Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

COMIC: Giro mit Betrug und Prügel

Im 37. Band nehmen Asterix und Obelix an einem Wagenrennen teil. Natürlich manipulieren es die Römer, natürlich gibt das Schlägereien. Gibt es dabei auch Originelles?
Arno Renggli
Szene aus dem neuen Asterix-Band: Die Helden brechen nach Italien auf, um am Wagenrennen teilzunehmen. (Bild: Les Éditions Albert René, 2017)

Szene aus dem neuen Asterix-Band: Die Helden brechen nach Italien auf, um am Wagenrennen teilzunehmen. (Bild: Les Éditions Albert René, 2017)

Arno Renggli

Zumindest der Titel des neuen Bandes lässt aufmerken: «Asterix in Italien». Seltsam, denn Asterix und Obelix waren ja in früheren Abenteuern immer wieder mal in Italien, schliesslich sind die Römer ihre Lieblingserzfeinde.

Aber okay, diesmal geht es systematisch den Stiefel runter. Um nämlich den maroden Zustand des weltberühmten römischen Strassennetzes zu verschleiern, schlägt der Verkehrsminister ein Wagenrennen von Mailand bis Neapel vor. Julius Cäsar ist hell begeistert, natürlich in der Annahme, dass der römische Wagenlenker prestigeträchtig gewinnt. Was der Imperator dem Minister denn auch nachdrücklich drohend ans Herz legt.

Und so kommt es, wie es kommen muss: Zum einen figurieren im internationalen Teilnehmerfeld, wo sich neben andern auch Briten und Portugiesen mit den üblichen Landesklischees tummeln, auch Asterix und Obelix. Und zum anderen helfen die Römer mit Sabotageakten kräftig nach, auf dass ihr Fahrer auch wirklich siegen wird. Man kann sich ja vorstellen, wie es herauskommt, viele Schlägereien inklusive.

Wortwitz und Seitenhieb gegen Sportbusiness

Ist das unterhaltsam? Ja, durchaus, zumal einiges an Action geboten wird. Ist es originell? Weniger, da vieles vorhersehbar ist. Ist es witzig? Ab und zu, wobei gerade die deutschen Übersetzer aus dem Vollen schöpfen und kalauern, was das Zeug hält. So fühlt sich der alte Methusalix nach einer gelungenen Zahnoperation so belebt, dass er gleich losziehen und «einen fteilen Fahn aufreiffen» will. Gelungen auch die satirische Spitze, als Obelix eine Schmiergeldaktion beobachtet und danach in Bezug auf das Sportbusiness meint: «Ich dachte, so was wäre ganz normal.»

Wieso sieht der Wirt wie Pavarotti aus?

Wie immer wird auch kräftig gegessen, wobei Obelix die Sache mit dem dünn geschnittenen Parmaschinken nicht recht begriffen hat. Wieso der Wirt in dieser Szene wie Pavarotti aussieht, bleibt das Geheimnis der Autoren, einen inhaltlichen Bezug gibt es nicht. Dafür eine schöne Schlusspointe, als der römische Fahrer, der eine mysteriöse Maske trägt, diese zum zweiten Mal lüftet.

Also: Es mag ja sein, dass das Autorenduo Jean-Yves Ferri und Didier Conrad, nun zum dritten Mal im Einsatz, seit ihrer Übernahme der Reihe wieder etwas Schwung verliehen haben. Diese war nach dem Tod des genialen Autors René Goscinny im Jahr 1977 zwischenzeitlich in unterirdische Qualitätssphären gefallen.

Doch so richtig an die grossartigen frühen Bände, zu denen etwa «Asterix bei den Schweizern» gehört, kann auch dieser neue nicht anknüpfen. Aber vielleicht ist dies ja nur die Sicht einer unverbesserlichen Nostalgie.

J.-Y. Ferri / D. Conrad: Asterix in Italien. Ehapa, 45 S., Fr. 17.90.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.