkenntlich.

Das Künstlerduo Eva und Franco Mattes präsentiert sich auf seiner Homepage etwas unkenntlich. 

Bild: PD

Bewerben kann sich jeder, es gelte einfach nur, das Formular auszufüllen. Aus allen eingereichten Bewerbungen wird das Fotomuseum jemanden auswählen. Bei Fragen könne man sich an mattesstudio@gmail.com wenden. 

Montag, 27.April - 16:05 Uhr

Organist streamt Konzert auf historischen Toggenburger Hausorgeln aus dem Ackerhus-Museum

(miz) Der Zürcher Organist Christian Gautschi spielt aktuell jeden Sonntag um 13 Uhr ein Orgelkonzert im Livestream. Für seine Corona-Sonderkonzerte ist er auf der Suche nach besonderen Instrumenten. Am Sonntag, 10.Mai, wird er nun sein Konzert im Ackerhus-Museum in Ebnat-Kappel spielen und streamen. 

Das historische Toggenburger Haus bewahrt und präsentiert die Schätze, welche der Bergschullehrer Albert Edelmann zwischen 1906 und 1952 gesammelt hat. Das kleine Museum versteht sich auch als Zentrum der zwei typisch toggenburgischen Musikinstrumente, der Halszither und der Hausorgel.

Organist Christian Gautschi wird im Konzert im Ackerhus die tänzerische Seite der Orgel zeigen und Schweizer Hausorgeltänze spielen. Aber auch die andächtigen Klänge werden nicht fehlen, kündigt er an. Der Livestream ist via Gautschis Homepage oder über seinen Youtube-Kanal zu empfangen, dort kann man auch im Archiv alle bisherigen gestreamten Orgelkonzerte nachhören. 

Blick ins Foyer des Ackerhus Museums in Ebnat-Kappel auf eine der beiden Hausorgeln.

Blick ins Foyer des Ackerhus Museums in Ebnat-Kappel auf eine der beiden Hausorgeln. 

Bild: Ackerhus Museum
Montag, 27.April - 11:00 Uhr

Kino für Kinder: «Zauberlaterne» zieht von Weinfelden nach Romanshorn - samt Neustart der «Kleinen Laterne»

(miz) Noch weiss niemand, wann die Kinos wieder öffnen dürfen. Doch das Kinderprogramm «Zauberlaterne» plant die Zukunft. Zum neuen Schuljahr 2020/2021 zieht die «Zauberlaterne» vom Cinema Liberty Weinfelden nach Romanshorn ins Kino Roxy

In der «Zauberlaterne» wird Sechs- bis Zwölfjährigen spielerisch die Welt des Kinos nähergebracht - ohne Eltern oder Grosseltern, dafür in pädagogischer Begleitung. Im Kino Roxy Romanshorn werden die Zauberlaterne-Vorstellungen neu nicht mehr an Mittwochnachmittagen, sondern an neun Samstagvormittagen stattfinden (10.15 Uhr: Moderation/Empfang, 10.30 Uhr: Vorstellungsbeginn). Die erste Vorstellung soll am 24. Oktober 2020 stattfinden, schreiben die Veranstalter. Ab Juni 2020 könne man die Kinder online anmelden

Vielleicht zum ersten Mal im Kino? Beim Kinderkino «Die kleine Laterne» im Kinok St.Gallen.

Vielleicht zum ersten Mal im Kino? Beim Kinderkino «Die kleine Laterne» im Kinok St.Gallen.

Ralph Ribi

Neu wird in Romanshorn nun auch das Programm Die kleine Laterne in Romanshorn Einzug erhalten – eine Thurgauer Premiere! Darin entdecken Vier- bis Sechsjährige gemeinsam mit ihren Eltern, Grosseltern, Gotten oder Göttis drei Mal pro Jahr an einem Samstagvormittag ein Kurzfilmprogramm.

Nach drei Jahren in Weinfelden werden die ehrenamtlichen Programmleiter*innen ihr Freiwilligenengagement per Ende Juni beenden. Nun sei man auf der Suche nach einem neuen Team, das die administrative und organisatorische Freiwilligenarbeit rund um die Vorstellungen der Zauberlaterne Romanshorn sicherstellt. Man habe bereits zwei Personen gefunden, die sich um die Buchhaltung und das Sekretariat kümmern möchten. Es würden aber noch Interessierte für die Präsidentschaft (Klubleitung), Werbung und Mittelbeschaffung gesucht. Interessierte können sich per Mail melden an romanshorn@zauberlaterne.org

Montag, 27.April - 10:20 Uhr

Premiere: St.Galler Kunstmuseum führt online durch Ausstellung 

(miz) Wenn die Besucherinnen und Besucher nicht ins Museum kommen dürfen, kommt das Museum eben zu ihnen. Das St.Galler Kunstmuseum bietet heute Montag um 18 Uhr eine Live-Führung durch die aktuelle Ausstellung von Siobhán Hapaska in der Kunstzone der Lokremise St.Gallen. Kuratorin Nadia Veronese erklärt die Werke der Künstlerin – digital über Live-Video (Zoom). Während des Rundgangs bestehe die Möglichkeit, Fragen zu stellen, schreibt das Kunstmuseum in der Ankündigung. Allerdings soll man sich vorab anmelden, bis heute Montag 16 Uhr unter kunstvermittlung@kunstmuseumsg.ch, um die Zugangsdaten für den Live-Zoom-Rundgang zu bekommen. 

Die 56-jährige Irin Siobhán Hapaska zeigt in der Lokremise Skulpturen, die für eine Welt in Aufruhr stehen. Aber es gebe Hoffnung, schrieb unsere Rezensentin Christina Genova nach der Vernissage Anfang Februar. 

Siobhán Hapaska schüttelt in der Kunstzone der Lokremise St.Gallen auch drei Olivenbäume durch.

Siobhán Hapaska schüttelt in der Kunstzone der Lokremise St.Gallen auch drei Olivenbäume durch.

Bild: Urs Bucher
Donnerstag, 23. April – 19:57 Uhr

Irish Rock als professionelles Livestream-Konzert 

Das Logo des Corona-Livestream-Konzerts.

Das Logo des Corona-Livestream-Konzerts.

Bild: PD

(gen) Das St.Galler Saint City Orchestra streamt am Samstag, 25. April, live aus dem Presswerk Arbon. «Für all die abgesagten Clubshows, Festivals und die bestehende Ungewissheit lassen wir es jetzt so richtig knallen!» versprechen die fünf Musiker der Irish-Rock-Band. Das Live-Konzert ist professionell aufgegleist: Das Saint City Orchestra hat sich während einer Woche vorbereitet, fünf Profikameras werden eingesetzt und Licht- und Tontechniker sind im Einsatz, um dem Publikums zu Hause auf dem Sofa ein möglichst stimmungsvolles Konzert zu bieten. Es beginnt um 20 Uhr auf Facebook, Youtube und der Website der Band.

Es wird zwar kostenlos ausgestrahlt,  Spenden sind jedoch sehr willkommen, um die Crew und den Konzertort fair zu entlöhnen. Ausserdem gehen 50 Prozent der Einnahmen an Institutionen, welche die Musikbranche unterstützen oder an andere Institutionen, welche dringend finanzielle Unterstützung brauchen. Informationen dazu werden nach dem Konzert veröffentlicht.

Donnerstag, 23. April – 15:57 Uhr

Neue Streaming-Premiere im Pantoffelkinok

Das Kinok in der Lokremise St.Gallen ist geschlossen, aber über seine Website sind diverse Streaming-Angebote verfügbar.

Das Kinok in der Lokremise St.Gallen ist geschlossen, aber über seine Website sind diverse Streaming-Angebote verfügbar.

Bild: Hanspeter Schiess

(gen) Das St.Galler Programmkino Kinok bietet zusammen mit dem Filmverleih Outside the Box auch diese Woche eine Streaming-Premiere in seinem «Pantoffel-Kinok» an: In seinem leisen Drama «All My Loving» erzählt Regisseur Edward Berger mit feinem Gespür für die menschlichen Untiefen von drei Geschwistern am Lebenswendepunkt.

Ausserdem wurde das Filmangebot auf cinefile erweitert, über vierzig Filme sind es mittlerweile. Neu findet man dort den Cannes-Gewinner «Les Misérables», Jan-Ole Gersters «Lara» mit einer brillanten Corinna Harfouch und als kleine Reminiszenz an die Éric-Rohmer-Retrospektive, die vom Lockdown gestoppt wurde,  «Ma nuit chez Maud», eines seiner Meisterwerke.  Weitere Kinok-Filmempfehlungen findet man über  filmingo.

Donnerstag, 23. April – 15:36 Uhr

St.Galler Choreografie als kostenloser Stream

Der St.Galler Martin Schläpfer ist künstlerischer Direktor und Chefchoreograf des Balletts am Rhein in Düsseldorf.

Der St.Galler Martin Schläpfer ist künstlerischer Direktor und Chefchoreograf des Balletts am Rhein in Düsseldorf.

Bild: Gerd Weigelt

(gen) Das ZDF stellt ab morgen Freitag bis zum 15. Mai das Tanzstück «Petite Messe solennelle» des St.Galler Choreografen Martin Schläpfer als kostenlosen Stream zur Verfügung. Es beruht auf der gleichnamigen Komposition Gioachino Rossinis und wurde 2017 im Opernhaus Düsseldorf uraufgeführt. In seinem Spätwerk kombiniert der italienische Komponist Opernhaftes mit zutiefst Religiösem und verschränkt mondäne Tanzmusikanklänge mit einer eigentümlichen Nachdenklichkeit. Für seine Choreografie wählte Martin Schläpfer Rossinis ursprüngliche Fassung der «Petite Messe solennelle» mit einer ungewöhnlichen Besetzung aus Gesangssolisten, Chor, zwei Klavieren und Harmonium. Martin Schläpfer sagte über seine Uraufführung:

«Mich interessiert das poröse Gestein zwischen Leben und Gelebtem, Geistigem und Göttlichem, Niedrigem und Hohem, Tanz, Theater, Poesie und Commedia dell’arte.»
«Petite Messe solennelle» in der Choreografie Martin Schläpfers.

«Petite Messe solennelle» in der Choreografie Martin Schläpfers.

Bild: Gert Weigelt
Mittwoch, 22. April – 17:15 Uhr

Podcasts vom Direktor des Kunsthauses Bregenz

Thomas D. Trummer, Direktor des Kunsthauses Bregenz, erklärt Klassiker der Kunstgeschichte.

Thomas D. Trummer, Direktor des Kunsthauses Bregenz, erklärt Klassiker der Kunstgeschichte.

Bild: Miro Kuzmanovic

(gen) Seit der Corona-bedingten Schließung des Kunsthaus Bregenz Mitte März publiziert Direktor Thomas D. Trummer eine Serie von akustischen Bildbeschreibungen unter dem Titel Sonic Views. Trummer greift in seinen Betrachtungen Gedanken zur aktuellen Situation auf und entdeckt Bezüge dazu in den thematisierten Werken. Ursprünglich an die Freunde des Kunsthaus Bregenz gerichtet, ist die Podcast-Reihe ab sofort verfügbar und wird laufend erweitert.

Vier bis fünf Minuten dauern die Bildbetrachtungen jeweils, neun sind bereits aufgeschaltet. Darunter ist Giorgio de Chiricos «Piazza d'Italia Metafisica» von 1921 (siehe oben), aber auch Werke von Giotto, Mondrian oder Sarah Lucas

Mittwoch, 22. April – 16:13 Uhr

Salensteiner Galerie The View präsentiert «Künstler der Woche»

(gen) Weil es aufgrund der aktuellen Massnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus nicht möglich ist, die Künstlerinnen und Künstler und ihre Arbeiten vor Ort vorzustellen, hat die Salensteiner Galerie The View das digitale Format «Künstler der Woche» gestartet. Jedem Künstler werden in einem kurzen Interview dieselben drei Fragen gestellt: An welchem Projekt arbeitest Du gerade? Wie beeinflusst die gegenwärtige Situation Dein künstlerisches Schaffen? Chancen in der Krise - kann die Pandemie aus Deiner Sicht auch positive Veränderungen bewirken? Videos und Fotos ergänzen den Einblick in das aktuelle Schaffen des vorgestellten Künstlers. Gestartet wurde mit Stefan Bircheneder. Letzte Woche war der Fotograf Marc Peschke dran, der als freier Autor auch für diese Zeitung schreibt. Diese Woche wird der Wigoltinger Bildhauer Gabriel Mazenauer vorgestellt. Im Interview sagt der Künstler:

«Sobald wieder Normalität zurückkehrt, werde ich als erstes meine Sehnsucht nach Kunst und Kultur stillen.»

Er hoffe, dass dies auch anderen so gehe, und dass durch die Krise der Wert der Kultur nachhaltig erkannt werde.

Mittwoch, 22. April – 14:57 Uhr

Schau von Sonja Lippuner in der Kunsthalle Arbon verlängert

Sonja Lippuners Ausstellung «orten» wird bis am 19. Juli verlängert.

Sonja Lippuners Ausstellung «orten» wird bis am 19. Juli verlängert.

Ladina Bischof

(gen) Die Kunsthalle Arbon hat ihr Jahresprogramm angepasst: Die bereits virtuell eröffnete Sonja Lippuners Ausstellung «orten» wird bis am 19. Juli verlängert in der Hoffnung, dass die Lage sich im Juni normalisiert. Die in Hugelshofen aufgewachsene Künstlerin hat ihre Installation trotz Lockdown fertig gestellt.
Die Schau des Zürcher Künstlers Reto Boller «bereit zu tragen», die am 7. Juni hätte aufgehen sollen,  wird auf nächstes Jahr verschoben. Wie der Vorstand der Kunsthalle in seinem Newsletter schreibt, wolle man damit verhindern, dass eine zweite Ausstellung ohne gebührende Eröffnung und nur virtuell präsentiert werden könne.

Christoph Rütimanns Performance «Eine Einigelung unterwegs» anlässlich der Vernissage der Werkschau Thurgau 2019.

Christoph Rütimanns Performance «Eine Einigelung unterwegs» anlässlich der Vernissage der Werkschau Thurgau 2019.

Bild: Reto Martin

Verschoben ist auch die Einwasserung von Christoph Rütimanns «Einigelung», die im April geplant war. Der Müllheimer Künstler rollte sein Objekt aus Abfallholz anlässlich der Vernissage der Thurgauer Werkschau 2019 unter tatkräftiger Mithilfe engagierter Zuschauer und mit dem Künstler als Inhalt in die Kunsthalle Arbon. Es steht nun vor dem stillgelegten Hotel Metropol und wartet auf seine «Einwasserung». Auf einem Floss soll es später im Jahr, sobald es die Coronasituation zulässt, über den Bodensee via Kreuzlingen und Konstanz nach Berlingen zum Adolf Dietrich-Haus gebracht werden. Die Kunsthalle Arbon wird den Moment, da die Kugel den Seeweg antritt, mit einem kleinen Festakt begleiten.
Um die Zeit bis Juni kulturell zu überbrücken, stellt die Kunsthalle Arbon am 25. April einen Videorundgang durch Lippuners Ausstellung sowie einen Podcast mit einen Künstlergespräch online.

Dienstag, 21. April –15:17 Uhr

Ittinger Pfingskonzerte holen Programm 2023 nach

(miz) Erstmals in der 26-jährigen Geschichte müssen die Ittinger Pfingstkonzerte abgesagt werden. Wie die Stiftung Kartause Ittingen schreibt,  könne das internationale Kammermusikfestival 2020 unter der künstlerischen Leitung des deutsch-französischen Cellisten Nicolas Altstaedt aufgrund der Corona-Pandemie nicht stattfinden.

Doch Nicolas Altstaedt werde erfreulicherweise mit seinem für dieses Jahr erarbeiteten Programm «Autonomia» an Pfingsten 2023 in der Kartause Ittingen zu Gast sein. Fürs kommende Jahr 2021 kann bereits heute und erneut die international zu den gefragtesten Musikerinnen gehörende Geigerin Isabelle Faust angekündigt werden. Nach 2017 wird sie zum zweiten Mal künstlerische Leiterin der Ittinger Pfingstkonzerte.

Im Januar spielte noch das Dover Quartet am Ittinger Sonntagskonzert in der Remise der Kartause Ittingen.

Im Januar spielte noch das Dover Quartet am Ittinger Sonntagskonzert in der Remise der Kartause Ittingen.

Bild: Reto Martin

Einen ersten kleinen Schritt der Öffnung nach der kompletten Schliessung seit dem 17. März mache die Kartause Ittingen am 27. April mit der Wiedereröffnung des Kloster­ladens. Ab nächstem Montag seien nebst den hausgemachten Spezialitäten auch die Tee- und Heilkräuter sowie weitere Topfpflanzen aus der eigenen Gärtnerei im Angebot.

Der Klosterladen der Kartause Ittingen empfängt ab 27.April Besucherinnen und Besucher.

Der Klosterladen der Kartause Ittingen empfängt ab 27.April Besucherinnen und Besucher. 

Bild: PD

Momentan sei das Team der Kartause Ittingen beschäftigt mit der Vorbereitung der Öffnung der Hotelangebote für Privatgäste. Ab dem 1. Mai seien das Übernachten unter dem Sternenhimmel im Bubblehotel oder Ferien in der Mönchsklause wieder möglich. Nur auf die Kultur muss man noch etwas länger warten. 

Dienstag, 21.April - 15:06 Uhr

Frauenbibliothek Wyborada St.Gallen startet Abholservice

Die Frauenbibliothek Wyborada in St.Gallen führt ein umfassendes Mediensortiment über aktuelle und historische Frauenthemen.

Die Frauenbibliothek Wyborada in St.Gallen führt ein umfassendes Mediensortiment über aktuelle und historische Frauenthemen.  

Bild: Urs Jaudas

(miz) Da die Bibliotheken noch bis mindestens 8.Juni geschlossen bleiben, startet die Wyborada-Bibliothek St.Gallen ein Online-Angebot. Wie die Institution mitteilt, können Wyborada-Mitglieder ab sofort Medien über aktuelle und historische Frauenthemen in der Fachbibliothek im Online-Katalog bestellen und sie jeweils am Donnerstagnachmittag von 15-18 Uhr in der Davidstrasse 42 abholen. Als Suchtipp wird genannt, man solle beim Suchschlitz unter Gesamtbestand «Wyborada» auswählen. Wer bis Donnerstag Mittag online bestelle, könne noch am selben Tag die Bücher im unbedienten Abholservice abholen. 

Da alle Veranstaltungen verschoben wurden, arbeite das Wyborada-Team an der Entwicklung eines alternativen Auftritts für Autorinnen und Autoren. Informationen dazu werde es bald auf der Homepage geben. Neu betreibt die Wyborada auch einen Facebook-Account.

Autorin Ruth Erat

Autorin Ruth Erat

Ladina Bischof

Am Donnerstag, 23.April, am Welttag des Buches, hätte die Autorin Ruth Erat im Architekturforum Ostschweiz ihre Textcollage «Wiborada und Wyborada - notwendig radikal» zur Inklusin Wiborada und zur Bibliothek Wyborada gelesen. Der Essay aus literarischen, historischen, journalistischen und eigenen Texten erscheint nun in Druckform.  Die Textcollage erscheint in Kleinauflage, 48 Seiten, 20 CHF, zu bestellen direkt bei der Autorin: rutherat@hotmail.com

Dienstag, 21.April - 9:20 Uhr

31. Schaffhauser Jazzfestival nicht abgesagt - es geht online

Florian Arbenz & Convergence treten am 31.Schaffhauser Jazzfestival auf - diesmal im Livestream statt vor Live-Publikum.

Florian Arbenz & Convergence treten am 31.Schaffhauser Jazzfestival auf - diesmal im Livestream statt vor Live-Publikum.

Bild: PD

(miz) Ringsherum werden Festivals und Kulturevents abgesagt - das Schaffhauser Jazzfestival geht einen anderen Weg: Dort hat man sich entschieden, die Werkschau des aktuellen Schweizer Jazz im Online-Format durchzuziehen und das Festival neu zu erfinden. Dadurch könne die ganze Welt über die bekannten Stream-Plattformen am Festival teilnehmen, schreiben die Organisatorinnen und Organisatoren. In der Schweiz sei es über das Schaffhauser Fernsehen im TV-Netz zu sehen. Informationen zum Programm und Ablauf auf der Homepage des Festivals.

Da das Publikum nicht in der Halle der ehemaligen Schaffhauser Garnspinnerei anwesend sein kann, hat das Organisationsteam zusammen mit den Musikerinnen und Musikern in Rekordgeschwindigkeit ein neues Festivalformat entwickelt. Unter Einhaltung der Sicherheitsanforderungen startet das Festival am 13. Mai wie geplant um 20.15 Uhr mit dem ersten Konzert als Livestream aus dem Kulturzentrum Kammgarn.  Bis zum Samstag, 16. Mai werden an den vier Festival-Abenden neben Livestream- Konzerten auch wenige Stunden vorher produzierte Konzerte gesendet, angereichert mit Interviews, einem Blick hinter die Bühne oder speziellen Botschaften von Musikerinnen und Musikern. Auch die Schaffhauser Jazzgespräche werden ins Programm integriert.

Das Schaffhauser Jazzfestival dokumentiere seit 30 Jahren die heimische Jazzszene. Die aktuellsten Schweizer Jazz-Produktionen bleiben wie geplant im Programm, allerdings mit kleinen Anpassungen, da einige ausländische Bandmitglieder nicht in die Schweiz einreisen können.

Kostenfreier Zugang, freiwilliger digitaler Kollekte-Topf

Das Wegfallen der Kommunikation mit dem Publikum vor Ort sei sicher ein «Opfer», dem nichts entgegengesetzt werden könne, schreiben die Organisatoren. Der Genuss am Bildschirm definiere das Konzerterlebnis dieser interaktiven Musik neu. Zudem könne man das Festival über die Streams auf bekannten Plattformen an jedem Ort der Welt mit verfolgen. Der Zugang zum Festival sei kostenfrei. Ein freiwilliger digitaler Kollekte- und Solidaritäts-Topf ermögliche eine Unterstützung des Projekts.

Das Organisationsteam freut sich über die breite Unterstützung: Als sich der Entwurf eines Live-Stream- Festivals abzeichnete, hätten alle Musikerinnen und Musiker, Sponsoren und Stiftungen, Stadt und Kanton Schaffhausen ihre Unterstützung sofort zugesagt.

Dienstag, 21.April - 8:30 Uhr

Stiftung Sitterwerk publiziert online-Journal

So spektakulär wie hier in der Kunstgiesserei Sitterwerk beim Mitternachtsguss an der Museumsnacht St.Gallen geht es auf der Onlineplattform «Journal» (noch?) nicht zu.

So spektakulär wie hier in der Kunstgiesserei Sitterwerk beim Mitternachtsguss an der Museumsnacht St.Gallen geht es auf der Onlineplattform «Journal» (noch?) nicht zu. 

Bild: Michel Canonica

(miz) Kunstbibliothek und Werkstoffarchiv der Stiftung Sitterwerk sind coronabedingt geschlossen. Doch die Stiftung Sitterwerk St.Gallen stellt nun Inhalte ins Netz und bespielt verstärkt die Onlineplattform. Das Journal begleite das jüngste «Projekt Transfer - Material lesen, Bücher berühren, Wissen giessen» der Stiftung Sitterwerk. Dieses habe die Erweiterung des Systems der dynamischen Ordnung im Fokus, verkünden die Macherinnen und Macher.

Das Journal diene als Onlineplattform, die den Projektverlauf begleite, reflektiere und weiterführende Debatten anstossen möchte. Durch Essays, Interviews und das Hervorheben von Projekt-Highlights beschäftige es sich mit Fragestellungen zu den Themen Aktivierung von Archiven und Bibliotheken, alternative Ordnungsstrukturen und Prozessdokumentation. 

Montag, 20.April - 17:30 Uhr

Theaterhaus Thurgau Weinfelden mit grossem online-Programm

Szenenbild aus «Shakespeare auf Mostfahrt» vom Theater Theagovia.

Szenenbild aus «Shakespeare auf Mostfahrt» vom Theater Theagovia.

Bild: PD

(miz) Das Theaterhaus Thurgau in Weinfelden steht bis zum Sommer still. Doch die drei Haus-Gruppen bühni wyfelde, theagovia und Theater Bilitz bieten nun die Möglichkeiten, trotzdem Kultur zu geniessen. Wie das Theaterhaus schreibt, seien auch für Schulklassen digitale Theater-Angebote entstanden.

Das Theagovia Theater hat eine Aufzeichnung der Inszenierung «Shakespeare auf Mostfahrt» online gestellt. Das Stück entstand 2016 als Teil einer Trilogie und war erfolgreich in der Ostschweiz auf Tounee.

Das umfassendste online-Programm bietet das Theater Bilitz in Weinfelden mit dem Covid-Spezial. «Damit wir Ihnen in diesen verrückten Zeiten ein kulturelles Trosthäppchen offerieren können, hat unser Techniker, Tom Felix, kurzerhand ein ‹ad hoc-Tonstudio› eingerichtet», schreiben die Theatermacherinnen und -macher. «So können wir Ihnen ein paar Aufnahmen für den Lockdown-Alltag weiterschenken.»

Die Hörgeschenke sind Märchen, Texte von Tucholsky, «Ohr-Häppchen für Kinder» , und Einblicke in die Kult-Inszenierung «Herz eines Boxers», die im März Wiederaufnahme hätte feiern sollen. Ein kleiner Trost, bis die Bilitze wieder live spielen dürfen, ist es allemal. Das Angebot wird laufend ausgebaut.

Das Theater Bilitz hat zudem für Schulklassen aus dem Thurgau und darüber seit zwei Wochen das Fern-Lern-Theater eingerichtet. Für Thurgauer Schulen ist alles kostenlos dank der Zusammenarbeit mit dem kantonalen Amt für Volksschule. Da es in der Sekundarstufe 2 bis am 8. Juni keinen Präsenzunterricht gibt, plant das Theater Bilitz zusätzlich ein Angebot für Mittel- und Berufsschulen zum Jugendstück «Das Herz eines Boxers». Infos dazu werden in den nächsten Tagen im Fern-Lern-Theater veröffentlicht.

Roland Lötscher, Leiter des Theater Bilitz, im Jugendstück «Das Herz eines Boxers».

Roland Lötscher, Leiter des Theater Bilitz, im Jugendstück «Das Herz eines Boxers». 

Bild: PD

Mit der von ihr geschaffenen Kunstfigur Elfriede Meier ist Michaela Bauer, Regisseurin bei Theagovia Theater, seit 15 Jahren in Deutschland und der Schweiz unterwegs. Nun hat Elfriede hat aus der Not eine Tugend gemacht und ihr Wohnzimmer zum improvisierten Videostudio umgebaut. Von hier aus sendet sie in loser Folge mit kurzen Videoclips ihre Kommentare in alle Welt - natürlich auch zu dem heute alles beherrschenden Thema.

Montag, 20.April - 11:15 Uhr

Thomas Götz' Satireprogramm «Ergötzliches» jetzt im TV

Thomas Götz spielte bereits im Februar-Programm «Ergötzliches» im Theaterhaus Weinfelden auf das Coronavirus an.

Thomas Götz spielte bereits im Februar-Programm «Ergötzliches» im Theaterhaus Weinfelden auf das Coronavirus an.

Andrea Stalder

(miz) Die Live-Auftritte musste der Thurgauer Kabarettist Thomas Götz alle absagen. Doch das Programm kann er trotzdem zeigen: Anstatt im Theaterhaus Thurgau Weinfelden tritt Thomas Götz jetzt auf Tele D (Tele Diessenhofen) auf. Die Produktion «Ergötzliches trotzt der Krise» wird ab heute Montag, 20. April, für mindestens eine Woche über den Sender. Die erste Ausstrahlung startet heute um 18 Uhr, 21.13 Uhr und 0:26 Uhr. Die weiteren Sendetermine der nächsten Tage werden auf der Homepage des Senders Tele D veröffentlicht. Da Götz und sein Kameramann Daniel Felix die Show selber produzieren und finanzieren und nun keine Eintrittsgelder einnehmen können, bitten sie statt Eintritt um Kollekte

Montag, 20.April - 10:00 Uhr

Museum im Lagerhaus St.Gallen plant Mitmach-Ausstellung

Jan-Piet Graf (*1971), Ohne Titel, 2012, Tusche und Filzstift auf Papier.

Jan-Piet Graf (*1971), Ohne Titel, 2012, Tusche und Filzstift auf Papier.

Bild: Museum im Lagerhaus

(miz) Das Museum im Lagerhaus St.Gallen plant in Zeiten des Corona-Stillstands eine Sonderausstellung: «Kunst im Ausnahmezustand». Dafür ruft das Museum alle auf, zu Papier und Stift zu greifen. Denn als Kompetenzzentrum für Outsider Art und Art Brut ist das Museum im Lagerhaus seit jeher ein Ort, an dem der Kunst von Autodidakten und Laien besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird. «Nun möchten wir euch dazu einladen, künstlerisch tätig zu werden», schreiben die Museumsmacher und -macherinnen in einer Mitteilung. Ziel sei, die im «Ausnahmezustand» erschaffenen Werke auszustellen, sobald die Normalität wieder Einzug gehalten habe.

Das Museum nennt als einzige Vorgabe für die Kunstwerke für die Jekami-Sonderausstellung, dass das Blatt mindestens A6 (Postkartenformat) bis maximal A3-Format gross sein dürfe. Von der Bleistiftzeichnung bis hin zur geklebten Collage sei alles erlaubt. Spannende Anregungen finde man auf der Museumswebsite

Teilnehmende sollen auf einem separaten Info-Blatt zwecks Kontaktaufnahme Namen, Anschrift und Mailadresse, bzw. Telefonnummer notieren. Zudem solle man dort einige Gedanken formulieren, die zur Gestaltungsidee inspiriert haben. Die Arbeit soll man ungeknickt mitsamt dem Info-Blatt bis 30. April 2020 schicken an:
Museum im Lagerhaus
Davidstrasse 44
9000 St. Gallen

Die Ausstellungsmacherinnen wollen sich nach Ablauf der Einreichefrist melden. Sie kündigen an, dass sämtliche Werke ausgestellt werde. Die beste Arbeit soll zudem als Motiv auf Postkarten gedruckt werden. Der oder die Kunstschaffende erhalte 50 Exemplare davon als Anerkennung. Pro Teilnehmendem könne nur ein Werk eingereicht werde. Skulpturen und Objekte sowie Arbeiten, die über A3-Format hinausgehen, können nicht angenommen werden, schreibt das Museum. 

Donnerstag, 16.April - 16:00 Uhr

Theater Konstanz dreht Mini-Serie «Die Theater WG»

Sie stecken im Lockdown in Konstanz fest: Die Schauspielerinnen und Schauspieler aus Malawi, Togo, Burundi, Tansania und dem Kongo.

Sie stecken im Lockdown in Konstanz fest: Die Schauspielerinnen und Schauspieler aus Malawi, Togo, Burundi, Tansania und dem Kongo. 

Bild: PD

(miz) Das Theater Konstanz hat nicht nur einen eigenen online-Spielplan erstellt. Etliche Lesungen, Mitschnitte von Inszenierungen oder Hörspiele laden auf der Theaterhomepage zum Entdeckt-Werden ein. Jetzt probiert man dort auch ein neues Format aus: die eigens gedrehte Mini-Serie «Die Theater-WG: From backstage till lockdown».

Der besondere Hintergrund dieser Aktion: Die Performer*innen der Produktion «König Baabu», die am 4.April hätte Premiere feiern sollen, sind Gäste aus Malawi, Togo, Burundi, Tansania und dem Kongo, die nun den Ausnahmezustand in Deutschland fernab ihrer Familien in Konstanz erleben. Die Flüge in ihre Heimatländer sind zurzeit eingestellt. Seit Mittwoch, 15.April werden nun Kürzest-Filme veröffentlicht, die die Stimmen und das augenzwinkernde Schaffen aus «78462 Konstanz - Die Theater-WG» versammeln.

Donnerstag, 16.April - 14:45 Uhr

Thomas Götz zeigt Satireshow «Ergötzliches»  jetzt im TV

Bereits in seinem Februar-Programm spielte Thomas Götz in «Ergötzliches» im Theaterhaus Weinfelden auf das Coronavirus an.

Bereits in seinem Februar-Programm spielte Thomas Götz in «Ergötzliches» im Theaterhaus Weinfelden auf das Coronavirus an.

Bild. Andrea Stalder

(miz) Das Theaterhaus Thurgau hat den Betrieb bis Ende April 2020 eingestellt. Deshalb kann die Kult-Satireshow «Ergötzliches» von und mit Thomas Götz nicht als Theaterprogramm durchgeführt werden, alle Apriltermine wurden abgesagt. Doch das Team geht neue Wege und «Ergötzliches» findet in neuem Format statt: «In Zusammenarbeit mit Tele D (Tele Diessenhofen) produzieren wir eine Fernsehsendung und werden diese ab Montag, 20. April ausstrahlen», schreibt Thomas Götz auf seiner Homepage. Sobald die genauen Ausstrahlungstermine bekannt seien, werde er sie hier publizieren.

Mittwoch, 15.April - 18:30 Uhr

Vernissage im Kunstschaufenster Hiltibold in St.Gallen

Schon abgebaut: Die Arbeit «Menetekel» von Karin Karinna Bühler war bis 14.April im Kunstfenster Hiltibold in St.Gallen zu sehen.

Schon abgebaut: Die Arbeit «Menetekel» von Karin Karinna Bühler war bis 14.April im Kunstfenster Hiltibold in St.Gallen zu sehen.  

Bild: PD

(miz) Kunst kann nur noch im Atelier stattfinden oder im Internet. Ausser, sie wird im öffentlichen Raum präsentiert, und lässt sich beim Flanieren entdecken. Ein Vorteil des von den St.Galler Künstlerinnen Anita Zimmermann und Marianne Rinderknecht erschaffenen Kunstschaufensters Hiltibold. In der St.Galler Altstadt, zwischen Magnihalden und Goliathgasse, werden seit 2016 die in die Mauer eingelassenen Glasvitrinen von Künstlerinnen und Künstlern gestaltet. Im Abstand von drei Wochen werden je zwei aktuelle Positionen in den beiden Vitrinen gezeigt.«Das soll sein wie eine Zeitung, in der man lesen kann, welcher Künstler gerade was macht», sagte damals Initiantin Anita Zimmermann auf tagblatt-online.

Jetzt, in Coronazeiten, wo alle Galerien und Kunsträume und Museen keine Besucher empfangen dürfen, kann «Hiltibold» weiter Kunst zeigen. Die Veranstalterinnen teilen mit, dass am Freitag, 17. April, ab Mittag die neue Ausstellung von Lutz/Guggisberg & Beni Bischof eröffnet wird. «Die Zeit erlaubt es leider nicht, unsere Künstler zu feiern», schreiben Marianne Rinderknecht und Anita Zimmermann. Aber man soll doch trotzdem vorbei spazieren. Und so lässt sich auch im Lockdown ganz analog und ohne Internet Kunst geniessen.

Mittwoch, 15.April - 17:30 Uhr

Tanzfestival Bregenzer Frühling findet jetzt im Herbst statt

Die Danish Dance Theatre Company zeigt am «Bregenzer Frühling» im Herbst ihre Choreografie «Siren».

Die Danish Dance Theatre Company zeigt am «Bregenzer Frühling» im Herbst ihre Choreografie «Siren».

Bild: PD

(miz) Wegen Corona konnte das Tanzfestival «Bregenzer Frühling» nicht wie geplant von März bis Mai stattfinden. Doch es wurde nicht abgesagt, sondern verschoben. Nun stehen die Ersatzdaten, wie die Veranstalter mitteilen: Sämtliche Tanzkompanien sowie das Dornbirner Aktionstheater Ensemble und die Vorarlberger Choreografin Silvia Salzmann haben für den diesjährigen Herbst zugesagt, getanzt wird nun vom 14.Oktober bis 4.Dezember. Der Bregenzer Frühling wird also ein Bregenzer Herbst. Die Termine stehen, einzig derjenige für die Aufführung des Aktionstheater Ensemble ist noch in Abstimmung und wird vermutlich auf Anfang September verlegt.

Geplanter Auftakt des «Bregenzer Frühlings» im Herbst ist die Produktion «Chapter 3: The Brutal Journey of the Heart» der israelischen L-E-V Dance Company am 14. Oktober. Die koreanische Jeon Misook Company gastiert am 30. Oktober mit «Bow» in Bregenz. Am 6. November entführt die Danish Dance Theatre Company das Publikum mit «Siren» in faszinierende Wasserwelten. Die Familienvorstellung des Tanztheaters «Alles nur Lemminge» findet am 13. November um 16 Uhr im Magazin 4 statt.

Die Black Box Company präsentiert am 19. November 2020 ihre österreichische Erstaufführung «Punk – A rebel never dies». Eine kraftvolle Tanzperformance, die menschliche und gesellschaftliche Mechanismen untersuche, welche eine Rebellion ausmachen, so die Veranstalter. Bisher war geplant, dass die Company ihr Stück «A Space in the Dark» vorstellt, jedoch beginnen für die Kompanien im Herbst bereits die neuen Saisons. Den Abschluss bildet die Company Maguy Marin am 4. Dezember mit ihrem Klassiker «May B». 

Die Veranstaltungen finden jeweils um 20 Uhr im Festspielhaus Bregenz statt. Alle für das Frühjahr gekauften Tanzpässe und Eintrittskarten behalten ihre Gültigkeit. 

Mittwoch, 15.April - 9:37 Uhr

«Geiler Block» im August in Saurer-Gebäude in Arbon

Werner Widmer, Anita Zimmermann und Jordanis Theodoridis planen einen «Geilen Block», eine Kunstaktion mit 50 Einzelausstellungen in Arbon.

Werner Widmer, Anita Zimmermann und Jordanis Theodoridis planen einen «Geilen Block», eine Kunstaktion mit 50 Einzelausstellungen in Arbon. 

Bild: PD

(miz) Die aktuelle Präsentation in ihrem neuen Ausstellungsort Horst in Eschlikon müssen die Galeristen Werner Widmer und Jordanis Theodoridis absagen. Jeweils am 15. eines Monats präsentieren widmertheodoridis in ihrem Kunsthorst, dem Kleinst-Ausstellungsort im alten Turm der ehemaligen Ziegelei im Thurgauischen Eschlikon, eine Künstlerin, einen Künstler unter dem Thema «The Beauty and the Beast». Jetzt im April müsse die monatliche Präsentation ruhen, schreiben die Kunstveranstalter. 

Doch sie schmieden bereits grosse Pläne für die nach-Corona-Zeit: Wie Widmer und Theodoridis ankündigen, werden sie mit der St.Galler Künstlerin Anita  Zimmermann einen neuen «Geilen Block» mit 50 Einzelausstellungen organisieren, kuratieren und präsentieren. An vier Augustwochenenden gebe es im ehemaligen Saurer-Informatikgebäude in Arbon Kunst und Schnörkel bekannter Künstler und Persönlichkeiten, so die Ankündigung. Die Vernissage soll am 7. August um 18 Uhr stattfinden. 

Anita Zimmermann hat bereist 2015 und 2017 eine Art Pop-Up-Ausstellung in leerstehenden Gebäuden realisiert. Als Leila Bock erschuf sie den «Geilen Block», versammelte 2015 in St.Gallen und 2017 im Ausserrhodischen Trogen Künstlerinnen und Künstler, die die leerstehenden Gebäude während einer kurzen Zeitspanne bespielten und in einen riesigen Ausstellungsraum verwandelten. 

Zimmermann hatte für die beiden ersten Ausgaben Künstlerinnen und Künstler aus ihrem Netzwerke eingeladen. Sie wollte Plattformen für Kunst schaffen. Neid- und eifersuchtsfrei Kunstwelten zusammenführen, das stehe hinter der Idee «Geiler Block», sagte Anita Zimmermann 2017

Dienstag, 14.April – 17:30 Uhr

Roothuus Gonten ist im Video der Volksmusik auf der Spur

Die junge Appenzeller Geigerin Andrea Müller (links) spielt gerne Volksmusik.

Die junge Appenzeller Geigerin Andrea Müller (links) spielt gerne Volksmusik.  

Bild: Screenshot

(miz) Das Roothuus Gonten, das Zentrum für Appenzeller und Toggenburger Volksmusik, ist wie alle anderen Kulturinstitutionen auch bis auf weiteres geschlossen. Doch auch hier nutzt man jetzt die neuen Medien, um den Kontakt zum Publikum nicht ganz zu verlieren. So veröffentlichte das Roothuus einen wunderbaren Kurzfilm auf YouTube: «Der Volksmusik auf der Spur». Darin erzählen vier junge Musikerinnen und Musiker aus dem Appenzellerland, was Volksmusik für sie bedeutet, wie sie zur Musik kamen, warum sie musizieren oder singen. Den YouTube-Kanal betreibt das Roothuus Gonten schon seit sechs Jahren, doch lag er die letzten Jahre brach. Jetzt senden die Volksmusikkundler einen kleinen künstlerischen Gruss in Lockdown-Zeiten.

Dienstag, 14.April – 16:30 Uhr

Konstanzer Galerie Geiger betreibt jetzt YouTube-Kanal

Kunsthistoriker und Galerist Stephan Geiger führt auf Youtube in das Werk des Künstlers Klaus Staudt ein.

Kunsthistoriker und Galerist Stephan Geiger führt auf Youtube in das Werk des Künstlers Klaus Staudt ein.  

Bild: Screenshot

(miz) Ein Besuch in der Galerie hätte vermutlich mehr Zeit in Anspruch genommen: Gerade einmal 4:34 Minuten dauert die Einführung von Galerist und Kunsthistoriker Stephan Geiger. Doch lieber kurz als gar nicht! Da die Konstanzer Galerie Geiger wegen Corona geschlossen ist und die aktuelle Ausstellung «Klaus Staudt - Schichten und Transparenzen» (8. März bis 25. April 2020) nicht vor Ort besucht werden kann), hat die Galerie jetzt einen eigenen YouTube-Kanal gestartet.

Im ersten online gestellten Video gibt der Kunsthistoriker, Kurator und Sechziger-Jahre-Experte Dr. Stephan Geiger eine kurze Einführung in das vielschichtige Werk von Klaus Staudt. Neben einer Einordnung des 1932 geborenen Künstlers in die Kunstgeschichte nach 1945 werden Besonderheiten seines Werkes erläutert. Dabei wird auch seine Stellung in der Avantgarde-Kunst der Sechziger Jahre insbesondere sein Verhältnis zur Konstruktiven Kunst, zur internationalen ZERO-Bewegung und der Op Art angesprochen.

Dienstag, 14. April – 14:22 Uhr

Vorarlberger Landestheater Bregenz liest täglich aus Kinderbuch

Vevi (Vivienne Causemann) erlebt allerlei Abenteuer mit dem Wurzelmädchen und der Mäusefamilie, mit der Dicken Berta oder den kugelrunden Bewohner*innen des Kugelplaneten.

Vevi (Vivienne Causemann) erlebt allerlei Abenteuer mit dem Wurzelmädchen und der Mäusefamilie, mit der Dicken Berta oder den kugelrunden Bewohner*innen des Kugelplaneten. 

Bild: Anja Köhler

(miz) Für die österreichischen Theater ist die aktuelle Spielzeit bereits zu Ende. Bis Ende Juni sind dort sämtlich Vorstellungen abgesagt worden. Trotzdem findet Kultur statt, die Theater weichen ins Netz aus. Das Vorarlberger Landestheater Bregenz veröffentlicht täglich eine Art Hörspiel für die ganze Familie: Die Schauspielerinnen und Schauspieler lesen das Kinderbuch «Vevi». Seit dem 6. April wird jeweils um 17 Uhr eines der insgesamt achtzehn Hörkapitel auf der Theaterhomepage bereitgestellt, als Fortsetzung mit täglichen Uploads. «Vevi» biete Gelegenheit, die wunderbare Sprache wie den Erfindungsreichtum der ganz zu Unrecht in Vergessenheit geratenen österreichischen Autorin Erica Lillegg kennenzulernen und zu geniessen, schreibt das Landestheater. Dort feierte «Vevi» im November 2019 Premiere als Familienstück. 

Montag, 13. April – 18:04 Uhr

St.Galler Kunstkiosk veranstaltet täglichen Kunstwettbewerb

Das Logo des Kunstwettbewerbs des Kunstkiosks St.Gallen.

Das Logo des Kunstwettbewerbs des Kunstkiosks St.Gallen.

Bild: PD/Kunstkiosk St.Gallen

(gen) Der Kunstkiosk St.Gallen veranstaltet täglich einen  Kunstwettbewerb. Jeweils um 15 Uhr wird auf der Instagram-Story   das Thema angekündigt, heute lautet es «Fernweh». Mami, Grosi, Schwester oder Bruder – alle dürfen mitmachen. Jeder habe eine Chance auf den Gewinn, egal ob man gut oder schlecht zeichnen könne, schreiben die Veranstalter. Einreichen kann man die Kunstwerke – Zeichnungen, Malereien, Fotos, Skulpturen oder Performances – bis 17 Uhr, bzw. 19 Uhr. Alle eingeschickten Kunstwerke werden wiederum über die Instagram-Story gezeigt und können von den Besucherinnen und Besuchern bewertet werden.

Montag, 13. April – 17:15 Uhr

Online-Angebote der Stiftsbibliothek St.Gallen

(gen) Die Stiftsbibliothek St.Gallen hat neue virtuelle Vermittlungsangebote entwickelt, die man bequem von zu Hause aus entdecken kann. Das neueste Angebot heisst «Herangezoomt» und ermöglicht auf spielerische Art tiefe Einblicke in die aktuelle Sommerausstellung «Die schönsten Seiten der Schweiz». In einem virtuellen Rundgang wird eine Auswahl dieser Seiten präsentiert und  auf Besonderheiten und Details gezoomt, welche die Schönheiten der Buchmalerei und Schreibkunst aufscheinen lassen. Den Auftakt macht der Folchart-Psalter, ein Meisterwerk spätkarolingischer Initialkunst. Während der nächsten zwei Monate wird jeweils am Mittwoch eine weitere Handschrift aufgeschaltet.

Zu entdecken gibt es auch die Videosammlung der Stiftsbibliothek.  Darunter ist auch «Gallus und die irische Mission», ein Film, der fester Bestandteil der  Ausstellung «Gallus und sein Kloster – 1400 Jahre Kulturgeschichte»  im Gewölbekeller der Stiftsbibliothek ist.

Zu entdecken gibt es auch die digitalisierten Sammlungen: die Handschriften der Stiftsbibliothek, erforschen Sie die Urkunden des Stiftsarchivs und betrachten Sie die Kunstgegenstände des Katholischen Konfessionsteils des Kantons St.Gallen.

Montag, 13. April – 16:58 Uhr

St.Galler Musiker steuert Track zu Coronacompilation bei

Der St.Galler Musiker Bit-Tuner hat für die Compilation «Make Some Room» einen Track beigesteuert.

Der St.Galler Musiker Bit-Tuner hat für die Compilation «Make Some Room» einen Track beigesteuert.

Bild: PD

(gen) Der St. Galler Bit-Tuner, alias Marcel Gschwend, ist einer von 150 Musikerinnen und Musikern, die an der Compilation «Make Some Room: Electronic Relief in Switzerland» beteiligt sind. Er hat den Track «Coming Home» beigesteuert. Die Compilation ist ein Zeichen der Solidarität in Zeiten von Covid-19, der Erlös geht zu 100 Prozent an die Künstler. Auf «Make Some Room» ist vom Schweizer Elektronikpionier Bruno Spoerri bis hin zu Techno-Wegbereitern wie Thomas Fehlmann, Marco Repetto oder Yello alles vertreten, was in der Schweizer Clubkultur und elektronischen Musikszene Rang und Namen hat. Die Compilation ist eine Gemeinschaftsaktion diverser Akteure aus der Schweizer Clubkultur und der elektronischen Musikszene. Sie möchten Clubmusik auch einem Publikum zugänglich machen, dass kaum im Bild ist, was alles an kreativer Arbeit in Studios, Kellern und Schlafzimmern in der ganzen Schweiz gedeiht.

Donnerstag, 9. April – 21:00 Uhr

Kreative Anregungen vom Kunstmuseum St.Gallen 

(gen) Das Kunstmuseum St.Gallen erweitert fortlaufend das digitale Angebot auf seiner Webseite und auf den Social-Media-Kanälen. Am kommenden Dienstag (14.4.),  um 17 Uhr bietet der Kunstverein St.Gallen die Möglichkeit, gemeinsam mit dem St.Galler Grafiker und Illustrator Joël Roth mittels Videokonferenz (Zoom) zu zeichnen. Der Zeichnungsworkshop findet in deutscher Sprache statt, die Zahl der Teilnehmenden ist begrenzt, Anmeldung unter kunstverein@kunstmuseumsg.ch Schülerinnen und Schüler und Menschen, die sich gerne kreativ mit der Sammlung des Kunstmuseums St.Gallen auseinandersetzen möchten, finden hier zahlreiche Aufgaben. Ausserdem ist die Videoarbeit «Afterall (a space mambo)» der italienischen Künstlerin Rä di Martino aus aus der aktuellen Ausstellung Metamorphosis Overdrive in voller Länge verfügbar.

Donnerstag, 9. April – 18:30 Uhr

Mit Robinson zu Hause würfeln und basteln 

(gen) Das Kunstzeughaus Rapperswil-Jona beherbergt eine der grössten Robinson-Bibliotheken weltweit. Die Bibliothek umfasst rund 4000 Robinsonaden: Bücher in allen Variationen sowie Zeichnungen, Spiele, Filme und Mappenwerke. In einem nigelnagelneuen Video stellen die beiden Co-Direktorinnen des Museums, Céline Gaillard und Simone Kobler, diese Bibliothek nun vor. Es ist nur eines der neuen Angebote, welche das Kunstzeughaus auf seiner Website unter Museum zuhause zur Verfügung stellt für alle, die Kultur auch in ihren eigenen vier Wänden geniessen möchten. Man kann auch ein historisches Robinson-Würfelspiel herunterladen und bei einem Malwettbewerb mitmachen: Es gilt bis am 30. April eine Trauminsel zu malen. Im Angebot sind ausserdem die Kunstwerke des Monats  oder die Anleitung zum Basteln einer Klanginstallation.

Donnerstag, 9. April – 18:00 Uhr

Hörspiel für Kinder: Das kleine Boot will zum Mond

Das Theater Konstanz hat das Kinderstück der «Mond und das Boot» als Hörspiel produziert.

Das Theater Konstanz hat das Kinderstück der «Mond und das Boot» als Hörspiel produziert.

Bild: Michael Schrodt

(gen) Das Theater Konstanz bietet unter Theater für Zuhause Mitschnitte seiner Inszenierungen an, zum Beispiel die Kammeroper «Mord auf dem Säntis», die 2011 am Originalschauplatz auf dem Säntis uraufgeführt wurde. Neu kommen auch Hörspiele dazu. Als erstes wurde das musikalische Kinderstück «Der Mond und das Boot» von Roberto Frabetti und Bruno Cappagli aufgenommen. Es ist geeignet für Kinder ab fünf Jahren. In diesem poetischen Tanzgedicht träumt ein kleines Boot davon, einmal zum Mond zu fahren. Auf seiner nächtlichen Reise begegnet es einem Fisch, einem Wal und einem Pelikan. Sie alle tanzen auf den Wellen und singen dem Mond ein Lied. Doch erreichen können sie den schönen Mond nie. Erst als die Sterne auftauchen und den Mond im Morgengrauen mit nach unten geleiten, gibt er dem kleinen Schiff einen Kuss. Es wiegt in den Wellen und träumt sich ins Paradies.
In den kommenden Tagen folgt für junges Publikum ab zehn Jahren  Patricks Trick von Kristo Šagor. Für die Hörspiele benötigt man ein Passwort. Es ist erhältlich über Empfang.Theater@konstanz.de

Mittwoch, 8. April – 20:13 Uhr

Vier Hörstücke aus der Welt der Igel

(gen) Schauspieler Marcus Schäfer und Musiker Willi Häne bleiben trotz Lockdown nicht untätig, sondern nutzen die Zeit, um eine ihrer Theater-am-Tisch-Lesungen als Hörstück in vier Teilen zugänglich zu machen. Es ist der Text «Das Weltbild der Igel» von Peter Kurzeck (1943-2013), den die beiden St. Galler interpretieren. Er sei ein Zauberer, dessen Texte glücklich machten, schreiben die beiden. Und das kann in diesen Zeiten nicht schaden. Jede Woche produzieren Schäfer und Häne zu Hause einen neuen Teil, jeder dauert eine Viertelstunde. Teil eins ist bereits auf Youtube zu finden, Teil zwei wird morgen online gestellt. In Teil eins sitzt der Erzähler in der Küche und erzählt von den Igeln aus seiner Kindheit in den 1950er Jahren: «Wenn die Igel aufwachen, ist schon wieder Abend und sie brauchen eine Weile, bis ihnen wieder alles einfällt.»

Mittwoch, 8. April – 20:39 Uhr

Literatur für den Shutdown

(gen) Ende März ist das Printmagazin «Stoff für den Shutdown» erschienen. Das Coronaprojekt kam dank Crowdfunding zu Stande.  Über 32 000 Franken kamen dafür bisher zusammen, die zweite Ausgabe ist für Ende April geplant.  Heft eins vereint literarische Texte von 30 Schweizer Autorinnen und Autoren. Darunter ist auch die Thurgauerin Tabea Steiner, der Thurgauer David «Daif» Nägeli und die Appenzellerin Jessica Jurassica. Nun werden die Texte im verlassenen Saal des Theaters am Neumarkt in Zürich von Schauspielerinnen und Schauspielern des Ensembles und der freien Szene gesprochen und dabei live von elektronischer Musik begleitet. Die Ausstrahlung erfolgt in zwei Teilen auf https://kapsel.space/ diesen Samstag und am 18. April, jeweils um 21 Uhr. Die Aufnahmen sind auch nachher noch auf Vimeo verfügbar.

Montag, 6. April – 14:30 Uhr

Hund Monty grüsst aus der Theaterwerkstatt Gleis 5 Frauenfeld

(gen) Die Theaterwerkstatt Gleis 5 in Frauenfeld ist verwaist. Doch nein, nicht ganz. Einer vom Team hält die Stellung. Hund Monty macht sich nützlich und kümmert sich um all das, was sonst liegenbleibt. Das Team der Theaterwerkstatt Gleis 5 sendet als kleine Aufmunterung ein Video, um seinem Publikum die Wartezeit zu verkürzen:

Ausserdem hat die Theaterwerkstatt Gleis 5 auch positive Nachrichten zu verkünden: Für das Programm 2020 erhält sie aus dem Lotteriefonds des Kantons Thurgau einen Beitrag von 50 000 Franken. Zusätzlich hat die Stadt Frauenfeld den Leistungsbeitrag auf 25 000 Franken erhöht.

Montag, 6. April – 14:12 Uhr

Botschaften aus dem Homeoffice der Eisenwerker

(gen) Was machen die Leute vom Eisenwerk Frauenfeld jetzt, wo sie so schon seit drei Wochen weder Konzerte, noch Ausstellungen organisieren können? Auf Facebook und auf der Homepage ist die Serie «Was macht eigentlich...» gestartet, in welcher die Eisenwerkerinnen- und werker aus ihrem Alltag im Homeoffice berichten. Marco Kern, Bandbooker und Konzertveranstalter, ist vor allem mit dem Absagen, Umbuchen und Verschieben von Konzerten beschäftigt. Neben dieser mühsamen Seite des Lockdowns freut er sich aber über die Entschleunigung, die er mit sich bringt. Und die zusätzliche Zeit, die er mit seiner Tochter verbringen kann. Leider musste Kern auch alle Konzerte und Proben seiner eigenen Band absagen, dafür musiziert er in seiner Stube – für seine Tochter und mit ihr.

Almira Medaric, Co-Programmleiterin des Shed im Eisenwerk, erzählt in ihrem Video, dass leider das Atelierstipendium «Tanz mit Bruce», das sie mitbetreut,  abgesagt werden musste. Es wurde auf nächstes Jahr verschoben. Medaric arbeitet nun von zu Hause aus als studentische Mitarbeiterin und daneben auch als Künstlerin. Sie bedauert, dass ihre Einzelausstellung im Kunstverein Frauenfeld abgesagt werden musste. Dafür hat sie jetzt mehr Zeit für ihr Hobby: ein Aquarium mit Zierfischen.

Montag, 6. April – 13:30 Uhr

Der St.Galler Autor Milo Rau ist endlich mehrere Wochen zu Hause

Der St.Galler Regisseur und Autor Milo Rau.

Der St.Galler Regisseur und Autor Milo Rau.

(Bild: SRF/Thomas Mueller)

(gen) Der St.Galler Regisseur Milo Rau kehrte mit einem der letzten Flugzeuge von Brasilien nach Europa zurück. Dort sollte eigentlich am 17. April seine «Antigone im Amazonas» Premiere feiern. Das erzählt Rau im Newsletter von SRF Kultur, wo sich ab sofort Schweizer Kulturschaffende zu Wort melden. Da er als Regisseur und Autor extrem viel unterwegs sei, bedeute die Coronaquarantäne für ihn vor allem eines: die Möglichkeit, endlich einmal für mehrere Wochen zu Hause zu sein und mit seinen Töchtern und seiner Freundin Zeit zu verbringen. Der Theatermacher gibt auch Kulturtipps für den Lockdown. «Das Theater funktioniert nur als Präsenzmedium», schreibt Rau. Trotzdem werde er sich als sentimentaler und atheistischer Katholik das Corona-Passionsspiel des Schauspielhauses Zürich ansehen. Rau empfiehlt auch das Pantoffelkino des St.Galler Programmkinos Kinok, wo er «filmisch sozialisiert» worden sei, oder das Coronatagebuch der Appenzeller Autorin Dorothee Elmiger.

Freitag, 3. April – 16:24 Uhr

Zweites digitales Coronaforum der IG Kultur Ost

Peter Surber, Ann Katrin Cooper und Philipp Stuber vom Vorstand der IG Kultur Ost.

Peter Surber, Ann Katrin Cooper und Philipp Stuber vom Vorstand der IG Kultur Ost. 

(Bild: PD)

(gen) Die IG Kultur Ost lädt zum zweiten digitalen Coronaforum auf Zoom ein, in welchem Kulturschaffende und Vertreterinnen von Institutionen wichtige Informationen bekommen und Fragen stellen können. Es findet am Montag, 6. April um 20 Uhr statt. Informationen zum Anlass und Beitritt zum Meeting auf www.ig-kultur-ost.ch/corona-forum.
 Wie können Gesuche eingereicht werden? Wie steht es um Kosten und Gagen bei verschobenen Anlässen?  Katrin Meier, Leiterin des St.Galler Amts für Kultur, und Etrit Hasler von Suisseculture sociale geben Auskunft. Fragen können auch vorweg an info@ig-kultur-ost.ch gestellt werden.

Freitag, 3. April – 14:00 Uhr

Bachkantate zum zweiten Mal als Live-Stream

Bachkantate als Live-Stream am Laptop in der Stube: Da sind auch kleine Zuhörer willkommen.

Bachkantate als Live-Stream am Laptop in der Stube: Da sind auch kleine Zuhörer willkommen.



(Bild: Benjamin Manser)

(gen) Die Bach-Stiftung führt bereits zum zweiten Mal ein Kantatenkonzert als Live-Stream durch wiederum mit  Rudolf Lutz an Keyboard und Orgel in der Kirche Stein AR. Auf dem Programm steht am Freitag, 17. April 2020, um 19.00 Uhr die Kantate BWV 4 «Christ lag in Todesbanden».  Anhand von acht Strophen aus dem gleichnamigen Luther-Choral führt der ganz junge Bach vom Tal des Todes und der Finsternis zum endgültigen und lichten Abendmahl im Paradies. Es werde keine leichte Kost werden, schreiben die Veranstalter. Dies angesichts der herrschenden Seuche und ihrer gravierenden Folgen, aber auch und gerade aufgrund von Textvorlage und Musik. Sanfter Trost sei nicht absehbar – «es war ein wunderlicher Krieg, da Tod und Leben rungen».
Das Konzert kann auch zu einem späteren Zeitpunkt  nachgehört und geschaut werden, auf dem Youtube-Kanal der Bach-Stiftung oder auf Facebook. Das echte Kantatenkonzert samt Einführungsworkshop und Reflexion wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt. (gen/3.4.20)

Freitag, 3. April – 13:30 Uhr

Thurgauer  Salsasong für die Quarantäne

Jan Geiger

Jan Geiger

(Bild: PD)

(gen) Der Thurgauer Musiker Jan Geiger, alias «Klebeband», hat zur Coronakrise den Salsasong Latino Quarantino komponiert. Dazu gibt es einen witzigen Videoclip,  der in diesen alles andere als lustigen Zeiten ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern vermag. Geiger spielt seit rund 20 Jahren im Improvisations-Jazztrio Rosset Meyer Geiger und wurde in der Ostschweiz mit der Band «Herr Bitter» bekannt. Vor einem Jahr stand er mit seinem Soloprojekt, der Ein-Mann-Band Klebeband erstmals auf der Bühne.

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Der Ostschweizer Jan Geiger wagt sich mit seinem neuen Klebeband-Programm erstmals vor Publikum. Der Musiker besticht vor allem durch seine scharfsinnigen, kritischen, aber auch witzigen Texte. Am Mittwoch gastiert er in der Kellerbühne St. Gallen.
Philipp Bürkler